Offensive in Pakistan Hunderttausende auf der Flucht

Kämpfe in Südwaziristan (Foto)
Pakistans Armee stößt in Südwaziristan auf heftigen Widerstand. Bild: ap

Nach der Vertreibung der Taliban aus dem Swat-Tal im Frühjahr geht Pakistans Armee jetzt auch gegen die Taliban-Hochburg Südwaziristan vor. Die Kämpfe sind unerwartet heftig - hunderttausende Zivilisten fliehen aus der Region.

Die pakistanischen Streitkräfte haben die Aufständischen in Südwaziristan an drei Fronten in die Zange zu nehmen versucht. Zugleich bombardierte die Luftwaffe am Montag mutmaßliche Stützpunkte der Talibankämpfer. Augenzeugen zufolge leisteten die islamischen Extremisten jedoch heftigeren Widerstand als erwartet.

Die am Samstag eingeleitete Offensive gilt als die umfangreichste seit 2004, als sich die Taliban im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan neu formierten. Seitdem wurden pakistanische Truppen drei Mal zurückgeschlagen. Am Montag tobten die Kämpfe im Bereich dreier Garnisonsstädte. Dabei wurden nach Militärangaben acht weitere Aufständische getötet. Am Samstag wurde der Tod von 60 Extremisten und sechs Soldaten vermeldet. Eine unabhängige Bestätigung war nicht zu erhalten.

Taliban-Sprecher Azam Tariq sagte, das Land werde «bis zum letzten Blutstropfen verteidigt». Dieser Krieg werde mit der Niederlage der pakistanischen Streitkräfte enden.

In Südwaziristan gibt es schätzungsweise 10.000 Kämpfer auf Seiten der Taliban, hinzu kommen rund 1500 Sympathisanten aus dem Ausland. Die Regierungstruppen sind mit etwa 30.000 Mann von drei Seiten in das Gebiet vorgestoßen. Bereits im April unternahmen sie eine ähnliche Offensive gegen Extremisten im Swat-Tal, das jetzt wieder weitgehend unter Kontrolle der Regierung ist.

Hunderttausende auf der Flucht

Infolge der Kämpfe wurden schon etwa 150.000 Menschen in die Flucht getrieben, weitere 200.000 dürften nach Behördenangaben in den nächsten Tagen folgen. Die Regierung hat die Großoffensive rechtzeitig angekündigt, dennoch saßen am Montag noch rund 350.000 Zivilpersonen zwischen den Fronten fest.

Die Offensive stand auch im Mittelpunkt von Gesprächen, die US-General David Petraeus und US-Senator John Kerry am Montag mit Regierungsmitgliedern und der Militärführung in Islamabad führten. Einzelheiten der Unterredungen wurden vorerst nicht bekannt. Kerry ist Initiator eines neuen Gesetzes, das Pakistan in den kommenden fünf Jahren eine Finanzhilfe der USA von jährlich 1,5 Milliarden Dollar gewährt. Im Gegenzug muss sich das Land verpflichten, gegen die Extremisten in Waziristan vorzugehen. Diese nutzen ihre dortigen Hochburgen auch zur Vorbereitung von Angriffen auf die ausländischen Truppen in Afghanistan.

che/reu/news.de/ap

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • tomahawk
  • Kommentar 3
  • 19.10.2009 17:18

Wieder einmal sind es die Ärmsten der Armen, welche vor den Machtgelüsten der Großen fliehen müssen. Nur, heute sind dieses keine Staaten mehr, sondern Firmen, welche glabalen Platz brauchen und alle Unterstützung der Steuerzahler , der mächtigen Staaten haben. Deutschlan wieder mal, mit vorne. Shame you.

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  • Kaktus
  • Kommentar 2
  • 19.10.2009 15:59

Warum wird Pakistan nicht von den UN unterstützt? Gemeinsam könnte man die Taliban, von mir aus, ausrotten. Steinzeitmenschen haben im Atomzeitalter nichts mehr zu suchen. Dann würde vielleicht in Afghanistan endlich Ruhe eintreten und die ausländischen Soldaten könnten nach Hause.Aber erst noch den Clan vom Wahlbetrüger Karsai in die Wüste jagen.

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  • Dennis Kolpatzki
  • Kommentar 1
  • 19.10.2009 08:05

Schreibfehler :P "Hefitge"

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