Was gibt es da zu feiern?
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Von news.de-Redakteur Herbert Mackert
Artikel vom 09.11.2009
Am 9. November 1989 passiert das Wunder: Die DDR öffnet ihre Grenzen. Die Menschen tanzen auf der Mauer. Doch 20 Jahre danach ist vielen Deutschen zum Jubeln nicht zu Mute.
Während das offizielle Deutschland mit Staats- und Regierungschefs aus aller Herren Länder das Jubiläum feiert, fragen Meinungsforscher, was das Volk zu seiner Wiedervereinigung sagt.
Demoskopie ist zwar immer nur eine Momentaufnahme, doch im Jahre 20 nach Mauerfall und Wende sind die Ergebnisse des ARD Deutschlandtrends zur Einheit in den Köpfen ernüchternd.
64 Prozent der Ostdeutschen geben in der Umfrage an, unser Land sei ungerechter geworden. 40 Prozent halten die untergegangene DDR nicht für einen Unrechtsstaat. Und 31 Prozent behaupten, für sie überwögen die Nachteile der deutschen Einheit.
Also war die Revolution von damals zumindest kein voller Erfolg. Zu viele Bürger können sich nicht freuen, bedauern ihren Zorn auf die damaligen SED-Bonzen. Sichere Arbeitsplätze halten sie für wichtiger als Meinungs- oder Reisefreiheit.
Die Arbeitslosigkeit zwischen Elbe und Oder ist noch immer doppelt so hoch wie im Westen. Noch immer wandern zu viele junge und qualifizierte Menschen ab. In zehn Jahren könnten sich Teile Vorpommerns und Ostsachsen in Naturreservate verwandelt haben.
Doch trotz all dieser Probleme besteht für Ostalgie kein Anlass. Die garantierten Arbeitsplätze im DDR-Sozialismus waren genau betrachtet nur eine Chimäre. Weil Material und Waren fehlten, wurde meistens nur so getan, als arbeite man. Die Läden waren leer.
Heute ist auch Stolz angebracht. Mit viel Mut wagten die ehemaligen DDR-Bürger einen Neuanfang ihres Lebens. In einer gemeinsamen Kraftanstrengung und mit mehr als einer Billion Euro aus dem Solidarpakt wurden aus einer ruinierten Volkswirtschaft eine moderne Infrastruktur und eine wettbewerbsfähige Industrie geschaffen, die bereits ein Drittel ihrer Produkte wieder exportiert.
Dennoch steht die Mauer in vielen Köpfen noch immer. Die Menschen damals in der DDR wollten nicht nur Bananen, Ritter Sport und nach Malle in den Urlaub. Sie wollten auch Wahrheit, Freiheit, Aufbruch zum Besseren. Das Wunder der Wende ist kein historisches Faktum, es ist ein Prozess.
kas/news.de
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warum sollen die deutschen denn kein Purim-Fest haben? Der Tag des Mauerfalls ist aufgrund seiner medienwirksam- keit dazu gut geeignet!
jetzt antwortenKommentar meldenDas Arbeiter- und Bauernparadies hat sich am 9. November verabschiedet - aber auch das vermeintliche Westparadies. Das gab es ohnehin nur als Vorstellung, als Echo sozusagen auf das Westfernsehen. Nach Jahrzehnten von brauner und roter Diktatur sind die Deutschen nun endlich im Hier und Jetzt angekommen. Welch' ein Glück! Zu verändern gibt es vieles - nichts ist bekanntlich so gut, als dass man es nicht besser machen könnte. Na denn - auf die nächsten 20 Jahre!
jetzt antwortenKommentar meldenes können alle nur froh sein, dass alles so friedlich ausgegangen ist, denn es gab auch k l e i n e störenfriede z.b. in leipzig, berlin, dresden usw., die aber durch die massenvernunft nicht mehr zum zuge kamen. es gab zu viele opfer, die nicht vergessen werden dürfen. nur durch neugestaltung im vereinten europa kann es weiter gehen.
jetzt antwortenKommentar meldenWas es da zu feiern gibt?Ganz viel,jenseits vom Konsumrausch.Die Wiederherstellung der Einheit unseres Landes erfüllt mich mit Freude und Stolz,sie hat mit Menschenwürde zu tun,die auch unser Volk für sich in Anspruch nehmen darf.Wer sich selbst nicht achtet,wird-zu Recht-auch von anderen nicht geachtet und nicht gemocht.Was halten Sie von jemandem,der Ihnen bei erstbester Gelegenheit erklärt,er könne sich selbst nicht leiden?.Mit "Kernneurotikern"möchte doch am liebsten niemand zu tun haben-ein ganzes Volk davon ist unerträglich.
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