«Wer für alle offen ist, ist nicht ganz dicht»
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Von news.de-Redakteur Jens Kiffmeier, Berlin
Artikel vom 23.10.2009
Trotz Rekordergebnis wurde das Wahlziel verfehlt: Statt dritte Kraft sind die Grünen im Bund das Schlusslicht. Die Jugend sehnt sich nach neuen Inhalten und frischem Personal. News.de sprach mit Gesine Agena über das Verfallsdatum von Trittin und Co.
Berlin-Kreuzberg, hier in der grünen Hochburg fühlt sie sich zuhause. Gesine Agena, die vor kurzem zur neuen Sprecherin der Grünen Jugend gewählt worden ist, stammt aus Ostfriesland. Aber seit einem Jahr wohnt sie im Wahlkreis von Hans-Christian Ströbele - dem einzigen grünen Direktkandidaten im Deutschen Bundestag. «Ja, der ist schon legendär», sagt die Jungpolitikerin. Neulich habe sie den 70-Jährigen auf der Straße gesehen. Er habe vor dem Fahrrad einer Frau gekniet und es repariert. Sie sagt es voller Respekt. Aber trotz des Einsatzes - die Jugend sehnt sich auch nach einer neuen Aufbruchstimmung in der Partei, wie sie im Gespräch verrät.
Die Junge Union provoziert die Alten mit der Ablehnung neuer Hüftgelenke, die Jusos nerven stoisch die Mutterpartei mit ihrer Forderung nach rot-roten Bündnissen. Von der Grünen Jugend hörte man bislang wenig. Warum?
Gesine Agena: Ich glaube, dieser Eindruck täuscht. Wir machen sehr viele Aktionen. Im nächsten Jahr wollen wir zum Beispiel eine Bildungsoffensive auf die Beine stellen. Auf einem Kongress wollen wir dazu Visionen entwickeln und grundsätzliche Fragen stellen. Zum Beispiel: Was hat Wachstum mit Ökologie zu tun? Insgesamt versuchen wir schon viel zu machen, um in die Presse zu kommen. Aber natürlich ist das als Jugendorganisation einer kleinen Partei, die fünfstärkste Kraft im Bundestag ist, viel schwieriger als für die Organisationen der SPD oder der CDU.
Und wie sieht es mit dem Einfluss nach innen aus? Nimmt Euch die Mutterpartei mit Euren Forderungen ernst?
Agena: Da finden wir Gehör. Wir sind ja im Bundesvorstand sowie im Parteirat vertreten und haben dort jeweils Rederecht. Außerdem reichen wir fleißig Anträge auf den Bundesdelegiertenversammlungen ein und suchen uns gezielt Verbündete in der Partei, die unsere Ziele teilen. Man muss sich zwar anstrengen, aber es klappt. Im aktuellen Wahlprogramm konnten wir einige unserer Punkte durchsetzen.
Fraktionschefin Renate Künast sieht das aber anders. Immerhin hat sie Euch kürzlich eine eindeutige Abfuhr erteilt und Eure Forderung nach inhaltlicher und personeller Erneuerung brüsk zurückgewiesen.
Agena: Ich denke, dass war ein Fehler. Es ist durchaus legitim, eine schonungslose Wahlanalyse zu machen und über offensichtliche Probleme zu reden.
Aber warum gerade jetzt? Mit dem aktuellen Programm hat die Partei das beste Bundestagswahl-Ergebnis aller Zeiten erzielt. Sollte man die Ziele jetzt nicht lieber umsetzen statt neue zu suchen?
Agena: Das mit dem Ergebnis stimmt. Aber: Angetreten ist unsere Partei mit dem Ziel, drittstärkste Kraft im Bundestag zu werden. Jetzt sind wir fünfstärkste. Das zeigt doch, dass nicht alles richtig gelaufen ist. Darüber muss man reden. Notfalls muss man Korrekturen vornehmen. Denn wenn wir so weiter machen wie bisher, dann bleiben wir auch in vier Jahren das Schlusslicht.
Was ist denn alles schiefgelaufen?
Agena: Wir sagen gar nicht, das alles schlecht war. Insgesamt war der Wahlkampf gut. Der «Green New Deal» etwa, also die Verbindung von Ökologie und Ökonomie, war sicherlich eine tolle Idee. Aber vielleicht ist es uns nicht gelungen, diese Idee den Menschen verständlich zu machen. Vielen war das vielleicht zu theoretisch. Analysen zeigen, dass man uns zwar in Sachen klassischer Umweltpolitik sehr viel Kompetenz zuspricht, aber in anderen Bereichen werden wir nicht so wahrgenommen. In punkto sozialer Kompetenz traut man uns nämlich weniger etwas zu. Das ist aber ein ganz wichtiger Bereich. Wenn wir in Zukunft im Wettbewerb mit der SPD und der Linkspartei bestehen wollen, dann müssen wir genau da dran arbeiten und ganz gewaltig unser soziales Profil schärfen.
Wie stellen Sie sich das konkret vor?
Agena: Na, wir fordern zum Beispiel die Einführung eines Grundeinkommens. Das könnte die Antwort auf die soziale Kälte in Deutschland sein. Wir müssen dringend die Frage diskutieren, wie alle Menschen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können. Bei der Beantwortung müssen wir die Meinungsführerschaft übernehmen.
Statt mit den anderen linken Parteien in einen sozialen Überbieterwettstreit einzutreten, könnten die Grünen aber auch einen Weg der Eigenständigkeit suchen. Könnte es sich am Ende nicht machtpolitisch auszahlen, wenn die grüne Politik zu allen Seiten hin offen ist?
Agena: Diese Vorstellung existiert, ja. Auch in der Partei. Aber wir sagen dazu: Wer nach allen Seiten hin offen ist, ist nicht ganz dicht. Eigenständigkeit kann auch schnell in Beliebigkeit umschlagen. Deshalb halten wir an unserer Forderung nach sozialer Profilierung fest, wodurch sich im übrigen auch die Koalitionsfrage klären lässt. Denn die Schärfung des sozialen Profils ist in einem Jamaika-Bündnis nur schwer möglich.
Warum wollen Sie die personelle Erneuerung? Das vorhandene Führungsduo könnte die Korrekturen doch auch vornehmen.
Agena: Wir fordern die Erneuerung nicht der Erneuerung wegen. Es geht darum, den Aufbruch mit neuen, jungen Leuten zu verkörpern und zu dokumentieren. In der Fraktion gibt es durchaus gute Politiker, die man neu in die Verantwortung bringen könnte. Es geht nicht darum, die Führung auszutauschen. Wir wollen vielmehr, dass unverbrauchte Mitglieder in den Gremien und den Arbeitsgemeinschaften eingesetzt werden, damit sie sich an spätere Führungsaufgaben gewöhnen können. Wir glauben, dass inhaltliche Erneuerung nur glaubhaft sein kann, wenn sie mit personeller Erneuerung einhergeht. Das wäre sicherlich ein Anfang und ein deutliches Signal.
Gesine Agena ist vor wenigen Wochen auf dem Bundeskongress der Grünen Jugend zur neuen Sprecherin gewählt worden. Sie teilt sich das Amt mit Max Löffler. Gesine Agena (Jahrgang 1987) wuchs auf einem Ökohof in Ostfriesland auf. Vor einem Jahr zog es sie allerdings nach Berlin. In Potsdam studiert sie zurzeit Politik- und Volkswirtschaftslehre.
bjm/news.de
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Wer braucht schon andersdenkende? Und leute von woanders brauchen wir auch nicht. Und wir gehn auch nicht woanders hin. Und das ganze tolerieren - buuuuh... ist doch viel zu anstrengend. Ja, lass das so wie es ist jetzt. Lass es gut sein. WENN DA NUR NICHT SO VIEL ... WÄR. Ach was, was interessieren mich die anderen.
jetzt antwortenKommentar meldenDie Grünen waren mal angetreten alles anders zu machen; Rotation abgeschafft, auch nicht mehr Basisdemokratisch; Trittin zwei Herzinfrakte, obwohl Joschke Fischer 5 Jahre älter ist; um Gottes Willen Claudia (lat."die Lahmende") Roth, die jeden Tag ein anderes Kleid anzieht und das Inhalt nennt! Die Entzauberung der Grünen wird folgen, spätetsens wenn die sog.innerp.Flügelkämpfe kommen.
jetzt antwortenKommentar meldenD. Grünen waren noch nie ganz dicht,was die uns schon vor 2o Jahren mit ihr Einwanderungs-Ausländerpolitik da eingebrockt haben,da haben n. Genarationen nach uns daran zu knappern.S.wollen ums verrecken nicht einsehen d. ihre Multi-Kulti Wahnvorstellung gescheitert ist.U. Sie geben sich als wären Sie d. größten im ganzen Land.Die sollen ihren Ökokram machen da sind Sie gut genug u. sollen die Finger v. d. Themen lassen von wo Sie keine Ahnung haben .Wenn ich schon d. rote-Grüne Roth sehe,da wird mir schlecht - z. kotzen.Die sollen sich ihre Auslän. auf den Buckel binden u.zusammen verschwinden
jetzt antwortenKommentar meldenGRÜNE sitzen auch bereits im Raumschiff und schweben schafelnd über die Basis hinweg. Sie bekommen es auch in ihren "besseren Vierteln" nicht mit was die Basis bewegt. Die Sendung "Hart aber fair" mit B. Höhne hat das auch gezeigt. Claudia Roth sollte auch lieber erst nachdenken bevor sie explodiert. Etc. pp.
jetzt antwortenKommentar meldenGRÜNE sind für alles zu haben siehe Lobbyist Fischer. Genau so schätze ich auch den Rest dieser Partei ein. Einfach widerwärtig.
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