Auf Flughäfen wird mehr gefummelt
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In Deutschland wird laut Bundesregierung das Gepäck an Flughäfen schärfer kontrolliert. Es gibt bisher wenig Widerstand gegen die nochmals erhöhten Sicherheitsvorkehrung.
Nach dem vereitelten Anschlag auf ein US-Flugzeug sind die Sicherheitsvorkehrungen an deutschen Flughäfen verschärft worden. Wie das Bundesinnenministerium in Berlin mitteilte, wurden die Passagier- und Handgepäckkontrollen «zielgerichtet» erhöht.
Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte laut Mitteilung: «Die Bundesregierung nimmt den Anschlagversuch in den USA sehr ernst.» Es gebe aber keinen Anlass für unnötige Panik. Der Minister bat die Fluggäste um Verständnis für die intensiveren Kontrollen und riet ihnen, möglichst wenig Handgepäck mitzunehmen.
Am vergangenen Freitag hatte ein 23-jähriger Nigerianer versucht, ein Flugzeug aus Amsterdam kurz vor der Landung in Detroit (USA) zum Absturz zu bringen. Bisher unbestätigten Berichten zufolge soll er im Jemen von dem dortigen Al-Qaida-Ableger ausgebildet worden sein und dort auch den Sprengstoff erhalten haben.
Im Internet tauchte am Montag ein Schreiben auf, in dem der regionale Zweig der Organisation «Al-Qaida auf der arabischen Halbinsel» die Verantwortung für den versuchten Anschlag übernimmt. De Maizière sagte, deutsche Sicherheitsbehörden stuften das Schreiben als authentisch ein.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Jörg van Essen, hat die zusätzlichen Sicherheitskontrollen an Flughäfen nach dem gescheiterten Flugzeugattentat von Detroit als notwendig bezeichnet. «Wenn der junge Mann mit seinem Anschlagsversuch erfolgreich gewesen wäre, hätten Hunderte von Menschen ihr Leben verloren, und das muss verhindert werden», sagte van Essen dem WDR.
Der FDP-Politiker warb dafür, den Einsatz von Nacktscannern in Erwägung zu ziehen. Bei der ersten Generation der Geräte habe man sich dagegen ausgesprochen, «weil die Abwägung zwischen dem Eingriff in die Intimsphäre, die nun mal ein Nacktscanner darstellt, und dem Sicherheitsgewinn zu der Entscheidung geführt hat, dass dieser Eingriff zu groß war». Inzwischen gebe es aber eine Weiterentwicklung der Geräte.
Van Essen räumte ein, dass ein solches Attentat nicht mit absoluter Sicherheit verhindert werden kann. «Aber es zeigt sich, dass man mit entsprechenden Kontrollen verhindern kann, dass gefährliche Gegenstände in Flugzeuge gebracht werden», fügte er hinzu.
Gleichzeitig übte van Essen deutliche Kritik an der «Datensammelwut» der USA. Die Fülle von Informationen führe dazu, dass die wirklich wichtigen Hinweise nicht mehr richtig bewertet würden. Er verwies darauf, dass die Familie des mutmaßlichen Attentäters ausdrücklich vor ihm gewarnt hätte und diese Information nicht richtig verarbeitet worden sei.
bjm/ruk/news.de/dpa
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