Merkel im Weißen Haus Das große Danken und Würdigen

Bundeskanzlerin Merkel und US-Präsident Obama demonstrieren große Verbundenheit.  (Foto)
Bundeskanzlerin Merkel und US-Präsident Obama demonstrieren große Verbundenheit. Bild: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bei den USA für deren Rolle bei der deutschen Wiedervereinigung bedankt. «Das werden wir dem amerikanischen Volk nie vergessen», sagte die Kanzlerin. Obama wiederum pries Merkel in den höchsten Tönen.

Die Rede vor beiden Kammern des US-Kongresses bezeichnete Merkel als «große Ehre». Obama würdigte den Einsatz und die Opfer Deutschlands für den Frieden und die Stabilität in Afghanistan. Deutschland sei ein «außerordentlich starker Verbündeter bei vielen internationalen Fragen» und ein «außerordentlich starker Stützpfeiler der transatlantischen Beziehungen», sagte der US-Präsident. Deutschland habe viel dazu beigetragen, dass die Afghanen selbst mehr Verantwortung für ihre Sicherheit übernehmen könnten.

Die Kanzlerin habe sich als eine «außergewöhnliche Führungspersönlichkeit» vor allem im Kampf für mehr Klimaschutz erwiesen. «Überall in der Welt beginnt man anzuerkennen, wie wichtig es ist, angesichts der möglichen Katastrophe zusammenzuarbeiten, die droht, wenn die globale Klimaerwärmung nicht bekämpft wird», sagte Obama.

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Die Rede Merkels vor dem US-Kongress sei sicher auch für die Kanzlerin ein «besonderer Moment», meinte der US-Präsident. Sie sei in der DDR im Schatten der Diktatur aufgewachsen und habe dann die Freiheit kennenlernen können. Heute führe sie ein Deutschland, das ein zentrales Element eines freien Europas sei. Obama gratulierte Merkel auch zu ihrem Wahlsieg.

Erinnerungen an Jeans und Luftbrücke

Merkel erinnerte in ihrer Rede an Konrad Adenauer, der vor mehr als 50 Jahren im US-Kongress gesprochen hatte. «In wenigen Tagen schreiben wir den 9. November», an dem die Berliner Mauer fiel, erklärte die Kanzlerin unter dem lauten Beifall der Abgeordneten. Es sei aber auch der Jahrestag der Pogromnacht, sagte Merkel, die nach den kurzen englischen Dankesworten am Anfang ins Deutsche wechselte.

Die deutsche Kanzlerin erinnerte auch an ihre Jugend in der DDR hinter Mauern. Sie habe sich nie vorstellen können, in die USA zu reisen oder gar vor dem amerikanischen Kongress zu stehen. Sie habe sich damals für Jeans «einer bestimmten Marke» und für die Weite der amerikanischen Landschaft begeistert.

Zudem weckte Merkel Erinnerungen an die Berliner Luftbrücke und dankte den Amerikanern für diesen Einsatz, dem Deutschland immer ein ehrendes Andenken bewahren werde. Sie sprach von den Präsidenten John F. Kennedy und Ronald Reagan, die sich für Deutschland einsetzten. Sie dankte auch US-Präsident George Bush senior, der Deutschland Partnerschaft und Führung anbot.

Bewährungsprobe Klimawandel

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An die Adresse des Iran gewandt warnte Merkel die Regierung in Teheran. Eine Bedrohung Israels durchden  Iran müsse verhindert werden. «Atombomben in den Händen des iranischen Präsidenten, der den Holocaust leugnet und Israel bedroht, darf es nicht geben.» Die Sicherheit Israels sei nicht verhandelbar. «Wer Israel bedroht, bedroht auch uns.»

Merkel sprach beim Klimawandel von einer weiteren Bewährungsprobe des 21. Jahrhunderts. Worin die Gefahr bestehe, sei schon jetzt zu sehen, am Anstieg der Meere, am Schmelzen der Gletscher. «Wir haben keine Zeit zu verlieren, wir brauchen eine Einigung bei der Klimakonferenz in Kopenhagen.»

Die Welt brauche die Bereitschaft aller Staaten, sich auf ein Ziel zu verständigen, sagte die Kanzlerin. Dabei dürften die Erkenntnisse der Wissenschaft nicht ignoriert werden. Zu Afghanistan erklärte sie, der Einsatz der Staatengemeinschaft sei hart. Erfolgreich werde die Gemeinschaft dabei aber sein, wenn sie jeden weiteren Schritt gemeinsam gehe. Deutschland stelle sich dieser Verantwortung.

san/ruk/tno/news.de/dpa

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