Asse soll trockengelegt werden
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Die radioaktiven Abfälle im maroden Atommülllager Asse sollen wieder ans Tageslicht geholt werden. Bundesumweltminister Norbert Röttgen will alle 126.000 Atommüllfässer herausholen.
«Im Hinblick auf die Langzeitsicherheit erscheint die vollständige Rückholung als die bevorzugte Variante für die Stilllegung Asse», sagte Röttgen (CDU) der Braunschweiger Zeitung. Umweltinitiativen begrüßten das geplante Vorgehen. Der radioaktive Abfall war von 1967 bis 1978 in dem Salzbergwerk deponiert worden.
Der Präsident des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) will im Laufe des Tages das Ergebnis des Vergleichs von drei verschiedenen Optionen zur Schließung des Atommülllagers vorstellen. Neben der Rückholung des radioaktiven Materials hatte das Bundesamt auch die Möglichkeit einer Umlagerung des Atommülls in neue Kammern unter Tage und einer vollständigen Füllung des Bergwerks mit Beton und Salzlauge untersucht. Auch ein 225-seitiges Gutachten des BfS zu dem Optionenvergleich soll nach einem Bericht des Kölner Stadt-Anzeigers empfehlen, die Fässer mit leicht- und mittelaktivem radioaktiven Müll aus dem Bergwerk herauszuholen.
Röttgen betonte allerdings, dass vor einer endgültigen Entscheidung «einige Einlagerungskammern geöffnet und probeweise Abfallgebinde untersucht werden» müsse. Bisher seien die Kenntnisse zum Zustand der Abfälle mangelhaft, dies erschwere eine klare Entscheidung. Außerdem fehle ein umfassendes Notfallkonzept.
In dem Gutachten heißt es dem Bericht zufolge, die Rückholung stelle «die einzige sicher umsetzbare» Alternative dar. Es rate angesichts des «prekären Zustands der Grube» Asse zudem zur Eile. Mit den Arbeiten solle schnellstmöglich begonnen werden. Das Bundesamt rechnet mit einem Zeitaufwand von etwa zehn Jahren für die Rückholung.
Auch Bürgerinitiativen für Rückholung
Der Zusammenschluss der Bürgerinitiativen der Region, der Asse-Koordinationskreis, befürwortet eine Bergung des Atommülls. Der Sprecher des Koordinationskreises, Pastor Andreas Riekeberg, wandte sich zugleich dagegen, dass noch weitere Untersuchungen vor einer endgültigen Entscheidung nötig sein sollten. «Man darf die Entscheidung für die Rückholung nicht an Vorbedingungen knüpfen», sagte er. «Gerade wegen der zahlreichen Schwierigkeiten muss man schnell mit der Rückholung beginnen.» Dabei müsse man von vornherein mit einem sehr schlechten Zustand der eingelagerten Atommüllfässer rechnen.
Für ein Ausräumen der atomaren Altlast sprachen sich auch die Umweltorganisation Greenpeace und der Naturschutzbund Deutschland aus. «Nur die Rückholung bietet Langzeitsicherheit für Bevölkerung und Umwelt», erklärte Greenpeace. Bei einer Verfüllung der Grube oder einer Umlagerung verbleibe der Atommüll in einem absaufenden Bergwerk und verseuche früher oder später das Grundwasser. Bei einer Rückholung müssten eine Konditionierungsanlage zur Neuverpackung des Atommülls und ein Zwischenlager gebaut werden.
Greenpeace sprach sich gegen eine spätere Endlagerung des Asse-Mülls im Schacht Konrad in Salzgitter aus. Auch der Nabu erklärte: «Auch Schacht Konrad ist für den speziellen Asse-Müll nicht geprüft und genehmigt.» Wo die Asse-Abfälle dann auf Dauer gelagert werden könnten, sei wissenschaftlich zu erforschen. Auch der Salzstock Gorleben komme dafür nicht infrage.
mac/seh/news.de/ap
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