Interview mit Dagmar Schipanski Sollte es eine Frau Bundespräsidentin geben?

Sie ist eine der sechs Frauen, die bisher versucht haben, Bundespräsidentin zu werden - und Mitglied der Bundesversammlung: Dagmar Schipanski. Die CDU-Frau verrät news.de, wie sich eine Kandidatur anfühlt und für wen sie stimmen wird.

Dagmar Schipanski (Foto)
Dagmar Schipanski (CDU) möchte nicht noch einmal Bundespräsidenten-Kandidatin sein. Bild: ap

Frau Schipanski, Sie verfolgen sicherlich den Wahlkampf um das Bundespräsidentenamt?

Dagmar Schipanski: Ja, natürlich. Ich bin Wahlfrau, also habe ich mir das auch angesehen und durchgelesen, was sich im Vorfeld abspielt hat. Es ist sehr ungewöhnlich, wie dieser Wahlkampf geführt wird. Ich war ja selbst einmal Kandidatin, aber damals hatte der Wahlkampf nicht eine solche Schärfe wie jetzt.

Was meinen Sie da speziell?

Schipanski: Zum Beispiel, dass Frau Schwan schon in der Frankfurter Paulskirche spricht, bevor sie gewählt ist. Es gibt gewisse Rituale, die die Bundesrepublik geprägt haben.

Vor einem Jahr haben Sie Gesine Schwan (SPD) noch gelobt, halten Sie dieses Lob heute aufrecht?

Schipanski: Ich habe in einem Interview gesagt, dass ich Frau Schwan für geeignet halte, das Amt des Bundespräsidenten auszuführen. Ihre Voraussetzungen haben sich nicht geändert, es gibt nur einige Äußerungen in letzter Zeit, die ich als nicht glücklich empfinde. Besonders gegenüber den Ostdeutschen.

Zum Beispiel?

Schipanski: Die letzte Äußerung zum Nicht-SED-Unrechtsstaat. Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Opfer des SED-Regimes.

Dann werden Sie wohl dem CDU-Mann Köhler die Daumen während er Bundespräsidentenwahl drücken?

Schipanski: Ich werde Herrn Köhler wählen. Der Bundespräsident hat mein volles Vertrauen und ich schätze seine Amtsführung. Er hat eine ruhige und besonnene Art und gibt den Deutschen in der Krise sehr viel Orientierung. Ich fühle mich durch ihn sehr gut vertreten. Deutschland braucht dringend eine Wertedebatte sowie eine über die soziale Marktwirtschaft. Zu beiden Themen nimmt Köhler ständig Stellung in einer Art und Weise, die ich unterstütze.

Eine Frau für das Bundespräsidentenamt würden Sie nicht unterstützen?

Schipanski: Ich vertrete die Auffassung, dass Mann und Frau wirklich gleichberechtigt sind. Also auch bei der Wahl. Es geht mir nicht darum, jemanden wegen seines Geschlechts zu wählen, sondern wegen seiner Kompetenz, Fähigkeiten und Eigenschaften. Köhler hat das in den vergangenen fünf Jahren eindrücklich bewiesen.

Machen Frauen trotz Gleichberechtigung anders Politik als Männer?

Schipanski: Ja, Frauen gehen auf alle Fälle mit mehr Gefühl in der Politik vor.

Sollte es dann nicht endlich einmal eine Frau als Bundespräsidenten geben?

Schipanski: Ich würde mich sehr freuen, wenn eine Frau Bundespräsidentin wird, gar keine Frage. Ich selbst habe dieses Amt ja auch einmal angestrebt. Für mich ist es immer wichtig, dass Frauen in führende Positionen in der Bundesrepublik kommen. Egal ob in Politik, Wissenschaft oder Wirtschaft. Dafür werde ich mich immer einsetzen.

Auf Seite 2 lesen Sie, ob Dagmar Schipanski auch noch einmal Bundespräsidenten-Kandidatin werden möchte

Würden Sie sich selbst noch einmal für das Amt des Bundespräsidenten aufstellen lassen? Immerhin versucht es Frau Schwan auch schon zum zweiten Mal.

Schipanski: Nein, das würde ich nicht tun. Ich habe damals kandidiert, um die innere Einheit Deutschlands zu vollenden. Es war mir wichtig, dass die Stimme des Ostens an entscheidender Stelle gehört wird.

Haben Sie Ihre damaligen Ziele trotz Niederlage erreicht?

Schipanski: Ja, sehr viele. Ich habe damals die Diskussion zwischen Ost und West sehr beflügelt und neue Impulse gegeben. Leider sind die Impulse nicht so aufgenommen worden, dass sie weiter getragen wären. Bundespräsident Köhler hat das Problem der neuen Länder stark ins Visier genommen und macht auf die enormen Leistungen der Ostdeutschen aufmerksam, vor und nach 1989. Denn wir haben unser Land zweimal aufgebaut.

Kann denn ein Kandidat aus dem Osten - jetzt gibt es mit Peter Sodann von den Linken einen - diese Debatte wieder befruchten?

Schipanski: Dazu will ich mich nicht äußern.

Warum nicht?

Schipanski: Das kann jeder für sich selbst einschätzen, auf welche Art und Weise er es befruchtet hat. Ich sehe die Kandidatur von Herrn Sodann sehr kritisch. Er hat einige Äußerungen getan, die sich auf unsere demokratische Gesellschaft beziehen, mit denen ich nicht übereinstimme.

Versuchen Sie sich in den diesjährigen Wahlkampf herein zu fühlen? Sie wurden damals erst kurz vor der Wahl aufgestellt, die jetzigen Kandidaten buhlen schon viele Monate um die Gunst der Bundesversammlung.

Schipanski: Natürlich ziehe ich meine Parallelen, obwohl der Wahlkampf dieses Mal eine andere Qualität hat. Es geht gegen den amtierenden Bundespräsidenten. Vor fünf Jahren habe ich mich mit Horst Köhler und seiner Frau vor der Wahl getroffen. Es fing damals genauso an, wie bei mir: Bilder aus Kindheitstagen, aus der Versenkung hervor geholt, Überraschungskandidat und so weiter. Da haben wir uns mal ausgetauscht. Auch in diesem Jahr habe ich mich mit ihm getroffen.

Sie kritisieren den diesjährigen Wahlkampf. Ist er des Amtes oder der Zeit nicht würdig?

Schipanski: Des Amtes. Die Wirtschaftskrise spielt für den Vorgang der Besetzung keine Rolle.

Zum Schluss: Wird Herr Köhler die Bundespräsidentenwahl gewinnen?

Schipanski: Ich hoffe es.

Frau Schipanski, vielen Dank für das Gespräch.

Dagmar Schipanski (65) ist Physikerin und seit zehn Jahren Politikerin. Sie trat 1999 für die CDU/CSU als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten an und verlor gegen Johannes Rau (SPD). Danach war Schipanski bis 2004 Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Thüringen sowie Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Heute ist sie Präsidentin des Thüringer Landtages und Mitglied des Bundesvorstandes der CDU.

hav

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Kommentar 2
  • 28.05.2009 09:46

ist dagmar schimpanski die schwester von kommissar schimpanski?? das ist der affe im zdf. das ist so ein highlight im deutschen fernsehen und dient zur völligen verblödung des volkes...verblödet kann man dann mit den leuten machen ,was man will. für die völlige verblödung zahlt man dann auch gebühren(gez) fernsehzwangsgeld..... ja hier im staate läuft eineiges schief.... jeder verfolgt sein eigenes ziel und gemeinsam wird untergegangen!!!

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  • Kommentar 1
  • 27.05.2009 15:23

Ja wenn mal eine Präsidentin, dann aber mal eine hübsche.Reicht doch das die Bundeskanzlerin,die den Untergang von Deutschland nicht verhindern kann,schon so hässlich ist. Frau Schwan sieht ja aus wie Helge Schneider mit einer billigen Perücke lol

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