Bundestag feiert Geburtstag Eine Errungenschaft wird 60

Zum 60. Geburtstag tagt der Bundestag in Bonn.  (Foto)
Zum 60. Geburtstag tagt der Bundestag in Bonn. Bild: dpa

Zahlen der Demokratie: 24.258 Stunden Beratung, 7031 Gesetze, 273.311 Seiten stenografische Berichte. Kurz vor der Bundestagswahl wird das Parlament 60 - und feiert sich selbst.

Deutschland kann nach den Worten von Bundestagspräsident Norbert Lammert stolz sein auf sein Parlament und seine inzwischen 60-jährige parlamentarische Tradition. In einer Feierstunde zum 60. Jahrestag der konstituierenden Sitzung des ersten Deutschen Bundestages sagte der CDU-Politiker in Bonn, 1949 habe kaum jemand die Erfolgsgeschichte für möglich gehalten, auf die das Land heute zurückblicken könne.

Mit dem Inkrafttreten des Grundgesetzes und mit dem neu begründeten System einer parlamentarischen Demokratie habe «eine beispiellose Zeit des Friedens, der Freiheit und des wirtschaftlichen Aufschwungs», begonnen, betonte Lammert. Und die Demokratie habe tiefe Wurzeln geschlagen in Deutschland.

Zwar störten sich auch heute noch viele Bürger am politischen Streit und den zuweilen zähen Entscheidungsprozessen. Doch müssten Wähler und Gewählte diese Konflikte aushalten, betonte der Bundestagspräsident. «Denn Demokratie ist kein Verfahren zur Vermeidung von Streit, sondern zur Herbeiführung mehrheitlich getragener Lösungen. Und demokratische Lösungen sind weder durch autoritäre Kommandos noch im Hau-Ruck-Verfahren zu haben.»

Lammert ruft zur Teilnahme an der Bundestagswahl auf

Alle, die heute in Deutschland lebten, profitierten von den guten ökonomischen, politischen und sozialen Rahmenbedingungen, sagte Lammert. Umso größer sei allerdings die Versuchung, dies für selbstverständlich zu halten. Doch müsse man sich klarmachen, dass dies «nicht der Regelfall der deutschen Geschichte ist, sondern die seltene, aber glücklicherweise nun seit Jahrzehnten stabile Ausnahme, eine Errungenschaft, die immer wieder unser Engagement erfordert». Lammert rief deshalb die Bürger zur Teilnahme an der kommenden Bundestagswahl auf.

Die konstituierende Sitzung des ersten Deutschen Bundestages hatte am 7. September 1949 in Bonn stattgefunden. Im Bundestag waren damals neben CDU, CSU, SPD und FDP/DVP auch die KPD, die Bayern-Partei vertreten, dazu die Deutsche Partei, das Zentrum, die Wirtschaftliche Aufbau-Vereinigung (WAV) und die Deutsche Konservative Partei/Deutsche Rechtspartei sowie drei unabhängige Abgeordnete und ein Abgeordneter des Südschleswigschen Wählerverbandes - insgesamt 402 Abgeordnete. Hinzu kamen acht Berliner Abgeordnete ohne Stimmrecht.

Darunter waren nach Angaben des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages 28 Frauen, ein Anteil von 6,8 Prozent. Heute sind es 31,8 Prozent. Das Durchschnittsalter der Abgeordneten lag mit 50 Jahren nur geringfügig über dem der von heute. Die jetzigen Abgeordneten waren zu Beginn der Legislaturperiode durchschnittlich 49,3 Jahre alt.

san/bjm/news.de/ap/ddp

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