Piraten kämpfen für das Weltklima
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Wer im Dezember segeln geht, muss hart sein oder verrückt. Oder er muss ein Ziel vor Augen haben. Wie die 80 Klimapiraten. Mit den Schiffen Lovis und Petrine schipperten sie zum Weltklimagipfel. Ihre Eindrücke von einer Woche Kopenhagen.
Ankunft in Kopenhagen, Donnerstag, 10. Dezember: Vor fast einer Woche, am 10. Dezember, sind wir in Kopenhagen eingelaufen! Eine viertägige Reise über die winterliche Ostsee liegt hinter uns. Unsere beiden Schiffe Lovis und die Petrine liegen nun im Kopenhagener Stadthafen. Gegen einen frischen Ostwind mussten am letzen Tag beide Schiffe kreuzen. Aber immerhin: Angekommen sind wir schneller als geplant. Während des Törns hat sich die Crew warm gesegelt. Fock-, Haupt- und Besansegel hochziehen, Backstaken umsetzen - das ist mittlerweile eine Frage von wenigen Minuten. Sitzen im Klüvernetz - über dem Wasser und vor dem Bug - war uns ein ganz großer Spaß. Und kaum angekommen, liefen die Vorbereitungen für unsere Aktionen in Kopenhagen bereits auf Hochtouren.
Freitag, 11. Dezember: Wir begeben uns mit weiteren Traditionsseglern aus Deutschland nochmals auf See, um auf unsere Forderungen an die Klimakonferenz aufmerksam zu machen und unser offizielles Ankommen in Kopenhagen bekannt zu geben. Dong Energy ist der dänische Energiekonzern, der in Greifswald ein Kohlekraftwerk bauen wollte. Wir wollten uns in Kopenhagen einsetzen, um das zu verhindern. Einen Tag nach unserer Ankunft erfahren wir aber, dass der Kraftwerksbau gestoppt wurde. Der Konzern hat sich entschieden, das Kraftwerk gar nicht zu bauen. Welch eine Stimmung auf den Schiffen!
Am Wochenende beteiligten wir uns an Protestaktionen, der «Human Flood for Climate Justice» und der Grossdemonstration.
Die geplante Aktion am Montag, 14. Dezember, vor der Dong Zentrale in Kopenhagen führen wird trotzdem durch. Doch anstelle einer Protestaktion überreichen wir ein goldenes Windrad als Anerkennung für die Entscheidung, das Kohlekraftwerk nicht zu bauen.
Donnerstag, 17. Dezember: Nun beginnt der Endspurt der Klimakonferenz. Während es auf den Straßen Kopenhagens in den letzten Tage immer wieder Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten gab, sind die Verhandlungen kaum vorangekommen. In den Schiffen planen wir Klimapiraten unterdessen die Abschlussaktionen für den Kongress.
Gut sind die Neuigkeiten nicht: Zähe Verhandlungen und viel Gewalt auf den Straßen. Es sieht nicht so aus, als ob es in Kopenhagen den großen Durchbruch geben wird. Sehr enttäuschend und ärgerlich in Anbetracht der Notwendigkeit eines starken Abkommens. Deshalb wollen wir am Freitag unsere Fassungslosigkeit auf den Straßen zeigen - mit der «climate shame»-Aktion, zu der wir gerade Details planen.
«Klimapiraten» ist eine offene Kampagne junger Menschen, mehrheitlich zwischen 20 und 30 Jahren. Sie wollen, dass sich Deutschland in Kopenhagen gemeinsam mit der EU für ein starkes und faires Abkommen zum Weltklimaschutz einsetzt. Die Segeltörn nach Kopenhagen ist die letzte Aktion einer mehrmonatigen Kampagne für den Klimaschutz. 80 der insgesamt 240 Mitglieder sind mit dabei. Mit der Piratenpartei haben die Klimapiraten nichts zu tun.
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