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Merkels neue Truppe in Bildern (Bild 1/16)
Angela Merkel, CDU (Foto)
Foto: ap
23.10.2009

Sie ist seit 2000 CDU-Vorsitzende und seit 2005 Bundeskanzlerin. Nach der Wende wurde Merkel unter Ex-Kanzler Helmut Kohl Frauen- und Jugendministerin, später Umweltministerin. Danach war sie CDU-Generalsekretärin.

Philipp Rösler

Guidos Nebenbuhler strebt nach Macht

Von news.de-Redakteur Jens Kiffmeier, Berlin

Die neuen Minister, Teil 5 der news.de-Serie: Für Philipp Rösler könnte der Stuhl des Gesundheitsministers zum Schleudersitz werden – oder aber zum Sprungbrett: Denn viele sehen in dem 36-Jährigen bereits den Nachfolger von FDP-Chef Westerwelle.

Lester Maul (Was ist das?)

Ein weiterer junger Kopf der FDP. . .Toll! Da sollte es ruhig mehr von geben. Denn im neuen Kabinett sitzen ja fast nur liberale Minister, die schon mal verkohlt worden.

Tief hängen die grauen Wolken über dem Berliner Hauptbahnhof, doch im Leben von Philipp Rösler scheint an diesem Tag die Sonne. In einer Dreiviertelstunde beginnt im Bundestag die Sitzung, in der das neue Bundeskabinett den Eid schwören soll. Rösler ist spät dran, im Stechschritt marschiert er auf dem Vorplatz an den wartenden Taxis vorbei. Sein Mitarbeiter hastet im Nieselregen hinter ihm her. Als es zu Fuß querfeldein hinüber zum Reichstagsgebäude geht, kramt Rösler aus seiner Manteltasche sein Handy. Es klingelt. Der designierte Gesundheitsminister hebt ab und meldet sich: «Hi.»

Philipp Rösler (FDP) – mit seinen 36 Jahren ist er nicht länger stellvertretender Ministerpräsident in Niedersachsen, sondern nun das jüngste Mitglied im Kabinett Merkel. Der Wechsel in den Rang eines Bundesministers ist für ihn eine Beförderung, die zweifelsohne aber eine faustdicke Überraschung war. In Interviews kokettiert der Vater zweier Töchter selber damit, dass er eigentlich einen Tag vor Abschluss der Koalitionsverhandlung noch eine ganz andere Lebensplanung gehabt habe. Doch sensationell an der Personalentscheidung war eigentlich nur der Zeitpunkt. Dass er früher oder später die bundespolitische Bühne entern würde, war seit langem klar. Für viele Beobachter. Aber vermutlich auch für ihn selber.

Nicht erst seit dieser Woche verkörpert er in der FDP eine neue Generation. Es sind Leute wie der nordrhein-westfälische FDP-Generalsekretär Christian Lindner (30), der gesundheitspolitische Fraktionssprecher Daniel Bahr (32), aber auch der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen (Julis), Johannes Vogel (27), die ehrgeizig, machtbewusst und mit eigenen Zielen in der Westerwelle-Partei nach oben streben. An der Spitze dieser Bewegung steht Philipp Rösler. 17 Jahre hat er gebraucht, um sich als Julis-Kreisvorsitzender bis ins Amt des Bundesgesundheitsministers vorzuarbeiten – was gemessen am 64-jährigen Rainer Brüderle ein kometenhafter Aufstieg ist.

Liberale Sehnsucht nach mehr Emotionen

Innerhalb der FDP genießt Rösler schon seit langem großen Respekt – und das, obwohl er auch offen für ein neues liberales Profil der FDP eintritt. Zusammen mit Lindner hat er ein Buch veröffentlicht. Es trägt den Titel: «Freiheit: gefühlt – gedacht – gelebt». Darin versuchen die Autoren nach eigener Aussage, den althergebrachten, wirtschaftsliberalen Kurs mit sozialen Werten neu zu verknüpfen. «Liberale Familienpolitik sollte sich nicht länger nur um die Frage drehen, ob man zehn Euro mehr zahlt oder nicht», sagte Rösler noch im Mai im news.de-Gespräch und stieß damit in der Partei nicht nur auf taube Ohren. Nicht nur die Julis schlagen seit dem ähnliche Töne an, auch alte Hasen wie der ehemalige Bundesvorsitzende Wolfgang Gerhard begrüßen eine Diskussion dazu. Zu news.de sagte Gerhard: ««Ich verspüre durchaus eine gewisse Sehnsucht in Teilen der Partei, dass wir neben dem wirtschaftspolitischen Profil künftig auch das soziale Bild mehr schärfen sollten.»

Ob sich Rösler als junger Bundesminister in einer schwarz-gelben Regierung nun bereits auch an die inhaltliche Umsetzung seiner Thesen machen kann, ist fraglich. Aber Durchsetzungskraft hat er sich früh angeeignet. Schon in der Schule engagierte sich Rösler, der als neun Monate altes Waisenkind in Vietnam von einem deutschen Ehepaar adoptiert wurde, zum ersten Mal politisch. Als 1992 ein Lehrer für die Republikaner ins Stadtparlament in Hannover gewählt wurde, erzwang er dessen Rücktritt als Vertrauenslehrer. Im selben Jahr trat Rösler in die FDP ein. Seinen Durchbruch schaffte er acht Jahre später mit Hilfe des liberalen Landeschefs Walter Hirche, der für den Hannoveraner Kommunalpolitiker erst das Ehrenamt des Generalsekretärs schuf (2000), ihn dann zum Fraktionschef machte (2003) und schließlich der Reihe nach seine eigenen Ämter auf ihn übertrug: erst den Landesvorsitz (2005), dann den Posten als Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsidenten (2009).

Talent und Gunst befördern die Blitzkarriere

Es war aber nicht nur die landesväterliche Gunst, sondern auch sein politisches Talent, das ihn nach oben geführt hat: Reden liest er nicht ab. Er spricht frei, was ihn schon von den meisten seiner Zunft unterscheidet. Seine Sätze sind klar und kurz, manchmal mit Witz und Ironie versehen. Wer ihn trifft, erlebt einen Menschen, der seinem Gegenüber zumeist fröhlich entgegentritt und ihm aufmerksam zuhört, zugleich aber auch seine Position standhaft vertritt. Als sehr durchsetzungsstark beschrieben ihn beispielsweise niedersächsische CDU-Mitglieder, die 2007 mit Rösler als FDP-Spitzenkandidaten nach der gewonnenen Landtagswahl eine neue Koalition aushandeln mussten.

Der stets grantige Ehrenvorsitzende Otto Graf von Lambsdorff adelte Rösler jedenfalls schon als «Hoffnungsträger» der Partei. Auch deshalb wird nun öffentlich geraunt, FDP-Chef Guido Westerwelle sehe in Rösler mittlerweile eher einen gefährlichen Nebenbuhler und habe ihm das Gesundheitsressort nur deswegen angetragen, um ihn stärker an sich zu binden. Böse Zungen behaupten sogar, er wolle dem Jungspund damit einen Dämpfer verpassen.

Chance für Guidos Nebenbuhler

Tatsächlich ist das Gesundheitsministerium kein einfaches Ressort und birgt für den auf Bundesebene unerfahrenen Rösler eine gewaltige Herausforderung. Den Krankenkassen droht ein Milliardendefizit. Und schon einige Gesundheitsminister haben sich in dem Gewirr von mächtigen Lobbyisten schwer verhoben.

Doch Rösler, der bis 2003 noch als promovierter Arzt bei der Bundeswehr praktizierte, ist nicht dumm. Er weiß, welche Risiken in dem frühen Karrieressprung stecken. Er weiß aber auch, dass darin eine Chance liegt. Er verlässt in Niedersachsen als Wirtschaftsminister ein Amt, das ohnehin nicht zu seinen Spezialgebieten gezählt wurde. Durch den Wechsel bekommt er dafür einen der höchsten Posten, den ein FDP-Politiker je erreichen kann. Sollte er als Bundesminister in einem Schlüsselressort dann doch eine gute Figur abgeben, dann dürfte seinem innerparteilichen Aufstieg wohl kaum noch etwas entgegenstehen.


Bereits erschienen:

Peter Ramsauer: Ramses, der Selbstsichere

Norbert Röttgen: Muttis Klügster

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: Die Unbeugsame

Rainer Brüderle: Der Geduldige

jek/news.de
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Philipp Rösler : Guidos Nebenbuhler strebt nach Macht » Politik » Nachrichten
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Leserkommentare (3)
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  • Kommentar: 3
  • 03.02.2010 11:51
von
Arsch

Die Schwesterwelle wird dem "Rösl"den Zahn schon ziehen,auch in denglisch,der Leib-und Magensprache von Schwesterwelle,Mr.GünhterH.Oettinger und dem Müllermeister und Autobahnbeauftragten der Bundesregierung von der csu,Peter Ramsauer. Do you know "sowstomach"?I am not so amused,mister cabbage!

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  • Kommentar: 2
  • 12.11.2009 20:13
von
Ole

Noch ne Buhlschaft,Guido für Jedermann?Die fdp läßt wohl nichts mehr aus!

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  • Kommentar: 1
  • 30.10.2009 16:11
von
Lustmolch

Nebenbuhler ! LOL wer hat sich denn den Titel ausgedacht?

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