Das Schmuddelkind und die alte Dame
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Von news.de-Redakteur Jens Kiffmeier
Artikel vom 31.08.2009
Drei Wahlen, drei Niederlagen: Die SPD bleibt eine Totgesagte. Helfen könnte ihr die erstarkte Linke - ausgerechnet die Partei, die die Genossen bislang als Schmuddelkind behandelten. Lafontaine und Co. bedauern die geschundenen Sozialdemokraten.
Schon vor Tagen schien der Erzfeind der SPD vor Glück zu zerplatzen. Mit breitem Dauergrinsen präsentierte sich der Abtrünnige Oskar Lafontaine zusammen mit Gregor Gysi einer Horde Hauptstadtjournalisten. Die beiden Spitzenfunktionäre der Linkspartei sprachen zur Lage der Nation - und nichts konnte dabei ihre gute Laune trüben. Keine Wirtschaftskrise, keine Rekordverschuldung, keine Querschüsse aus den anderen Parteien. Die guten Umfragewerte überstrahlten alles.
18, 20, sogar 24 Prozent - für die drei Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und im Saarland versprachen sämtliche Institute der Linkspartei im Gegensatz zum politischen Gegner satte und erstaunliche Zugewinne. Das provozierte natürlich Nachfragen: «Herr Lafontaine», wollte ein Journalist wissen, «sollten sich diese Werte bestätigen, wäre damit ihre Mission, die SPD zu zerstören, erfüllt?»
«Nein, was hätten wir denn davon», entgegnete Lafontaine. «Wir wollen keine schwache SPD.» Die Stimme des Bundesvorsitzenden klang plötzlich sehr ernst.
Ohne es vorab zu ahnen, hatte der Berichterstatter damit das geschafft, was in diesen Tagen kaum noch jemand für möglich gehalten hätte. Er verhagelte dem Spitzenduo die gute Stimmung.
Seit Sonntagabend nun ist die Zuversicht um die guten Umfragewerte zur Gewissheit geworden. Drei Wahlen, und dreimal landete die Linkspartei vor der altehrwürdigen SPD. Egal ob in Thüringen, in Sachsen oder im Saarland - in allen Bundesländern erfreut sich die Partei großer Zugewinne. In den Wahlgrafiken haben sich die rötlichen Balken zum Teil in schwindelerregende Höhen und damit direkt in die Herzen der weit abgeschlagenen Sozialdemokraten gebohrt. Doch von Schadenfreude in Richtung SPD ist innerhalb der viel gescholtenen SED-Nachfolgerpartei wenig zu spüren. Im Gegenteil. Die als Altkommunisten beschimpften Linken bemühen sich redlich um Ausgleich mit den Genossen.
«Ich empfinde tiefes Bedauern, wenn ich die Ergebnisse der SPD sehe», zeigte sich der stellvertretende Parteivorsitzende Klaus Ernst am Wahlabend gegenüber news.de alles andere als hämisch. Der Grund: «Wir brauchen ja schließlich einen Partner, wenn wir künftig regieren wollen.» Die Probleme der SPD hält er derweil für hausgemacht. Die Sozialdemokraten hätten die soziale Frage vernachlässigt, das räche sich nun. Da helfe es auch nicht, dass die SPD seit Monaten versucht habe, die Linkspartei in die «Schmuddelecke» zu stellen. «Die Leute kommen trotzdem zu uns», sagte Ernst. In der Kursfrage habe die SPD deshalb nun endgültig ein «reinigendes Gewitter nötig».
Ernst ist nicht der einzige Spitzenfunktionär in der Linkspartei, der so denkt. Auch der Fraktionschef im Bundestag, Gregor Gysi, sieht die Entwicklung der SPD mit einer gewissen Sorge. «Eine kaputte SPD wäre furchtbar für Deutschland und Europa», sagte er unlängst. Trotzdem kann er den Wahlniederlagen noch etwas Positives abgewinnen. Die SPD, so räsonierte Gysi weiter, brauche einmal «dringend eins auf die Mütze. Denn sonst ändern die sich nicht».
In der Tat würde ein rot-rotes Bündnis wahrscheinlich momentan nicht auf Anhieb funktionieren. Auf Länderebene ist die inhaltliche Schnittmenge bei den beiden Parteien recht groß. Doch auf Bundesebene stehen sich Linkspartei und SPD in vielen Fragen diametral entgegen. Auslandseinsätze, Rente mit 67, die Inhalte der Agenda 2010, Senkung des Einkommenssteuerspitzensatzes - all das sind potentielle Streitfragen, die sich ohne einen radikalen Kurswechsel bei einem der Partner kaum lösen lassen.
Doch zu einem wirklichen Kurswechsel ist man weder auf Seiten der Linkspartei, noch auf Seiten der SPD wirklich bereit. Doch aus Sicht eines alten SPD-Insiders wird diese Stillhaltetaktik nichts nützen und gerade den Genossen schaden. Die Sozialdemokraten bräuchten in dieser Hinsicht eine «programmatische Erneuerung», stichelte Oskar Lafontaine. «Denn sonst wird ihre Selbstzerstörung weitergehen.»
tno/news.de
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Zu K.4 Max mit x.Macht aber nix. Zuverlässigkeit! Zu verlässigkeit mit den Ehren- männern und ihren Ehrenworten! Koch!Kohl!Kanther! Barschel!...Die Zuverlässigen,sie lügen,trügen und verlieren ihre Erinnerungen.Du sollst nicht lügen spricht der Herr. Hat denn die "c"du nur noch den Anstrich.Anstreicher hatten wir auch schon.Den durch die "Zuverlässigen" an die Macht gekommenen Hernn über 6millionen ermordete Juden und 20millionen ermordete Russen. Zuverlässigkeit aus Tradition.
jetzt antwortenKommentar meldenStimmt, die Wähler können das Chaos Rot/Rot/Grün, oder Zuverlässigkeit mit CDU wählen.
jetzt antwortenKommentar meldenBerlin und erfolgreich? Der Lacher schlechthin!!!
jetzt antwortenKommentar meldenEs bleibt den Wählern ja fast gar nichts anderes übrig als die Linkspartei zu wählen, wenn sie eine sozial geprägte Politik haben wollen. Eine SPD in einer Koalition mit der CDU wird diese Politik nicht machen, also brauchen wir eine Rot- rote Koalition. Die bekommen wir nur mit einer starken Linkspartei. Übrigens ist das Modell ja nicht so überraschend neu und abschreckend wie manche tun! Schließlich arbeitet die rot-rote Koalition in Berlin schon jahrelang erfolgreich in Berlin. Grüße marty
jetzt antwortenKommentar meldenDas Wahlergebis lautet im Saarland: CDU 34,5% SPD 24,5% DIE LINKE 21,3% FDP 9,2% GRÜNE 5,9% Sie schreiben: "Seit Sonntagabend nun ist die Zuversicht um die guten Umfragewerte zur Gewissheit geworden. Drei Wahlen, und dreimal landete die Linkspartei vor der altehrwürdigen SPD." Ist das Wunschdenken oder mathematisches Unvermögen?
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