Neu 2010 Steuern runter, Kindergeld rauf

Das monatliche Kindergeld wird ab 1. Januar 2010 um 20 Euro erhöht.  (Foto)
Das monatliche Kindergeld wird ab 1. Januar 2010 um 20 Euro erhöht. Bild: ap

Trotz und wegen der Wirtschaftskrise hat Schwarz-Gelb Steuerentlastungen versprochen. 2010 wird sich vor allem für Familien einiges ändern. Ein Überblick.

Ehegatten-Besteuerung: Die bei Ehegatten wegen hoher Abschläge unbeliebte Steuerklasse V wird laut Bundesregierung entschärft. Von 2010 gilt für Doppelverdiener-Ehepaare ein freiwilliges «FaktorverfahrenNach dem Faktorverfahren können Ehepartner mit unterschiedlich hohem Einkommen nicht nur die Kombination der Steuerklassen III und V wählen, sondern auch gemeinsam nach Steuerklasse IV mit Faktor besteuert werden. Dabei wird der Steuervorteil des Ehegattensplittings bei beiden Eheleuten schon bei der monatlichen Lohnauszahlung und nicht erst im Nachhinein beim Steuerjahresausgleich berücksichtigt. », das beim zuständigen Finanzamt beantragt werden muss. Konkret sollen Ehepaare mit unterschiedlich hohem Einkommen nicht nur die Kombination der Steuerklassen III und V wählen, sondern - optional - gemeinsam nach Steuerklasse IV mit Faktor besteuert werden können.

Dabei wird der Steuervorteil des Ehegattensplittings bei beiden Eheleuten schon bei der monatlichen Lohnauszahlung und nicht erst später beim Steuerjahresausgleich berücksichtigt. Damit soll sichergestellt werden, dass geringer verdienende Ehegatten nicht mehr so hoch belastet werden wie in der Steuerklasse V.

Wachstumsturbo
Wer von den Steuersenkungen profitiert

Krankenkassenbeiträge: Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung können in größerem Umfang als bisher steuerlich abgesetzt werden. Arbeitnehmer werden damit um rund 9,5 Milliarden Euro pro Jahr entlastet. Der Steuerbonus fällt für Geringverdiener sogar großzügiger aus als zunächst geplant. So sind Beiträge für die Arbeitslosen-, Haftpflicht-, Unfall- und Berufsunfähigkeits- Versicherung auch künftig absetzbar - aber nur, wenn die künftigen Höchstbeträge für Vorsorgeaufwendungen durch die Kranken- und Pflegekassenbeiträge noch nicht ausgeschöpft sind. Die Höchstgrenzen betragen 1900 Euro (für Arbeitnehmer und Beihilfeberechtigte) und 2800 Euro (für Steuerpflichtige, die ihre Krankenversicherung allein tragen). Darüber hinaus können mindestens die tatsächlich geleisteten Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung angesetzt werden.

Grundfreibetrag: Der steuerliche Grundfreibetrag steigt zum Januar von jährlich 7834 Euro auf 8004 Euro für Alleinstehende. Wer unter diesem Einkommen liegt, muss keine Steuern zahlen. Der erste Steuersatz für Ledige mit 14 Prozent beginnt also bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen ab 8005 Euro.

Tarifkurve: Eine gewisse Steuerentlastung gibt es auch, weil alle Eckwerte in der Tarifkurve nochmals nach rechts verschoben werden. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent etwa greift dann also erst ab 52.882 Euro und nicht - wie zuletzt - bereits ab 52.552 Euro.

Familien: Der jährliche Kinderfreibetrag soll von 6024 auf 7008 Euro angehoben werden. Das monatliche Kindergeld wird um je 20 Euro erhöht - also auf 184 für das erste und zweite Kind, auf 190 Euro für das dritte Kind und auf je 215 Euro für das vierte sowie weitere Kinder.

Mehrwertsteuer: Zum 1. Januar 2010 soll für Übernachtungen im Hotel- und Gaststättengewerbe der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent gelten.

Unternehmensteuer: Elemente der Unternehmenssteuerreform von 2008 werden korrigiert. Einige Punkte: Die «Zinsschranke» - der Aufwand für Zinsen bei der Berechnung der Steuerlast - wird gelockert. Sanierungsübernahmen werden erleichtert. Bei der Gewerbesteuer soll der Teil der Aufwendungen für Immobilienmieten gekürzt werden, der bei Ermittlung der Gewerbesteuerlast hinzugerechnet und versteuert werden muss.

Erbschaftssteuer: Geschwister, Nichten und Neffen werden entlastet. Für sie soll es einen neuen Stufentarif von 15 bis 43 Prozent geben. Für Firmenerben wird die Jobauflage zur Steuerbefreiung gelockert.

san/bjm/news.de/dpa

Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • ladybird61
  • Kommentar 5
  • 04.03.2010 11:40

KG-Erhöhung ist dann ein Witz,wenn es vom Harzt IV abgezogen wird ! Sind Hartz IV-Kids weniger bedürftig ???????????? Erklärt mir hier das ein Verantwortlicher ????????????????? Ich bezahle auch für adäquate Antwort.

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  • Ole
  • Kommentar 4
  • 04.01.2010 20:54
Antwort auf Kommentar 3

Na klar "Hoffnung auf Zukunft"!Wer sie sich leisten kann.

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  • ragnaroekr
  • Kommentar 3
  • 31.12.2009 13:16

Ob eine Mogelpackung vorliegt, will ich nicht beurteilen. Ich wünsche mir einen Einstieg in die Familien und deren Selbstverantwortung - nicht verstaatlicht und nicht kommerzialisiert. Verstaatlichung heißt Verrechtlichung wo Liebe herrschen sollte. Kommerzialisierung ist Ökonomisierung der Frau als Arbeitskraft. Leidtragende sind Kinder, die ihr Wohl in Kinderverwahranstalten suchen müssen. Kindergarten ist gut, als Ergänzung zur Familie, nicht zum Ersatz. Insoweit erscheint mir die neue Politik als ein Wagnis, das sich lohnen könnte: Der Einstieg in eine neue Besinnung auf Lebensqualität?

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