Fr., 10.02.12
Klimawandel

Weltklimagipfel Piraten wollen Kopenhagen entern

Von news.de-Redakteurin Andrea Schartner

Artikel vom 05.12.2009

Sie nehmen Kopenhagen vom Meer aus ein: In Greifswald machen die Klimapiraten die Leinen los. CO2-neutral segeln sie zum Gipfel nach Dänemark, um dort für den Klimaschutz werben.

80 Mann sind mit dabei, zwei Segelschiffe. Die Aktion «Leinen los» steht am Ende einer vier-monatigen Kampagne der Klimaaktivisten. «Kopenhagen muss der Einstieg in eine Kehrtwende werden. Nach jahrelangem Reden und Nichtstun muss endlich etwas passieren.» Projektkoordinator David Wagner umreisst die Erwartungen der Klimapiraten.

Klar, die dänische Hauptstadt ist ab Montag Bühne der Weltpolitik und 80 Mann alleine können dort kaum Aufmerksamkeit erregen. «Wir treten dort nicht allein als Klimapiraten in Erscheinung, sondern in einem Netzwerk mit anderen Klimaaktivisten. Und wenn dann am Ende 50.000 Leute zusammenkommen, können sie schon Druck machen», sagt Wagner. Klar ist auch, dass dieser Druck friedlich ausgeübt wird. «Friedlich, aber nachdrücklich.»

Insgesamt sind die Klimapiraten rund 250 Mann stark, überwiegend junge Menschen bis 30. Viele von ihnen sind wie David Wagner beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) engagiert oder im ASA-Programm, einem entwicklungspolitischen Jugendaustausch. Seit dem Sommer machen sie immer wieder mit unkonventionellen Aktionen auf das Weltklimaproblem aufmerksam: Im September zum Beispiel schipperten sie mit Flößen zum Schweriner Schloß. Am Weltklimatag im Oktober warteten 350 Demonstranten mit Angela Merkel Masken vor dem Brandenburger Tor auf.

Bevor sie am heutigen Samstag in Greifswald in See stechen, sind auch dort Aktionen geplant. Denn nicht nur die Weltklimakonferenz steht im Fokus der Piraten, sondern auch die Kopenhagener Niederlassung der Firma Dong. Die dänische Firma plant im Ausland neue Kohlekraftwerke. Eines soll in Lubmin, nahe Greifswald entstehen. In Kopenhagen werden die Klimapiraten vor der Firmenvertretung von Dong weiter Druck machen. David Wagner wertete diese Aktion als erfolgsversprechend: «Bei zwei anderen Standorten hat Dong seine Pläne schon aufgegeben.»

Wie lange die Fahrt gen Dänemark dauert hängt von Wind und Wetter auf See ab. Wichtig ist allein, dass die Klimapiraten bei der großen Demonstration, am Samstag kommender Woche, dabei sind. Und: Dass sie klimaneutral zum Gipfel kommen. Damit sind sie den mehrheitlich per Flugzeug anreisenden Delegierten der Konferenz in Sachen CO2-Verringerung weit voraus.

kat/news.de
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Leserkommentare (2)
  • Kommentar: 2
  • 05.12.2009 17:03
von
ragnaroekr
Antwort auf Kommentar 1

Vollen Respekt für diese Meinung. Das sind gesellschaftliche Brunnenvergifter, die sich die Arglosigkeit von Kindern zur Hetze zu eigen machen. Und dann noch diese Tante Merkel vorne dran.

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  • Kommentar: 1
  • 05.12.2009 12:29
von
Weingarten

Dem Bund fuer Naturschutz sollte man die Gemeinnützigkeit entziehen. viele Aktivisten sind jung und propagieren was obwohl sie genau wissen das das gelogen ist . Es erstaunt mich immer wieder die Aussagen dieser Besserwisser.

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