Do., 23.02.12

Muslimische Feiertage Schulfrei zum Zuckerfest?

Artikel vom 13.10.2009

Schulfrei für alle Kinder an einem muslimischen Feiertag? Mit diesem Vorschlag stößt der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde, Kenan Kolat, auf Widerstand bei Kirchen und Wohlfahrtsverbänden - doch die Debatte ist in vollem Gange.

Es gebe einen «Vorrang für christliche Feiertage in der Kultur unseres Landes», sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Feiertagskultur beruhe auf einer Jahrtausende langen christlichen Prägung Deutschlands. Er befürworte allerdings die Möglichkeit, muslimische Schüler auf Anfrage an Festtagen des Islams für die Teilnahme an religiösen Veranstaltungen vom Unterricht zu befreien.

Bei der Vorsitzenden des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Heidi Merk, stößt der Vorschlag von Kolat ebenfalls auf Ablehnung. «Das würde andere Religionen nur vor den Kopf stoßen. Wir haben Buddhisten, Hinduisten - wir können doch nicht für jede Gruppe einen Feiertag einführen», sagte Merk der Neuen Osnabrücker Zeitung. Stattdessen befürwortete sie einen «Tag der Religionen» an einem ganz normalen Samstag oder Sonntag und verwies darauf, dass es viel wichtiger sei, voneinander zu lernen als zu feiern. «Solange die Mehrzahl der Deutschen nicht weiß, was Muslime sind, ist ein spezieller Feiertag überhaupt nicht zu verstehen», fügte Merk hinzu.

«Das ist Klamauk à la Kolat», sagte der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet (CDU) der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. In der Integrationspolitik gehe es um wichtigere Fragen. «Wir müssen Bildungs- und Aufstiegschancen und Deutschkenntnisse für Zuwandererkinder verbessern statt neue Feiertage einzuführen», sagte Laschet. «Kolats Vorschlag zeigt eine mangelnde Ernsthaftigkeit.»

«Jom Kippur» als deutscher Feiertag?

Der Zentralrat der Juden zeigte dagegen Sympathie für den Vorschlag. Er forderte schulfrei auch an einem jüdischen Feiertag und schlug dafür den Versöhnungstag «Jom Kippur» vor. Gleichzeitig sprach sich Generalsekretär Stephan Kramer in der Zeitung Die Welt auch für einen islamischen Feiertag aus. Das zeige Respekt und Toleranz der Gesellschaft gegenüber einer anderen Religion.

Ablehnend äußerte sich jedoch ausgerechnet der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek: «Ich sehe keine Veranlassung, aus diesem Tag einen generell schulfreien oder arbeitsfreien Feiertag für alle zu machen.» Er begrüßte die bereits gängige Praxis, dass muslimische Schüler an ihren Feiertagen nicht in die Schule kommen müssen. Dies funktioniere vor allem in Großstädten gut und unbürokratisch.

Kolat hatte seinen Vorstoß in der Berliner Zeitung so begründet: «Ich fände es gut, wenn man an einem Tag, etwa dem muslimischen Opferfest zum Ende des Ramadans, allen Kindern frei gibt.» Dies solle ausdrücklich auch für nichtmuslimische Kinder gelten. «Das wäre ein Zeichen der Toleranz», argumentierte Kolat. «Die muslimischen Kinder haben an diesem Tag, der auch Zuckerfest genannt wird, ohnehin frei.»

mac/iwe/news.de/ddp/dpa
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Muslimische Feiertage: Schulfrei zum Zuckerfest? » Politik » Nachrichten

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Leserkommentare (6)
  • Kommentar: 6
  • 15.10.2009 02:07
von
Reiner Moysich

Religiöse Feiertage abschaffen! Der Vorschlag, einen jüdischen oder muslimischen Feiertag einzuführen, wäre dann in Ordnung, wenn auch jede andere der ca. 4000 religiösen und nichtreligiösen Weltanschauungen ebenfalls ihren speziellen Feiertag bekäme. Da dies faktisch nicht möglich ist, würde ein jüdischer oder muslimischer Feiertag eine (weitere) nach den Menschenrechten und dem deutschen Grundgesetz unzulässige Bevorzugung darstellen. Dies bedeutet natürlich zugleich, dass die jetzigen vielen christlichen Feiertage massiv rechtswidrig sind.

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  • Kommentar: 5
  • 14.10.2009 10:11
von
snoopdoog

wie sieht es eigentlich mit der christlichen minderheit in der türkei aus, stellen die auch solche vorderungen oder werden die gleich gesteinigt? man sollte leute die so etwas vordern einfach ignorieren, dann hoffe ich hören sie endlich damit auf uns mit solch blöden vorderungen zu nerven!!!

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  • Kommentar: 4
  • 14.10.2009 01:05
von
Belzebub

Ohne dumme Menschen funktioniert überhaupt keine Religion. Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Gott. Alles fauler Zauber.

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  • Kommentar: 3
  • 13.10.2009 20:08
von
tomahawk

Ohne dumme Menschen funktiniert dieser ominöse "Glaube" nicht. Darum ist es besser, wenn man Rückfahrkarten nach Gülülüli besorgt. Langsam ist es genug. Gegen einen Feiertag dieser Leute wäre nichts einzuwenden, wenn die an diesen Tag den Dreck, den sie überall hinterlassen, wieder wegräumen, oder aber einen VHS Kurs besuchen, "Wie besutze ich eine Mülltonne"?

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  • Kommentar: 2
  • 13.10.2009 19:58
von
Bob Marley

Und einen eigenen Feiertag für die Rastafari und selbstverständlich einen eigenen Raum in der Schule zum rituellen Kiffen. Also entweder gleiches Recht für alle oder es bleibt so wie es ist. Absurdistan in Bürlün.

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  • Kommentar: 1
  • 13.10.2009 19:51
von
tomahawk

Schulfrei? Die lernen doch ohmehin nix. In der 3. Generation hier und immer noch verblö...rumlaufen. Wan wundert es, denn durch das Kopoftuch geht ohnehin kein Geist durch. Herr schmeiß für diese Leute Hirn vom Himmel. Warum eigentlich schickt ma Laute die hier nichts leisten und ganze Stadtviertel zumüllen, nicht einfach wieder zurück? Macht man in jedem Land so. Kanada hat sie besten Einwanderunggesetze der Welt.

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