Sarah Palin Mit dem Jagdgewehr im Rampenlicht

Sarah Palin (Foto)
Sarah Palin hat mit ihren ersten Auftritten bei Fox News für Aufsehen gesorgt. Und bringt sich damit wieder für die große politische Bühne in Stellung. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Rieke Havertz
Sarah Palin, ehemalige Vizepräsidentschaftskandidatin der Republikaner, ist zurück. Seit zwei Wochen kommentiert sie die Lage der Nation auf Fox News. Klare Botschaft: Mit ihr wird 2012 alles besser.

Natürlich würde Sarah Palin den Spekulationen nie nachgeben. Die ehemalige Gouverneurin aus Alaska schweigt sich in ihren Beiträgen auf Fox News über die Gerüchte rund um ihre Person und eine potenzielle Präsidentschaftskandidatur 2012 aus. Dafür ist sie schließlich nicht gekommen. Der amerikanische Sender hat die ehemalige Vizepräsidentschaftskandidatin von John McCain geholt, um die Lage des Landes zu analysieren. Natürlich streng dem Motto des Senders folgend: «fair and balanced», «fair und ausgewogen».

Was das heißt, weiß jeder Amerikaner, der sich für den Sender entscheidet. Es wird fair in eine Richtung argumentiert, in Richtung der Republikaner. Da fügt sich Sarah Palin prima ein. Die zierliche Frau aus Wasilla hat, seit der Deal mit Fox News bekannt ist, die Nachrichtenfamilie mit einigen Statements beglückt.

Sarah Palin
Der Barracuda

Zum Einstand gab sie sich noch harmlos und plauderte auch gerne über Privates. Natürlich gehe sie jagen. «Ich bin aus Alaska, wir essen und daher jagen wir auch.» Aha. In Palins Kühlschrank befindet sich also, die konservative ländliche Bevölkerung wird es freuen, nur selbst erlegtes, vom Elch bis zum Hasen. Geht sie nicht auf die Jagd oder forciert ihre Karriere als Nachrichtenfrau, ist die konservative Vorzeigefrau natürlich draußen unterwegs. Beim Joggen kommt ihr nur Country-Musik auf die Ohren. Alles politisch korrekt. Damit wäre das neue Gesicht auf Fox News bestens positioniert. Es kann losgehen mit der Nachrichtenanalyse.

Natürlich gab es beim ersten Studioauftritt ein wenig Obama-Schelte zu hören, das Parteibuch verpflichtet. Aber in den USA herrschte nach dem ersten Auftritt schnell Einigkeit: Die Lady aus Alaska gab sich relativ harmlos. Will da jemand die Mitte der Bevölkerung als potenzielle Wählergruppe nicht verschrecken? Auf jeden Fall schafft es Palin, sich konstant ins Gespräch zu bringen. «So lange der Teleprompter nicht kaputt geht, wird sie ein Hit sein», sagte Roy Sekoff, Mitgründer von huffingtonpost.com auf CNN.

Bald wieder mit McCain auf Wahlkampftour

Spekuliert wird über eine sechsstelliges Gehalt, dass die Politikerin für ihr Engagement erhält. Dafür lässt sich die Dame nicht lumpen und auch am Wahltag in Massachusetts per Telefon aus Alaska zuschalten. Ihre erste «Analyse» nach dem Sieg des Republikaners Scott Brown über Martha Coakley in Massachusetts: «Das ist so gut.» Und natürlich für sie klares Signal, wie frustriert die Wähler mit Obama und seiner Regierung sind. Denn der Präsident repräsentiere das, was alle - alle Konservativen - fürchten: eine Regierung, die zu viel Einfluss nimmt auf das Private.

Was dagegen hilft? Sarah Palin natürlich und das heißt nach eigener Aussage: «vernünftiger Konservatismus». Das braucht das Land, um wieder in die richtige Spur zu kommen. Sarah Palin verkörpert diese konservative Haltung und freut sich schon jetzt: «Gott sei Dank ändern sich die Dinge wieder.»

Inwieweit sich die Dinge für Sarah Palin wieder ändern werden, ist nach dem abrupten Ende ihrer politischen Karriere bisher nur Spekulation. Im politischen Washington behaupten Insider schon längst, dass sich Palin Mitte letzten Jahres nur von ihrem Gouverneursposten zurückgezogen hat, um sich für eine Präsidentschaftskandidatur in Stellung zu bringen. Und auch, wenn sie darüber beharrlich schweigt. Ihre Memoiren - ein Bestseller - ihre Auftritte bei Fox News und eine große Homestory über sie und ihre Tochter in einem amerikanischen Klatschblatt sprechen Bände.

Außerdem wurde gerade bekannt, dass sie ihren «Entdecker» John McCain bei seinem Wahlkampf unterstützen wird. Der Ex-Präsidentschaftskandidat will bei den Zwischenwahlen in Arizona seinen Sitz im US-Senat verteidigen. Palin wird Wahlkampfauftritte mit ihm absolvieren. Zurück ins gewohnte Terrain. Noch nicht die ganz große Bühne, aber eine gute Vorbereitung. Ob sie es auf die ganz große Bühne schafft?

Umfragen zufolge werden der konservativen Politikerin, die im Präsidentschaftswahlkampf mit ihrer politischen Unkenntnis aufgefallen war, gute Chancen eingeräumt. Gallup-Umfragen unter republikanischen Wählern und eher konservativen Wählern zeigen, dass Palin einer der Favoriten ist,  wenn es darum geht, wen die Republikaner gerne im Rennen um das Weiße Haus im Jahr 2012 sehen würden. Mit ihren Auftritten bei Fox wird sie diese Quote im Zweifel noch erhöhen können. So sieht es auch Charles M. Blow, Kolumnist für die New York Times: «Dieses Engagement verschafft ihre gegenüber ihren Konkurrenten einen Vorsprung. Sie wird weiter im Rampenlicht stehen, während die anderen im Dunkeln tanzen.»

Für das Rampenlicht hat Sarah Palin schon einmal ihre ganz persönliche Kristallkugel für 2010 hervorgeholt. Was sie darin liest? «Mit vernünftigen, konservativen Ideen werden wir das Land wieder in die richtigen Spur bringen.»

reu/news.de

Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • Autumnus
  • Kommentar 5
  • 20.06.2010 12:50
Antwort auf Kommentar 4

Wir erinnern uns noch gut an die, Aspartamverseuchte Diät- Cola, hinter der man das Golfkriegsyndrom vermutet. Wer so etwas seinen Soldaten zukommen lässt, ist ein Büttel der Industrie und zeigt so sein wahres Gesicht.

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  • August
  • Kommentar 4
  • 29.05.2010 16:56
Antwort auf Kommentar 3

Au jaaahh und die noch mit Strapsen auf der Bärenjagd, das würde zum Hochkochen der biederen Volksseele passen. Wenn sie wirklich etwas fürs Volk tun würde, verbäte sie den GIs das trinken von dem supergezuckerten und chemieverseuchten Giftzeug, welches sehr werbewirksam drapiert auf dem Bannertischtuch steht. Da sieht man was an "Country First" wirklich dran ist. Da hilft das legere, anbiedernde T-Shirt ganz sicher. Man könnte das, was sie betreibt auch Billigpatriotismus für die dumme Masse, bezeichnen. Gott sei Dank haben sich die Amerikaner, mit Obama für etwas seriöseres entschieden.

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  • paule
  • Kommentar 3
  • 25.01.2010 15:27

ignorant, skrupellos und strunzdumm. perfektes profil also für den nächsten us-präsi. schon allein "wende durch konservatismus" ... hallo?! was aber bekräftigt, wie der vorposter sagt .. "sie wäre auch für den besseren Teil von Deutschland wählbar". besseren = brotholen, also das was uns schwarz gelb verpasst hat :)

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