Bericht US-Mordplan gegen al-Qaida-Helfer?

Die CIA soll Mordpläne gegen einen deutschen Terrorverdächtigen geschmiedet haben. (Foto)
Die CIA soll Mordpläne gegen einen deutschen Terrorverdächtigen geschmiedet haben. Bild: dpa

Der im Zusammenhang mit den Anschlägen des 11. September 2001 ins Visier der Geheimdienste geratene Deutsch-Syrer Mamoun Darkazanli sollte offenbar im Auftrag der CIA in Hamburg aufgespürt und getötet werden.

Nach dem Bericht des US-Magazins Vanity Fair sollen Agenten des US- Geheimdienstes CIA 2005 an der Vorbereitung von Mordplänen gegen den Deutsch-Syrer beteiligt gewesen sein.

Die CIA habe eine Kommandotruppe der Söldnerfirma Blackwater nach Hamburg entsandt, um den dort lebenden Darkazanli zu liquidieren. Die Operation sei jedoch kurz vor dem endgültigen Mordbefehl abgeblasen worden. Die Hamburger Staatsanwaltschaft prüft nun, ob Ermittlungen aufgenommen werden.

Darkazanli sei ins Visier der CIA geraten, weil er als al-Qaida-Finanzier galt und Kontakte zu dreien der Attentäter vom 11. September 2001 und zu den Drahtziehern der Anschläge auf US-Botschaften in Ostafrika 1998 unterhalten haben soll, hieß es weiter. Der Auftrag lautete den Angaben zufolge «find, fix and finish». Dies bedeutete, dass Darkazanli aufgespürt, sein Tagesablauf recherchiert und er im geeigneten Moment getötet werden sollte.

Das Blackwater-Kommando habe sich wochenlang ohne Wissen der CIA-Station in Deutschland, geschweige denn der Bundesregierung, in Hamburg aufgehalten, berichtete das Blatt weiter. Angeblich sei die Operation wegen mangelnder Vorbereitung und Tarnung abgebrochen worden. Laut einer CIA-Quelle sei die Operation jedoch «aus Mangel an politischem Willen» beendet worden.

Die Ausspähung war laut Vanity Fair Bestandteil eines US-Geheimprogramms, mit dem führende Terroristen aufgespürt und getötet werden sollten. Die New York Times hatte im Sommer berichtet, dass der US-Geheimdienst im Jahr 2004 Mitarbeiter von Blackwater zur Jagd auf Top-Terroristen der al-Qaida angeheuert habe.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg prüft seit Montag, ob Ermittlungen wegen der Verabredung zu einem Verbrechen aufgenommen werden, wie der Sprecher der Behörde, Wilhelm Möllers sagte. Es würden derzeit aber noch keine förmlichen Ermittlungen geführt.

Auch in Deutschland war gegen den Deutsch-Syrer ermittelt worden. Die Bundesanwaltschaft hatte ihre Ermittlungen jedoch im Juli 2006 «mangels hinreichenden Tatverdachts» eingestellt. Das Amtsgericht Madrid hatte im September 2004 einen Europäischen Haftbefehl gegen Darkazanli erlassen. Ermittlungen der spanischen Behörden zufolge galt er als «Schlüsselfigur von al-Qaida». Das Bundesverfassungsgericht hatte das deutsche Gesetz zur Umsetzung des EU-Haftbefehls aber Mitte 2005 für nichtig erklärt, so dass Darkazanli auf freien Fuß gesetzt werden musste.

Die Bundesregierung erklärte, es lägen zu dem Hamburger Fall keine Erkenntnisse vor. Die Grünen im Bundestag forderten eine schnelle Aufklärung von der Bundesregierung und dem Verfassungsschutz. Hans-Christian Ströbele, Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium zur Überwachung der Geheimdienste, kündigte an, im Gremium einen Bericht der Bundesregierung zu beantragen. «Der Bundesverfassungsschutz muss sich um die geheimdienstliche Tätigkeit fremder Mächte in Deutschland kümmern. Das steht so im Gesetz und gilt auch für die CIA», sagte Ströbele dem Hamburger Abendblatt in der Dienstagsausgabe.

nak/news.de/ddp/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • marty
  • Kommentar 2
  • 12.02.2010 17:48

Na dann ist Blackwater doch eine Killertruppe die von den USA angeheuert wurde und nicht etwa eine Sicherheitsfirma. Waren die 17 Toten im Irak auch so eine Aktion? Ich trau den USA mittlerweile alles zu. marty

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  • Greenstar
  • Kommentar 1
  • 04.01.2010 22:01

El-Quaida war vorher die Überschrift, news.de macht halt auch mal Fehler :D

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