Republikaner, wacht auf!
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Von news.de-Redakteurin Rieke Havertz
Artikel vom 16.12.2009
Die Debatte, die in den USA über die Erderwärmung geführt wird, ist absurd. Die Konservativen müssen endlich in der Realität ankommen.
Die USA sind nicht das einzige Land, dem es schwer fällt, aktiv das Klima zu schützen. Der Klimawandel ist abstrakt, für die meisten westlichen Nationen schwer zu greifen und noch nicht direkt spürbar. Das ist schlecht, wenn man in der Politik etwas vermarkten will. Beim Wähler zählt die Gegenwart und die Frage, was das Leben im Moment lebenswert macht.
Dennoch ist die Debatte, die in Amerika geführt wird, sehr viel absurder als in anderen Ländern. Die Zahl der Klimagegner ist enorm hoch. Auch, weil eine der beiden großen Parteien aktiv dafür sorgt, die Ängste der Klimagegner zu schüren und wissenschaftliche Erkenntnisse zu verdrehen.
Die Republikaner sprechen das konservative Wählerklientel an, den einfachen Arbeiter in der Kohlekraft- oder Autoindustrie, den kleinen Ladenbesitzer. Menschen, die gläubig sind und an die Stärke Amerikas glauben. Sie glauben nicht an hohe Steuern oder steigende Energiekosten – und sie lesen nicht unbedingt die New York Times.
Sie schenken ihren Volksvertreten Glauben, wenn diese davon sprechen, dass der Einfluss des Menschen auf die Erderwärmung gar nicht bewiesen ist und die Klimaziele von Präsident Obama nur dafür sorgen würden, dass Amerika seine wirtschaftliche Stärke verliert. Dass die Republikaner dieses Wissen ausnutzen, um sich ihre Wählerklientel zu sichern, ist gar nicht so unverständlich. Jeder würde es vermutlich so machen. Denn auch für die Politiker gilt, was für alle gilt:der Moment zählt, die Gegenwart.
Doch bei allem Verständnis für Tradition und amerikanisches Selbstverständnis: Die republikanische Partei kann nicht ernsthaft so weitermachen. Der Hurrikan Katrina 2005 in New Orleans war eine deutliches Zeichen dafür, dass auch die Vereinigten Staaten den Klimawandel schon bald direkt zu spüren bekommen. Waldbrände werden sich häufen, Hitzewellen sich ausbreiten, Sturmfluten stärker werden.
Diese Aspekte kann auch eine traditionsbewusste republikanische Partei nicht ernsthaft außer Acht lassen. Die Partei muss endlich in der Realität ankommen. Denn sie sind es auch, die die Chance haben, bei ihrer Wählerschaft Gehör zu finden - und damit in der amerikanischen Gesellschaft nachhaltig etwas zu verändern.
kas/news.de
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