Symbolbild: Ein junges Mädchen legt aus schwarzen, gelben und grünen "Smarties" die Fahne von Jamaika.
«Ich habe ein Angela-Merkel-Déjà-vu»
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Symbolbild: Ein junges Mädchen legt aus schwarzen, gelben und grünen "Smarties" die Fahne von Jamaika.
Von news.de-Redakteur Jens Kiffmeier, Berlin
In Kopenhagen redet man über Umweltpolitik - ohne die Grünen. Denn die Ökopartei ist nur fünftstärkste Kraft. Für Tarek Al-Wazir kein Grund zur Panik, wie er news.de verrät.
Naja, wer denkt, dass die Einführung des Dosenpfandes eine große politisch ökologische Veränderung hervorgerufen hat, der wird auch sicherlich weiterhin die Grünen wählen, solle aber nicht vergessen: auch ein Rad fahrender Ströbele unterhält seinen Fuhrpark und da geht auch nichts unter Zwei-Liter-Maschinen.
Die Welt trifft sich in Kopenhagen, redet über Umweltpolitik und die Grünen sind nicht dabei. Traurig?
Al-Wazir: Es wäre schön, wenn wir einen grünen Umweltminister hätten und mit dafür sorgen könnten, dass sich alles in die richtige Richtung bewegt. Aber trotzdem werden wir damit weitermachen, womit wir im Bundestagswahlkampf begonnen haben, nämlich die Verknüpfung von Ökologie, Ökonomie und Gerechtigkeit voranzutreiben. Denn nur wer ökologisch handelt, kann auch ökonomisch erfolgreich sein. Man schaue sich nur mal General Motors an, dann weiß man, was das heißt. Wenn man nur noch Jeeps bauen kann, dann schadet das nicht nur der Umwelt, sondern man geht auch irgendwann pleite.
Sprechen Sie dem Umweltminister Norbert Röttgen diese Erkenntnis ab?
Al-Wazir: Bei Norbert Röttgen habe ich ein Angela-Merkel-Deja-vu. Am Anfang war sie auch die Klimakanzlerin und fuhr mit ihrem Eisbären Sigmar im roten Anorak vor die schmelzenden Eisberge in Grönland. Das hat schöne Fotos gegeben. Aber ein Jahr später hat sie in Brüssel verhindert, dass die ordentlichen Grenzwerte für die Autos kommen. Röttgen hält jetzt auch schöne Reden. Die sind erst einmal in Ordnung, aber wir warten auf die Ergebnisse.
Der Anfang ist jedenfalls gemacht. Die grüne Idee von der Verknüpfung von Ökologie und Ökonomie hat Norbert Röttgen neulich öffentlich in einem Interview vertreten.
Al-Wazir: Ich finde es ja spannend, dass Herr Röttgen zum Beispiel das Reduktionziel von 40 Prozent postuliert. Nur, ich schaue in den Koalitionsvertrag und stelle fest: Er kann es nie erreichen. Denn zeitgleich stellt sich sein Parteifreund Herr Ramsauer hin und sagt, dass man jetzt die Autobahnen ausbauen muss. Und Herr Brüderle erklärt zudem, dass nun neue Kohlekraftwerke her müssen. Das passt doch alles nicht zusammen. Man stellt in solchen Momenten schnell fest, wie nötig es wäre, dass Grüne in Verantwortung sind.
In der Tat sagen zwei Drittel der Wähler, dass die Grünen für eine gute Umweltpolitik stehen. Aber ist es nicht gefährlich, wenn eine Partei nur auf Umweltthemen reduziert wird?
Al-Wazir: Da muss man immer aufpassen, ganz klar. Aber bei der Bundestagswahl haben wir nicht nur mit der Kompetenz im Umweltbereich gepunktet. Wir hatten auch einen hohen Wert bei den grünen Wählern, die uns auch wegen der Themen Gerechtigkeit und Bildung gewählt haben.
Aber so ganz durchsetzen konnten sich die Grünen nicht. Immerhin sind sie nur fünftstärkste Kraft geworden.
Al-Wazir: Das ist das Zweischneidige an der Sache. Einerseits haben wir das beste Ergebnis eingefahren, dass wir je hatten. Das ist nicht geringzuschätzen. Aber natürlich stellen wir uns auch selbstkritisch die Frage, warum so viele Menschen, die uns bisher nicht wählten, in das Lager der Nichtwähler gegangen sind und wir sie nicht überzeugen konnten, dass Grün eine Alternative ist.
Ihre Antwort?
Al-Wazir: Ich habe noch keine. Ich habe nur eine Vermutung.
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren
News.de sprach mit Prof. Dirk Messner, einem Klimaberater der Regierung, über Gerechtigkeit und die Rolle von Angela mehr ...
Die Grünen sind im Bund das Schlusslicht. News.de sprach mit Gesine Agena über das Verfallsdatum von Trittin und mehr ...
Kein Grund zur Selbstbeweihräucherung: Trotz des besten Wahlergebnisses aller Zeiten sind die Grünen nur fünfte mehr ...
Einfaches Rechenspiel bei den Grünen: Die Spitzenkandidaten müssen noch eine Million neue Wählerstimmen hinzugewinnen, um mehr ...
Auch der saure Weißkohl schadet dem Klima. Deshalb fordern dänische Journalisten ein weltweites mehr ...
Leserkommentare (1)
Das Klimagefasel geht einem auf den Geist. Deutsche Arbeitsplätze wandern ab (z.B. C-Klasse nach USA). Schwellen- und Entwicklungsländer fordern 500 Mrd. Dollar Starthilfe für Co/2 Wohlverhalten. Und diese Grünen faseln weiter von Einschränkungen im Leben der Deutschen. Im Kohlendioxidschwindel ist eine weitere Lüge enttarnt worden. Deutschland ist eine Kohlendioxid-Senke. Dh. Es wird mehr C0/2 abgebaut als produziert. R fordert: Weg mit den C0/2 Schwindel. Statt Grünwählen, C-Klasse fahren.
jetzt antworten Kommentar melden