Mehr Plutonium in Asse als angenommen
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Neue Aufregung um das marode Atommülllager Asse: In der Schachtanlage befindet sich dreimal soviel Plutonium wie bislang bekannt. Umweltminister Gabriel kritisiert den Betreiber scharf.
In der Schachtanlage Asse II lagern rund 28 Kilogramm Plutonium, teilte das Bundesumweltministerium mit. Bislang war offiziell immer von 9,6 Kilogramm die Rede. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) äußerte scharfe Kritik: «Es ist unglaublich, dass man sich bei einem so gefährlichen Stoff wie Plutonium einfach in der Mengenangabe irrt.»
Zu dem Ergebnis, dass in der Asse 28 Kilogramm Plutonium lageren, kommt eine Arbeitsgruppe um den ehemaligen ehemaligen Asse-Betreiber Helmholtz Zentrum München. Auch ein Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) hatte die Mengenangabe bestätigt.
Die Angabe von neun Kilogramm beruhte laut Ministerium offensichtlich auf einem Übertragungsfehler zwischen einer Abteilung des Forschungszentrums Karlsruhe und der damals zuständigen Gesellschaft für Strahlenforschung, dem heutigen Helmholtz Zentrum. Eine erneute Überprüfung der in der Asse eingelagerten Abfälle habe nun ergeben, dass die ursprünglich veranschlagte Menge Plutonium von rund 28 Kilogramm doch zutreffend sei, heißt es in einem Schreiben an den BfS-Präsidenten Wolfram König.
Gabriel sagte, die Korrektur zeige einmal mehr, dass man sich nicht auf die Angaben zum Inventar in der Asse verlassen könne. «Umso wichtiger ist es, dass das Bundesamt für Strahlenschutz als neuer Betreiber das gesamte Inventar neu bewertet. Denn das ist natürlich von großer Bedeutung für das Stilllegungskonzept.» Weiter sagte Gabriel: «Ich hoffe sehr, dass gerade die CDU-Politiker in der Region, die mir in Bezug auf die Asse gelegentlich unnötige Panikmache vorwerfen, begreifen, dass das hier kein Spaß ist.»
In der Asse lagern nach offiziellen Angaben etwa 126.000 Fässer mit schwach- und mittelschwer radioaktiv belastetem Atommüll. Wegen stetiger Laugenzuflüsse ist das Bergwerk einsturzgefährdet. Immer wieder waren in der Vergangenheit Ungereimtheiten über die Angaben der dort gelagerten Stoffe aufgetaucht.
tno/mac/news.de/dpa
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