So., 12.02.12

Planspiel Klimaschutz mit Legosteinen

Von Peter Neumann

Artikel vom 20.11.2009

Aus ganz Europa kommen Studenten nach Kopenhagen, um den Politikern zu zeigen, wie der Klimawandel aufzuhalten ist. Mit Lego-Steinen bewaffnet, spielen sie den kommenden Klimagipfel nach - und finden Lösungen für das drängende Problem.

«The time is now and not tomorrow», raunt der Projekt-Leiter von Friends of the Earth, Carlos Garca-Robles, ins Mikrofon und das Auditorium beklatscht ihn begeistert. Über hundert Studenten aus ganz Europa haben sich im Festsaal der Universität zu Kopenhagen versammelt, um mit Lego-Steinen zu spielen. Doch es geht nicht um Zeitvertreib, sondern um das Weltklima. Wenige Wochen vor dem Kopenhagener Weltklimagipfel entscheiden die Studenten in einem Planspiel, wie sich das europäische Energiesystem bis zum Jahr 2030 weiterentwickeln soll.

Garca-Robles erklärt, wie nach dem Konzept der Dänen klimarelevante Daten in Lego-Steine verpackt werden können. Entscheidend sind demnach die Farbe und Länge der Steine. Schwarz steht für Kohle, Rot für Öl, Weiß für Wind, Blau für Wasser. Je länger der Stein, desto höher der CO2-Ausstoß. Ein schwarzer Lego-Stein im Zwei-zu-Zehn-Format entspricht der Menge an Kohle, die man auch zur Cheops-Pyramide aufhäufen könnte, und erzeugt jährlich eine Energie von 125 Peta-Joule, eine Zahl mit fünfzehn Nullen, pro Jahr.

In einem Business-as-usual-Szenario soll gerettet werden, was gerettet werden kann. Wenn vorerst nicht die Welt, so zumindest eine der vier Regionen, in die Europa für das Planspiel unterteilt worden ist.

John Svane aus Kopenhagen ist für die Rettung Westeuropas verantwortlich. Von seiner maßgeblichen Federführung hängt das Wohl Frankreichs und der Benelux-Staaten ab. Der 22-jährige Däne setzt auf Windenergie, hat die weiten niederländischen Flusslandschaften vor Augen, unzählige Windräder, die noch jenseits des Horizonts ihre Flügel ausbreiten. Was man sonst noch tun könne? John gerät ins Stocken. «Vielleicht noch einige Windparks vor der Bretagne bauen.»

Auf den mit «Change» betitelten Aktionskarten, die das Spiel zum Laufen bringen, sprich den Klima-Horror in letzter Sekunde abwenden sollen, steht Altbekanntes neu aufbereitet: Wussten Sie, dass 2,5 Prozent der Energiezufuhr einer handelsüblichen Glühbirne in sichtbares Licht umgewandelt wird, der Rest aber als Wärme im Raum verschwindet? Der Preis für die Aktionskarte, die sich für eine effizientere Spar-Glühlampen-Nutzung ausspricht, ist billig. John entscheidet sich erst einmal dafür. Auch wenn damit nicht die Welt gerettet werden kann, wie er sagt.

Am Ende des ersten Planspiel-Tages kommen John und die Energieproduktion Westeuropas schon mal ohne Öl aus. Die Gas-Importe aus dem (außer-)europäischen Ausland haben dafür um ein Vielfaches zugenommen. Windenergie wird in großen Mengen produziert. Manchmal bleibt das Spiel hinter der Realität zurück, mitunter schießt es über das Ziel hinaus. Carlos Garca-Robles stört das wenig. Das Planspiel gebe den Studenten ein ernstzunehmendes Gefühl dafür, etwas bewegen zu können.

jan/san/reu/news.de/ddp
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Planspiel: Klimaschutz mit Legosteinen » Politik » Nachrichten

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Leserkommentare (5)
  • Kommentar: 5
  • 22.11.2009 10:21
von
ragnaroekr

Den aufrichtigen Befürwortern des Klimawandels galt schon immer mein ungeschmälertes Interesse. Schon die Frage, was denn die klimatisch richtige Temperatur sei, wird dadurch beantwortet, dass dies eben die gegenwärtige nicht ist. Dies führt zur Frage, warum diese Natur denn den Menschen mit Wärme bestrafen will, mit Kälte ginge es doch einfacher. Liegt dann überhaupt in der politischen Vorstellung von Natur, richtige Natur (siehe K 2). Möglicher weise ist es der Natur gleichgültig, was bei Klimagipfeln beschlossen wird. Mir nicht, da ich das bezahlen muss. Und das ist absolut natürlich.

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  • Kommentar: 4
  • 21.11.2009 17:47
von
Burkhard Gschwend

Die Klimaerwärmung ist durch nichts aufzuhalten, wenn auch ein paar überhebliche Politiker und Wissenschaftler den Menschen etwas vor machen. Der Mensch vernichtet sich selbst durch seine eigene Existenz. Im Jahre 1900 gab es 1,5 Milliarden und Jahr 2000 6,7 Milliarden Menschen auf der Erde. Deren Körperoberfläche ist so groß wie Afrika, Asien und Europa zusammen und heizt mit 37 Grad Celsius. Hinzu kommen einige Milliaden Tiere für die menschliche Ernährung. Halten Politiker und Wissenschaftler die Menschen wirklich für so dumm, dass sie uns vormachen, sie könnten die Klimaer- wärmung verzögern oder verhindern. MfG. Burkhard Gschwend

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  • Kommentar: 3
  • 21.11.2009 00:37
von
Matthias Engel

Die Vorstellung einen Klimawandel aufhalten zu können und vom Menschen zu schaffen ist Illusion Spinnerei und zudem dummes Geschwätz sich was vor-zumachen! Fakt ist, der Mensch trägt nicht dazu bei der Klimawandel kam schon vor 10 Millionen Jahre! Die Abzockerei und hohe Spinnerei der Behauptungen mit den Umweltzonen ist nur Geldschaufelereien an Leute die Säcke Trocken zu legen, das ist Klimawandel der Idioten die meinen Sie könnten in die Natur greifen wie die EU Brüssel! Und alle ziehen mit wegen der erpresserischen Maßnahmen der EU Quatschtanten!! Legosteinen? ist Unsinn.

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  • Kommentar: 2
  • 20.11.2009 16:07
von
tomahawk

Die größte Umweltverschutzung Krieg, findet täglich stett. Ballert lod Jungd, die Luft ist rein. Atommunition liegt en Masse auf ehem Schlachtfeldern rum. Der Dreck von Raketen, Kamfjets und Panzern ohne Cat oder Filter. Na ja, was solls...

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  • Kommentar: 1
  • 20.11.2009 14:54
von
ragnaroekr

R würdigt die fulminante Idee, die Klimakatastrophe mittels Legosteinen zu bekämpfen, mit Komplimenten der verschärften Form. Waren es nicht schon die Umweltszonen (das sind Häuserschluchten und Betonpisten nahe von Industriearealen), die von Feinstaub durch Plaketten befreit wurden. Oder der Handel mit Verschmutzungszertifikaten, einem dem Mittelalter nach empfundenen Ablasssystem, die dem Kohlendioxid Fesseln anlegten. Ganz in diesem Sinne ist der kraftvolle Einsatz mit Legosteinen der Hinweis auf den Überlebenswillen heutiger Studenten. Danke Lego, vielen Dank!

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