So., 12.02.12

Gesundheitspolitik Pharmakontrolleur muss gehen

Artikel vom 22.01.2010

Die Gegner des obersten deutschen Pharmakontrolleurs Peter Sawicki haben sich durchgesetzt - die Opposition kritisiert seine Ablösung scharf und spricht von politischen Motiven.

Peter T. Sawicki, Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), muss seinen Hut nehmen. «Ich höre zum 31. August auf», sagte Sawicki. Das sei das Ergebnis einer Vorstandssitzung der Institutsstiftung am Freitag gewesen.

Bei der Opposition stieß die Ablösung Sawickis auf heftige Kritik. Der Schritt sei politisch motiviert gewesen, was durch Vorwürfe über falsche Abrechnungen verschleiert werden sollte, meint die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Biggi Bender. Angesichts von Dienstwagen-Vorwürfen gegen Sawicki warf SPD-Experte Karl Lauterbach der Koalition im Bundestag eine Rufmordkampagne zu Lasten der Patienten vor.

Wie der Tagesspiegel berichtete, hätten die Kassenvertreter im Stiftungsvorstand den pharmakritischen Institutschef gern gehalten, sich aber nicht gegen Ärzte, Krankenhäuser und Gesundheitsministerium durchsetzen können.

«Ich habe keine Fehler gemacht»

Laut einem Prüfbericht hatte Sawicki Dienstwagen geleast, ohne zuvor wie erforderlich die Aufsicht konsultiert zu haben. Sawicki wies die Vorwürfe zurück. «Ich habe rückblickend keine Fehler gemacht», sagte er der Welt. Mit der Institutsverwaltung sei abgesprochen gewesen, dass er sich selbst um die Bestellung des Wagens kümmere.

Die Organisation Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) sowie SPD, Grüne und Linke warnten, durch die Ablösung Sawickis solle der Einfluss der Pharmaindustrie wachsen. Gesundheitsstaatssekretär Stefan Kapferer sagte hingegen, zwar müsse die Transparenz der IQWiG-Verfahren immer wieder überprüft werden. Das Institut leiste aber eine notwendige und gute Arbeit. «Der gute Ruf des Instituts darf nicht leiden.»

Seit 2004 untersucht das IQWiG, ob die in Deutschland oft besonders teure Medikamente nützlich sind. Arzneien, die schlecht abschneiden, können so aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen gestrichen werden.

che/tno/ivb/news.de/dpa
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Gesundheitspolitik: Pharmakontrolleur muss gehen » Politik » Nachrichten

URL : http://www.news.de/politik/855041432/pharmakontrolleur-muss-gehen/1/
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Leserkommentare (4)
  • Kommentar: 4
  • 27.03.2010 01:49
von
tomahawk

Tja, Prof, Sawiki stört mur die Lobbyisten Röslers. Kopf des Tages: Christian Weber - Röslers Einflüsterer Der Verbandsfunktionär der privaten Krankenversicherer Christian Weber übernimmt eine Schlüsselposition im Gesundheitsministerium. Weber baute das Wissenschaftliche Institut der PKV auf und war dessen Verbandsvize. Das er ein Parteifreund von Rösler war und ist, sagt und soch schon, wo es nun lang gehen soll. Die Richtung dürfte die sein, welche die Rentenvers. puncto Hartz gegangen ist.

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  • Kommentar: 3
  • 23.01.2010 10:49
von
jep8888

Nun muß auch Herr Peter Sawicki gehen. Vorher waren es erfolgreiche Steuerprüfer in Hessen, die aus fadenscheinigen Gründen aus ihren Ämtern entfernt wurden, und auf ähnlich mysteriöse Art und Weise wurde wohl auch die Wiederwahl von Herr Brender verhindert. Offensichtlich waren die Geschassten zu aufrichtige Bürger mit einer unerschütterlichen und nicht käuflichen Meinung. Die aufgeführten Gründe für die Entlassung von Herrn Sawicki sind ein Witz, wenn man an die unzähligen Verfehlungen unserer so genannten Spitzenpolitiker sieht, und alle sind in ihren Ämter geblieben oder nach einer kurzen Zeit in der Versenkung, wieder auferstanden. Entwickeln wir uns zu einer Bananenrepublik oder sind wir schon eine (Hypo Alpe Adria, Millionenspende eines Hoteliers = 7% MwSt. etc etc)? Ich vermisse den Aufschrei der Medien (oder sind die „Saubermänner“ die gleichen die mit ihren Anzeigen das Überleben der Zeitungen sichern. Und man beißt nicht die Hand die einen füttert?), der Literaten, der Studenten und aller denkenden Menschen – oder gibt es da keine denkenden Massen mehr? Und eines Tages will keiner was gemerkt oder gewusst haben. Sollte sich düstere Geschichte wiederholen. JEP

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  • Kommentar: 2
  • 22.01.2010 22:30
von
Ole

Die fdp ist von 14,6Prozent "wählerdummen Bürgerdumms" gewählt. "Sie reden von der Zukunft, versagen in der Gegenward und entschuldigen sich mit der Vergangenheit! Redebeitrag der "Blauen Partei"zur"fünften Jahreszeit"in Köln. Meseberg,Underberd immer "fünfte Jahreszeit"!

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  • Kommentar: 1
  • 22.01.2010 18:36
von
Angela

das war von FDP und CDU-CSU nicht anders zu Erwarten--- jetzt haben sie ein freies UNGESTÖRTES Feld bin gespannt wann die FDP die nächsten Spenden von der PHaRMA In dustrie erhält !!!!! Die FDP ist ein eiziges Geschwür

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