Pflicht erfüllt, Kür verpatzt
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Von news.de-Redakteurin Rieke Havertz
Artikel vom 12.05.2009Papst Benedikt XVI. hat bei seinem Besuch der Gedenkstätte Jad Vaschem an die Leiden des jüdischen Volkes erinnert. Äußerungen und Entscheidungen seines Pontifikats stellte der Papst nicht zur Debatte. News.de blickt auf eine verpasste Chance.
«Ich bin gekommen, um in Stille vor diesem Monument zu stehen, das errichtet wurde, um die Erinnerung an die Millionen von Juden zu ehren, die während der schrecklichen Tragödie der Schoah getötet wurden. … Mögen die Namen dieser Opfer niemals verblassen.» Die Worte von Papst Benedikt in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem in Israel zeugten von Anteilnahme. Doch große Emotionalität zeigte der Pontifex während seiner Rede nicht.
Der bekannte israelische Historiker Tom Segev schrieb in einem Beitrag für die links-liberale Zeitung Haaretz, die Rede des Papstes sei überraschend banal gewesen. Seine Worte über die Judenvernichtung hätten sich «zu bedächtig, zu diplomatisch, zu professionell» angehört, so Segev.
Anders als von vielen Juden erhofft, war der deutsche Papst nicht auf die Rolle der Kirche während der Judenvernichtung zur NS-Zeit eingegangen und so kritisierte auch der Zentralrat der Juden in Deutschland den Auftritt von Benedikt in Jad Vaschem. Dass der Papst zum gemeinsamen Kampf gegen Antisemitismus aufgerufen habe, bezeichnete Zentralratspräsidentin Charlotte Knobloch in der ARD zwar als «absolut lobenswert», dennoch sah sie weiterhin einen «Graben zwischen den Juden und dem Vatikan».
Doch erhielt der Papst auch Rückendeckung. Noach Flug, Vorsitzender des israelischen Holocaust-Dachverbandes, sagte dem israelischen Online-Dienst ynet, er verstehe die Vorwürfe nicht. «Er ist hergekommen, um eine Annäherung zwischen der Kirche und dem Judentum zu bewirken und daher ist sein Besuch als positiv und wichtig einzustufen.»
Auch von Seiten der Kirche erfuhr der Pontifex Unterstützung. Die Kirche in Deutschland sei dem Papst für seine klaren Worte gegen jede Form des Antisemitismus sehr dankbar, sagte der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollisch, gegenüber der Bild-Zeitung.
Und natürlich zeugte der Besuch des Papstes im Heiligen Land von dem Versuch, mit einer Geste die Annäherung der beiden Glaubensgemeinschaften weiter voranzubringen. Dennoch hinterließ der Auftritt Benedikts den Eindruck einer verpassten Chance. Seine Worte und sein Auftritt waren zu wenig emotional, zu wenig deutlich in der Wortwahl. Damit schaffte er es nicht, viele andere Entscheidungen seines Pontifikats vergessen zu machen.
Die Exkommunikation des Holocaust-Leugners Richard Williamson, die Wiedereinführung der umstrittenen Karfreitagsfürbitte, in der Katholiken für die Erleuchtung der Juden beten – damit hatte der Papst weltweit Kritik auf sich gezogen und die jüdische Gemeinschaft erbost. Charlotte Knobloch hätte sich, so sagt sie, gewünscht, dass Benedikt zu diesen Themen Stellung bezogen hätte. Dann hätte es tatsächlich die von vielen Seiten erhoffte «große Geste» werden können.
Doch der Papst ist sich in gewisser Weise treu geblieben. Er hat das Selbstverständliche getan: der Opfer des Holocausts gedacht, den Antisemitismus verurteilt und an die Menschen appelliert, nicht zu vergessen. Seine erzkonservativen Entscheidungen aus der jüngsten Vergangenheit hat er jedoch nicht zur Diskussion gestellt und damit gezeigt, dass er sich für diese nach wie vor nicht zu rechtfertigen gedenkt. In dem schwierigen Verhältnis zwischen Israel und dem Vatikan hat Papst Benedikt XVI so die Gelegenheit verpasst, auf emotionaler Ebene einen entscheidenden Fortschritt zu erzielen.
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Das ganze Hickhack um Herrn Ratzinger kann ich nicht verstehen. War er schon als Kardinal ultraorthodox so ist er seit seiner Wahl zum Papst noch konservativer und reaktionärer geworden. Die Wiederaufnahme der umstrittetenen Bischöfe, seine Äußerungen zur Judenmission und seine ablehnende verwerfliche Haltung zu anderen Religionen, insbesondere zu den Protestanten, machen ihn zumindest moralisch zu einem gefährlichen Brunnenvergifter. Ich glaube er meint, dass er noch im Mittelalter lebt und gerne die Inquisition wieder zum leben erwecken würde. Sein Vorgänger war schon schlimm, er ist schlimmer. Über Antworten anderer, egal ob Zustimmung oder Ablehnung würde ich mich freuen.
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