Karzai beschuldigt Ausland
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Der afghanische Präsident Hamid Karzai hat nach internationaler Kritik die Weltgemeinschaft mitverantwortlich für die Korruption in seinem Land gemacht. Die Projekte der Geberländer seien schlecht strukturiert und ihre Umsetzung von Bestechung begleitet.
Das sagte Karzai am Sonntag in einem Interview des US-Senders PBS. Zuletzt hatte ihn auch der UN-Sicherheit zu einem entschlossenen Vorgehen gegen Korruption und Drogenhandel aufgerufen. «Wir werden ihn (Karzai) weiterhin drängen, seine Versprechen einzuhalten», sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.
Karzai erklärte in dem PBS-Interview, er hoffe, dass die Probleme in Afghanistan gemeinsam angegangen werden könnten. Wer mit Korruption zu tun habe, werde in seiner Regierung keinen Platz finden, betonte der Präsident. Dennoch reagierte die Regierung in Kabul verärgert auf internationale Kritik.
Das Außenministerium warf Afghanistan-Chef Kai Eide am Samstag vor, er habe seine Autorität überschritten und gegen internationale Normen verstoßen, indem er die Korruption gebrandmarkt habe. In den vergangenen Tagen hätten sich «politische und diplomatische Zirkel und Propagandaagenturen aus bestimmten Ländern in die inneren Angelegenheiten Afghanistans eingemischt und damit die nationale Souveränität verletzt.» Die Erklärung ist ein weiterer Beleg für die wachsende Entfremdung zwischen Kabul und der internationalen Gemeinschaft.
Ban sagte am Freitag, es sei «offensichtlich, dass die politische Lage heikel bleibt». Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte der Süddeutschen Zeitung, man dürfe die fraglos vorhandenen Probleme in Afghanistan nicht verschweigen. Das Land befinde sich in einer Phase des Übergangs, und für diesen Übergang müssten klare Ziele und Bewertungsmaßstäbe gesetzt werden.
US-General will Verantwortung an Afghanen übertragen
Der Sicherheitsberater des Weißen Hauses, General James Jones, schränkte unterdessen die Forderung nach weiteren Soldaten für Afghanistan in einem Interview des Nachrichtenmagazins Der Spiegel ein. «Ich bin überzeugt, dass wir die Probleme vor Ort nicht allein durch den Einsatz von Militär lösen», wurde Jones zitiert. Eine Obergrenze gebe es ohnehin nicht: «Wir könnten 200.000 Soldaten dort im Einsatz haben und das Land wird sie aufsaugen, wie es das in der Vergangenheit schon getan hat.» Vielmehr müsse die Verantwortung für die Sicherheitslage baldmöglichst den Afghanen übertragen werden.
Verletzte bei Überfall auf Treibstofflaster
Bei einem Nato-Angriff in der westafghanischen Provinz Badghis kamen nach Regierungsangaben am Freitag sieben einheimische Soldaten und Polizisten ums Leben, als ein gemeinsamer Stützpunkt der Koalitionstruppen und afghanischer Sicherheitskräfte getroffen wurde. Im Süden des Landes wurde am Samstag ein britischer Soldat getötet, wie das Verteidigungsministerium in London mitteilte. Damit haben am Hindukusch bereits 231 britische Soldaten ihr Leben verloren.
In der Nähe von Dschalalabad im Osten des Landes wurden bei einem Überfall auf zwei Treibstofflaster am Sonntag mindestens zwei Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma verletzt. Aufständische hätten die Lkw mit Nachschub für die Nato-Truppen angegriffen, teilte die Polizei mit.
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Leserkommentare (1)
Tja, der Lohnampfänger von der Aramco, könnte Recht haben
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