Gesundheitskarte soll doch kommen
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Nach einer Vollbremsung der Kassen bei der elektronischen Gesundheitskarte will Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) die weitere Verteilung sicherstellen. Zuvor hatten mehrere Kassen die Verteilung in der Pilotregion Nordrhein gestoppt.
Bis Ende 2009 sollten dort rund 100.000 Karten an die Versicherten ausgegeben werden. Zur Begründung fügten sie an, dass das Projekt angesichts der von FDP und Union im Koalitionsvertrag vereinbarten Überprüfung zu unsicher geworden sei. Rösler schrieb jetzt in einem Brief an seinen nordrhein-westfälischen Amtskollegen Karl-Josef Laumann (CDU), dass einer Ausgabe der Karten wie geplant in einer ersten Version nichts mehr im Weg stehe.
In seinem Schreiben äußert Rösler Verständnis dafür, dass Laumann jede Verunsicherung im Pilotbezirk vermeiden wolle. «Deshalb waren wir uns von Anfang an auch darin einig, dass die Funktionen der bisherigen Krankenversichertenkarte von uns in keinerlei Hinsicht kritisch gesehen werden müssen.» Er hoffe, mit diesen Klarstellungen dazu beigetragen zu haben, dass die notwendigen Maßnahmen ohne weitere Verunsicherung fortgesetzt werden könnten.
Das bedeutet, dass die Karte wie geplant zunächst am Nordrhein und dann bundesweit verteilt werden kann. Weitere Funktionen werden mit den neuen Karten zunächst nämlich nicht eingeführt. Erst später sollen Patientendaten online verschickt werden können - anfangs sind auf den Karten außer einem Foto nur die Stammdaten der Versicherten wie auf den alten Versichertenkarten auch gespeichert.
Das Schreiben zeigt, dass die Koalition wohl nicht das gesamte IT-Groß-Projekt sechs Jahre nach den ersten Beschlüssen stoppen will. Überprüft werden soll demnach insbesondere die Betreibergesellschaft gematik und die zähe Entwicklung des Projekts durch die Selbstverwaltung des Gesundheitswesens.
Die Krankenkassen reagierten zurückhaltend. «Wir betrachten die Ankündigung der Regierung zur Bestandsaufnahme als Chance dafür, dem Projekt im Sinne einer guten und günstigen Versorgung neuen Schwung zu verleihen», sagte die Chefin des Kassen-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, der dpa. «Es muss jetzt darum gehen, Kosten und Nutzen in ein angemessenes Verhältnis zu bringen.»
Die Techniker Krankenkasse (TK) betonte, sie wolle die Karte - aber nicht um jeden Preis. «Es ist ein gutes Signal, wenn jetzt von der Regierung grünes Licht kommt», sagte TK-Sprecher Hermann Bärenfänger der dpa. Damit sich die Millioneninvestitionen lohnten, müsse aber klar sein, dass mittels der Karten Daten dann auch online verschickt werden könnten.
jan/reu/news.de/dpa
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren
Die elektronische Gesundheitskarte ist der AOK weiterhin ein Rätsel. Noch seien zu viele Fragen offen, mehr ...
Die elektronische Gesundheitskarte wird bis Ende 2010 schrittweise eingeführt. Viele Menschen fragen sich: Was ändert mehr ...
Lange angekündigt, ist die elektronische Gesundheitskarte nun eingeführt - zunächst in der Region Nordrhein, dann mehr ...
Erst sollte sie 2006 kommen, dann wurde sie auf 2007 verschoben. Nun startet die elektronische mehr ...
Patientengeschichte, Röntgenbilder, persönliche Daten: Ob diese Dinge auf eine elektronische Gesundheitskarte dürfen, ist ein mehr ...
Groß geplant, fängt sie erst einmal klein an: Die elektronische Gesundheitskarte soll mit besserer medizinischer mehr ...
Die elektronischen Gesundheitskarte bringt den gläsernen Patienten! Diese, eigentlich eine elektronische Krankheitskarte ist unsicher, weil die Daten NiCHT auf der Karte gespeichert werden, sondern ZENTRAL auf nur wenigen Servern Bundesweit! Ein "unbeabsichtigter" Datenverlust, Missbrauch, Einsicht durch nicht Befugte ist also vorprogrammiert und kann gar nicht unterbunden werden..!
jetzt antwortenKommentar meldenWir haben z.B. bei Bahn und Telekom genug Datenschutzskandale erlebt, die genau die Schicherheitslage aufzeigen.. Warten wir also lieber nicht auf den Verlust der ersten intimsten Krankheits-Datensätze der Bundebürger.. Die Privaten Krankenversicherer lecken sich schon die Finger danach und wenn sie die Daten einmal haben, möchte ich sehen, welcher AIDS-Infizierter noch versichert wird..! ..Oder die Prämien auf leicht auf 1000,- Euro im Monat steigen!
jetzt antwortenKommentar melden