Afghanistan-Einsatz Guttenberg peilt Rückzug ab 2010 an

Wie lange wird der Einsatz in Afghanistan noch dauern? Erst einmal muss Sicherheit geschaffen werden, betonen die Verantwortlichen. Trotzdem: Eine Verringerung der Trupppen könnte schon bald kommen, meint Verteidigungsminister Guttenberg.

Können die Afghanen bald die Verantwortung übernehmen? (Foto)
Können die Afghanen bald die Verantwortung übernehmen? Bundeswehr-Soldat im afghanischen Kunduz. Bild: dpa

Deutschland hat das Ziel, schon im kommenden Jahr die ersten Soldaten aus dem Norden Afghanistans abzuziehen. Das sagte Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg am Rande eines Treffens der EU-Verteidigungs- und Außenminister in Brüssel.

Ob das Ziel erreicht werde, hänge aber davon ab, ob die dafür nötigen Voraussetzungen erfüllt werden könnten. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte, er finde es realistisch, mit der Übergabe von Verantwortung an die Afghanen im kommenden Jahr zu beginnen. Ob dies im Norden, in dem deutsche Soldaten stationiert seien, möglich sein werde, sei im Moment noch nicht zu entscheiden.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte: «Wir haben den Ehrgeiz und das Ziel, dass in dieser Legislaturperiode auch wir mit der selbsttragenden Sicherheit so weit vorankommen, dass eine Abzugsperspektive sichtbar wird.»

«Ich finde es realistisch, den Prozess der Übergabe von Sicherheitsverantwortung an die Afghanen in einigen Gegenden und Distrikten, wo die Umstände das erlauben, bereits im kommenden Jahr zu beginnen», sagte Rasmussen. Auf die Frage, ob dies für den Norden gelte, wo die meisten der maximal 4500 deutschen Soldaten stationiert sind, sagte er: «Es ist ein bisschen zu früh, über bestimmte Distrikte und Gegenden zu sprechen.» Erst sei eine gründliche Analyse, nötig, um festzustellen, ob die Umstände wirklich eine Übertragung der Sicherheitsverantwortung auf die Afghanen erlaubten. «Aber auf der Grundlage einer vorläufigen Analyse finde ich es realistisch, den Prozess im kommenden Jahr zu beginnen.»

che/news.de/dpa

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