Mo., 13.02.12
Bundestagswahl 2009

Twittern mit Politikern Ein Interview-Experiment

Von news.de-Redakteur Jan Berger

Artikel vom 22.09.2009

Es ist ein Versuch mit dem Nachrichtendienst Twitter: Ein politisches Interview, über Afghanistan und den Wahlkampf. News.de stellt Fragen in 140 Zeichen. Der Verteidigungspolitische Sprecher der Linken, Paul Schäfer, antwortet - auch in 140 Zeichen.

Spätestens, seitdem in Deutschland Wahlkampf ist, erfreut sich der Online-Nachrichtendienst Twitter«Twitter» (www.twitter.com) ist eines der am schnellsten wachsenden sozialen Netzwerke, mit dem sich Nachrichten von 140 Zeichen veröffentlichen lassen. «Twitter» kommt aus dem Englischen und bedeutet Gezwitscher. Die Nachrichten («Tweets») können abonniert und beantwortet werden. So entsteht ein weltweites Geflecht aus Botschaften. auch bei Politikern einer großen Beliebtheit. News.de hat es ausprobiert: Wollen Politiker die moderne Kommunikationsform nur zum Stimmenfang verwenden, oder kann man tatsächlich unkompliziert ins Gespräch kommen? Und wie tief kann ein journalistisches Interview werden, bei dem Fragen und Antworten auf 140 Zeichen beschränkt sind?

Der Linke-Bundestagsabgeordnete Paul Schäfer nahm sich am Montag eine knappe Stunde Zeit für das «Gespräch». Es kann auch in unserem Twitter-Profil und auf seiner Twitter-Seite nachgelesen werden. Für die Veröffentlichung auf news.de haben wir uns an die Formatierungen von Twitter gehalten: @paul_schaefer kennzeichnen die news.de-Fragen an den Politiker, @news_de die Antworten von Paul Schäfer. Vorbereitet wurde das Interview klassisch per Telefon - auch, um die Identität des Twitter-Nutzer sicherzustellen.

@paul_schaefer: Guten Tag Herr Schäfer. Haben Sie Twitter eigentlich immer im Blick, oder gibt es besondere Zeiten dafür?
@news_de: Unregelmäßig, aber nicht selten.

@paul_schaefer: Also schon täglich, kann man sagen?
@news_de: Nahezu täglich, ja. Daneben haben auch meine Mitarbeiter ein Auge auf eingehende Nachrichten.

@paul_schaefer: Sie sind Jahrgang 1949, hat man da Berührungsängste mit dem Web 2.0?
@news_de: «Berührungsängste» nicht. Eine gewisse kritische Distanz mitunter aber schon.

@paul_schaefer: Und wie ist das Feedback? Erhalten Sie konstruktive Reaktionen auf Ihre Tweets, oder ist es eher eine Ein-Weg-Kommunikation?
@news_de: Gerade im Wahlkampf und zu aufgeladenen Themen wie AFGTwitter-Abkürzung für Afghanistan gibt es Feedback. Für tiefe politische Debatten taugt Twitter aber weniger.

@paul_schaefer: Darf man als Politiker spontan twittern, oder muss man sich Zeit nehmen, um Missverständnisse zu vermeiden?
@news_de: Das kommt auf das Thema an. Mitunter ist es schon hilfreich, die Folgen zu bedenken.

@paul_schaefer: Probieren wir es mit drei politischen Fragen: Warum kommt die Linke trotz Wirtschaftskrise nicht zu besseren Umfragewerten?
@news_de: Die Umfrageergebnisse sind doch gut. Aber viele glauben auch noch, dass die Krise einen Bogen um sie macht. Und die Mainstream-Medien vermeiden es, unsere Positionen wiederzugeben.

@paul_schaefer: Wann ist Ihre Partei auf Bundesebene regierungs- und koalitionsfähig?
@news_de: Gegenfrage: Wann sind SPD und Grüne koalitionsfähig mit der Linken?

@paul_schaefer: Und: Wie stellen Sie sich das weitere deutsche Engagement in Afghanistan vor?
@news_de: Gewaltmindernd statt eskalierend, diplomatisch, wirtschaftlich, zivil.

@paul_schaefer: Auch mit der Unterstützung deutscher Truppen?
@news_de: Natürlich nicht. Die Nato-Truppen haben keine Sicherheit sondern Unsicherheit nach Afghanistan gebracht & müssen abgezogen werden.

@paul_schaefer: Zurück zu Twitter: Sie sind seit Mai dabei. Ist Twitter nur ein Wahlkampfinstrument oder bleiben Sie dabei?
@news_de: Warten Sie es ab.

@paul_schaefer: Das werden wir. Immer mehr Politiker twittern: Wie stark nimmt die Kommunikationsabteilung der Partei dabei Einfluss?
@news_de: Die hält sich da raus. Meinem Eindruck nach wird die parteiinterne Twitter-Vernetzung übrigens eher von der Basis getragen.

@paul_schaefer: Gab es denn bei der Linken schon Kollegen, die mit Ihren tweets für Diskussionen in der Partei gesorgt haben?
@news_de: In unserer Partei nicht. Die Wahlergebnisse haben andere verraten.

@paul_schaefer: Würde es denn auch der «Parteiprominenz» besser zu Gesicht stehen, hier mehr präsent zu sein?
@news_de: Das müssen Sie die Parteiprominenz fragen. Ob und wie man twittert, muss jeder selbst wissen. Wir haben da keine Direktiven.

@paul_schaefer: Das waren alle meine Fragen. Vielen Dank für Ihre Antworten und Ihre Zeit.
@news_de: Herzlich gerne. Spannende Erfahrung, so ein Twitter-Interview.


Paul Schäfer ist Verteidigungspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke. Als Abgeordneter sitzt er seit 2005 im Bundestag und tritt im Wahlkreis für ein Direktmandat an. Schäfer ist nicht nur bei Twitter aktiv, sondern hat auch eine Facebook-Seite und einen Flickr-Account. In dem Interview hat er nur zwei Mal mehr als eine Twitter-Antwort á 140 Zeichen gebraucht.

jan/bjm/news.de
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Twittern mit Politikern: Ein Interview-Experiment » Politik » Nachrichten

URL : http://www.news.de/politik/855025660/ob-und-wie-man-twittert-muss-jeder-selbst-wissen/1/
Schlagworte:
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Leserkommentare (12)
  • Kommentar: 12
  • 24.09.2009 09:54
von
otto
Antwort auf Kommentar 11

Longus hat Kreide gefressen.Tatsache ist,das Hartz4 von Schröder,Hartz(VW)und Steinmeyer geschaffen und als neuer"Heilsgedanke"durchgesetzt wurde.Da war Lafontaine als Finanzminister schon lange.... weggelaufen.Wegen Hartz4 kann man den "feigen Rückzug"ins Private nicht schönreden.Lafontaine wollte mehr staatliche(seine)Kontrolle bei der EU und Schröder,Genosse der Bosse,konnte es nicht zulassen. Gysi als Wirtschaftsminister?Jeder Wirtschaftsminister ist der erste"Regierungsbettler" bei den Wirtschaftsverbänden-bossen.Seine Stärken sind wohl eher ling.....ual zu sehen.Job:"Regierungsverdreher"(Sprecher).Longus zeig mir deine"linke"weiße Hand.

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  • Kommentar: 11
  • 24.09.2009 08:25
von
Longus
Antwort auf Kommentar 10

Als Wegläufer kann man die nicht unbedingt bezeichnen. Mir ist es lieber wenn ein Politiker hinschmeisst, als das er am Sessel klebt. Lafontaine kann ich sogar verstehen. Er hat den Kurs von Schröder nicht länger mittragen wollen. Hartz 4 ist ja auch eine Sauerei. Leute unter der Armutsgrenze zu knebeln, und ihnen fast alles wegzunehmen was sie für die Altersversorgung angespart hatten. Auch Gisy hat gemerkt das er für den Job in Berlin nicht der Richtige war. Seine Stärken liegen halt auf anderen Gebieten.

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  • Kommentar: 10
  • 23.09.2009 09:54
von
otto
Antwort auf Kommentar 8

Lafontaine ist einer der Besten,wenn ich mir die"Anderen"so anschaue.Doch sieht man in seinen zeitweisen biestigen Reaktionen die innere Zerrissenheit zwischen einem"Napoleon"und seinem "Elbatrauma Schröder".Sein Versuch,fiskalische Veränderungen in der EU zu erwirken,scheiterten, da Schröder glaubte,ein Freund der Industrie zu sein. Ergebnis:Schröder ist Berater östlicher Oligarchen, Merkel ist sozialdemokratische Kanzlerin mit dem neuen "Herzjesupartner"Horst Seehofer und Lafontaine"Makel eines Wegläufers"in der Doppelspitze mit dem anderen"berliner Weglaufer"Gysi.Da hat der "Kanzler"Merkel und die "Außenministerin"Westerwelle leichtes Spiel.

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  • Kommentar: 9
  • 23.09.2009 09:25
von
Kendo
Antwort auf Kommentar 8

Von Kurt Biedenkopf und Heiner Geisler,über das Dörrobst Peter Hintze,den Hinwerfer Ruprecht Polenz, den Weggeworfenen Laurenz Meyer bis zu Nasivin Ronald Profalla.Das war der Weg der"geistig moralischen Wende",bis zum heutigen "bitteren Ende".Von Wahlplakaten wie:"die Russen kommen"und "die roten Socken"bis zur SED-PDS-Linke-Negation.Angst schüren und die eigene Geschichte..Globke,Filbinger..Kohl,Koch,Kanther, Weihrich,Barschel....und die"Blockflöten?Totale Amnesie!Dazu passend Elster Pieper,"Nebel-Niebel". Und der gelbe Papagei Guido,Besserverdienender einer Spaßpartei, auch Amnesie!Will"Außenministerin"werden.Kein Kino-Schmierentheater!

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  • Kommentar: 8
  • 23.09.2009 02:40
von
Longus

selbst Heiner Geissler...immer noch Mitglied der CDU sagt: Wenn heute noch jemand mit dem Schreckgespenst der Roten droht, ist das total idiotisch. Lafontaine ist einer der besten Politiker die wir in Deutschland haben.

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  • Kommentar: 7
  • 22.09.2009 22:12
von
Anon
Antwort auf Kommentar 1

Wähle Piraten Partei Horsrt schlämmer oder die Linken

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  • Kommentar: 6
  • 22.09.2009 20:40
von
Arm

Warum hackt man immer nur noch auf dem linken Arm herum? Bekanntlich hat man üblicherweise zwei Arme. Und der rechte Arm ist es üblicherweise, der am meisten zu verantworten hat. Es sei denn, man ist Linkshändler. Oder auf eine andere Weise asymmetrisch...

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  • Kommentar: 5
  • 22.09.2009 20:23
von
otto
Antwort auf Kommentar 3

Mauermörder, Diktatur, total, geschichtsvergessen. Diese Worte des Herrn"Peinlich"stehen millionenfach für die Geschichte des "tausendjährigen Reiches", der nazionalsozialistischen Diktatur."Massenmörder" (6 millionen tote Juden, 20 millionen tote Russen) standen nach dem Krieg wieder inAmt und Würden. Staatssekretär Globke,CDU(unter Adenauer)Ministerpräsident Filbinger,CDU(Baden-Würtemberg).Total,brauner Wortschatz(totaler Krieg) Göbbels.Herr"Peinlich" ist nicht geschichtsvergessen, er hat nur die CDU-typische"rechtsseitige Amnesie" wie die "Ehrenworttruppe":Kohl,Koch,Kanther,Weihrich,Barschel...

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  • Kommentar: 4
  • 22.09.2009 18:07
von
Longus
Antwort auf Kommentar 3

Auf so einen Kommentar hatte ich schon lange gewartet. Sollte hier lieber Werbung für die (CDU)Nachfolgepartei der Zentrum Partei gemacht werden, die Hitler in den sattel gehoben hat ? Die Partei der Ex-Nazis, Steuerbetrüger und Gedächtnisverlustigen, die der DDR Kredite gegeben hatte, und heute selber jede menge SED Blockpartei-Mitglieder in ihren Reihen hat ?

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  • Kommentar: 3
  • 22.09.2009 17:10
von
Holger Pein

Wieso wird hier Werbung für die Partei der Mauermörder-Diktatur gemacht? Total geschichtsvergessen?

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  • Kommentar: 2
  • 22.09.2009 14:31
von
Milchmann

Es stimmt man weis es leider nicht wirklich , dennoch kann man es aber nicht generalisieren, wegen der arbeit denkst du das es uns männer besser geht ? arbeit ist grundsätzlich weniger geworden , zumindest die bezahlte , gratis kann man fast überall arbeiten und das ist das schlimme das kein geld im umlauf ist nur oben !!! aber nicht unten da wurde ja nicht mehr dafür gedruckt leider .... aber mher menschen aber nicht mehr geld da könnten sie mal drüber nachdenken !!! die da oben das auch die unten geld zum spielen , arbeiten , und essen und auch sonntigen dingen benötigen !!!!

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  • Kommentar: 1
  • 22.09.2009 13:26
von
kolotzek sylvia

ich bin ziemlich unsicher wen mann überhapt noch wählen soll aber verschenken werd ich meine stimme nicht schon schlimm genug , das ich keine arbeit finde als allein erziehende mutter und berufskraftfahrerin sind frauen nichts mehr wert ???

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