«Ein Schlaraffenland für Pharmaunternehmen»
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Die schwarz-gelbe Regierung will die Kosten für Arzneimittel per Gesetz eindämmen. Das ermögliche ein Einsparungspotenzial von bis zu sechs Milliarden Euro. Die Pharmaunternehmen hingegen fordern Korrekturen am Gesundheitsfonds.
Union und FDP wollen die ausufernden Kosten für Arzneimittel per Gesetz eindämmen. Eine entsprechende Initiative kündigte der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn in der Welt an. Das Potenzial könnte riesig sei: Der Pharmaexperte Ulrich Schwabe rechnete im Focus Einsparmöglichkeiten von sechs Milliarden Euro pro Jahr vor.
Schwabe sagte dem Nachrichtenmagazin, obwohl Deutschland der größte Arzneimittelmarkt Europas sei, würden hier die höchsten Preise bezahlt. Das sei «ein Schlaraffenland für Pharmaunternehmen». Allein bei Generika ließen sich 3,4 Milliarden Euro einsparen, würden die gleichen Preise gelten wie in Großbritannien oder Schweden. Eine Kostensenkung von 1,7 Milliarden Euro errechnete Schwabe für den Fall, dass Ärzte mehr billigere Analogpräparate verschreiben würden. Fast 600 Millionen Euro erstatteten Kassen weiterhin für umstrittene Präparate wie Ginkgo oder Hustenmittel.
Spahn sagte, Schwarz-Gelb müsse «die teuren patentgeschützten Arzneimittel in den Blick nehmen und schauen, wie man hier kurzfristig nennenswert sparen kann». Bei den günstigen Nachahmerpräparaten, den sogenannten Generika, sei «die Zitrone ausgepresst». Die Kosten-Nutzen-Bewertung von Arzneimitteln allein reiche nicht aus, um die notwendigen Einsparungen zu erzielen. «Die wirkt nur mittelfristig», sagte Spahn.
Der Arzneimittelverband forschende Pharma-Unternehmen (vfa) forderte hingegen Korrekturen am Gesundheitsfonds. Die von Union und SPD gemeinsam beschlossene Möglichkeit von Zusatzbeiträgen mache nur Sinn, wenn die Gesetzlichen Krankenkassen voll dem Wettbewerbsrecht unterlägen, sagte Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer der Rheinpfalz am Sonntag. Damit würden Absprachen, wie sie gegenwärtig offenbar praktiziert worden seien, unmöglich gemacht. In der jetzigen Form seien die Kassen in der Lage, den Wettbewerb durch ein koordiniertes Vorgehen zu umgehen.
Rösler ermuntert zum Wechsel
Vor dem Hintergrund der umstrittenen Zusatzbeiträge ermunterte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) die Versicherten erneut zum Kassenwechsel. «Die Kassen sind in der Pflicht, Zusatzbeiträge möglichst zu vermeiden», sagte der FDP-Politiker dem Focus. Geschehe an diesem Punkt nicht genug, könnten Versicherte handeln: «Sonst kann man ja auch wechseln.»
Laut Spiegel steigt das Interesse an Kassen ohne Zusatzbeiträge sprunghaft an. «Bei uns ist gerade die Hölle los», zitierte das Nachrichtenmagazin in einem Vorabbericht den Leiter der Betriebskrankenkasse BKK ALP Plus, Josef Alt. Das Unternehmen will im laufenden Jahr Prämien bis zu 70 Euro an seine Mitglieder ausschütten. Die Nachfrage nach Infomaterial habe sich verdreifacht, das Telefon in den Beratungsstellen klingle doppelt so oft wie zuvor, sagte Alt. Ähnliches berichten dem Spiegel zufolge die Techniker Krankenkasse, die IKK Südwest und die HKK.
Laut Focus will die BKK Westfalen-Lippe ab Februar einen Zusatzbeitrag von zwölf Euro je Mitglied erheben. Bis zu acht Euro im Monat dürfen ohne Einzelprüfung erhoben werden. Der Chef der BKK Westfalen-Lippe, Willi Tomberge, rechtfertigte den höheren Finanzbedarf damit, dass seine Kasse im vergangenen Jahr einige sehr teure Krankheitsfälle gehabt habe. «Es ist notwendig und sinnvoll.»
sis/cvd/news.de/ap
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Wenn ich dann den Schwachsinn von Rösler höre.Man solle die Kasse wechsejn.Das kennen wir doch schon von Energie.Man solle den Anbieter wechseln.Da die sich an den Preisen der Grundversorger orientieren steigen sie in gleichem Masse.Mit diesen Politikern angeführt von Merkelchen wird das garantiert nichts.Kann so wie so nicht begreifen das die noch immer auf 36 % stehen.
jetzt antwortenKommentar meldenEs ist doch bekannt.Das Volk wird der Pharma-,Auto- Energiekonzernen zum Frass vorgeworfen.Und wir schauen zu:es hilft wohl nur noch ein Volksauf- stand
jetzt antwortenKommentar meldenDa hoffe ich doch mal sehr, daß es wirklich gelingt, der Gier der Pharmakonzerne klare Grenzen zu setzen. Falls es dann immer noch nicht reicht, käme eine Steuersenkung in Frage. Die macht vorher keinen Sinn, weil dann schnell die Preise auf altes Niveau steigen würden für den Profit der Konzerne. Eine Idee wäre auch, die Wartezimmer beim Arzt als Rentnercafe zu betreiben. Der Arzt läuft alle paar Stunden mal durch und drückt den Mütterchen die Hand ohne daß eine Beratung verrechnet werden muß und jeder ist zufrieden. Spart auch enorm viel Geld, weil viele Alte aus Langeweile zum Artzt gehen.
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