«Die NPD verliert ihren wichtigsten Geldgeber»
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Von news.de-Redakteur Torben Waleczek
Artikel vom 30.10.2009
Nach dem Tod ihres Vize-Chefs Jürgen Rieger dürfte es in der NPD nun turbulent zugehen, meint Patrick Gensing. Im news.de-Interview spricht der Experte für Rechtsextremismus über finanzielle Folgen und künftige Flügelkämpfe.
Was bedeutet der Tod von Jürgen Rieger für die NPD?
Gensing: Das hat extrem großen Einfluss. Jürgen Rieger war einer der absolut entscheidenden Strippenzieher im gesamten rechtsextremen Netzwerk. Er konnte die verschiedenen Fraktionen miteinander verbinden und genoss Ansehen in den unterschiedlichen Spektren. Seit mehreren Jahren war Rieger zudem der wichtigste Geldgeber der Partei.
Die NPD hat schon länger erhebliche Finanzprobleme. Geht die Partei jetzt pleite?
Gensing: Die Spekulation, dass die Partei bald bankrott ist und sich von alleine erledigt, halte ich für absolut verfrüht.Die NPD hat ihre Ausgaben zuletzt extrem heruntergefahren. Zudem muss man unterscheiden zwischen der Bundespartei und den Fraktionen. Die Fraktionen in den Landtagen sind finanziell hervorragend ausgestattet, auch wenn sie dieses Geld nicht zweckentfremden und in die Bundespartei stecken dürfen. Aber natürlich wird Riegers Tod die Arbeit weiter erschweren.
Was passiert denn nun mit Riegers Nachlass?
Gensing: So weit mir bekannt ist, wurden am Haus von Rieger in Hamburg Blankenese in den letzten Tagen bereits die Autos von anderen einflussreichen NPD-Leuten gesehen. Die schauen nun natürlich, wo das Testament ist und was da drin steht. Rieger war ein extrem wohlhabender Mann mit Immobilien in Deutschland wie auch im Ausland, als Rechtsanwalt war er gut im Geschäft. Falls er dieses Vermögen nun seiner Familie vererbt und nicht der Partei, wäre das ein harter Rückschlag für die rechtsextreme Szene.
Welche politischen Auswirkungen hat Riegers Tod?
Gensing: Zunächst dürfte dadurch die Stellung von NPD-Parteichef Udo Voigt geschwächt werden. Rieger war einer von Voigts wenigen innerparteilichen Verbündeten. Zuletzt hatten Holger Apfel und Udo Pastörs aus den Landtagsfraktionen der NPD heraus eine Art Palastrevolution gegen Voigt angezettelt. Die ist zwar vorerst gescheitert, doch nun könnten diese Leute an Einfluss gewinnen.
In welche Richtung bewegt sich dadurch die NPD?
Gensing: Politiker wie Holger Apfel versuchen, moderat und bürgerlich daher zu kommen. Sie setzen nicht offen auf die alte NS-Rhetorik, wie Rieger es tat. Stattdessen geben sie sich als der freundliche NPD-Kandidat von nebenan. Dem offenen NS-Flügel um Rieger war die Außenwirkung eigentlich immer egal. Für beide Parteiflügel bleibt die NS-Zeit jedoch ein ideologischer Kristallisationspunkt – es geht nur darum, wie weit man das nach außen trägt, das ist der entscheidende Unterschied. Inhaltlich gibt es keine großen Differenzen.
War Rieger eine Integrationsfigur für die NPD und die rechte Szene?
Gensing: Einerseits hat Rieger mit seinen extrem altmodischen NS-orientierten und rassistischen Einstellungen stark polarisiert. Das widerspricht dem modernen Auftreten jüngerer NPD-Leute. Zugleich hatte Rieger aber beste Kontakte in die militante Neonaziszene. Vor allem mit Blick auf die Einbindung dieser Leute war Rieger eine wichtige Integrationsfigur.
Verliert die NPD jetzt den Kontakt zu diesen Militanten?
Gensing: Bislang funktioniert die Zusammenarbeit recht gut, die meisten militanten Nazis sehen die NPD als ihre Partei. Aber wenn es weniger Vertreter dieser Richtung in der NPD-Spitze gibt, wird die Zusammenarbeit natürlich schwieriger - etwa dann, wenn die Fußtruppen Wahlkampf machen sollen: Plakate kleben oder Veranstaltungen schützen.
Patrick Gensing ist Experte für Rechtsextremismus und betreibt einen Blog über die NPD. In seinem neuen Buch «Angriff von rechts» beschreibt er die Strategien der Neonazis.
jan/news.de
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Souverän ist die Schelte auf einen Toten nicht.Im Gegenteil, es sind Denkverkrampfungen. Der Hinweis auf die Nähe eines Verstandes nahe beim Abgrund erscheint schon deshalb notwendig, weil die Gedanken und die Meinung frei bleiben müssen. Gefährlich ist daher der Hass gegen des Anderen Gedankens, der seine Übersteigerung darin findet, den anderen Mitmenschen tot sehen zu wollen. Dies sind zwei Wertungebenen: der Geist des anderen wird widerlegt, in dem man ihn real tötet oder ihm den Tod wünscht. Es gilt: Es gibt keinen geistigen Gegenstand, der ohne sein Gegenteil gedacht werden kann.
jetzt antwortenKommentar meldenEs wäre richtig diesen Kommentar zu löschen. (Netiquettelink) Man soll einen Toten nicht verunglimpfen. Ich selbst bin kein NPD-ler
jetzt antwortenKommentar meldenDer Kommentar von "Mitbürger" wurde wegen Verstoßes gegen unsere Netiquette gelöscht.
jetzt antwortenKommentar meldenNachsatz: Siehe heute auch bericht in der BILD über Erichs Ww. Toller Bericht und die LINKE wirds freuen.
jetzt antwortenKommentar meldenwat nen glück das dieser mise banause abgetreten ist. ich wünsche keinem etwas schlechtes, aber der kam gleich nach honecker und seinen kumpanen.
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