Schweinegrippe WHO erhöht Alarmstufe

Die Schweinegrippe zieht um die Welt und hat nun fast alle Erdteile erreicht. In Mexiko hat das Virus bereits mehr als 150 Menschen getötet. Für die Menschen in dem mittelamerikanischen Land kommt es doppelt schlimm: Jetzt hat auch noch ein Erdbeben Zentralmexiko erschüttert.

DEU Schweinegrippe (Foto)
Laut WHO ist der Genuss von Produkten aus Schweinefleisch unbedenklich. Bild: ap

Ein heftiges Erdbeben hat Zentralmexiko erschüttert und zahllose Menschen in Panik versetzt, deren Nerven wegen der tödlichen Schweinegrippe-Epidemie ohnehin schon blankliegen. In der Hauptstadt Mexiko-Stadt gerieten hohe Gebäude ins Wanken. Verängstigte Bewohner - viele wegen der Epidemie mit Atemschutzmaske über dem Gesicht - rannten auf die Straße. In der Küstenstadt Guerrero starben laut Polizei zwei Frauen im Alter von 67 und 75 Jahren am Herzinfarkt, und in Acapulco stürzten vier Häuser ein.

Nach Angaben von US-Seismologen hatte das Beben vom Montag eine Stärke von 5,6. Das Epizentrum lag demnach in der Nähe von Chilpancingo, rund 210 Kilometer südwestlich von Mexiko-Stadt.

«Ich habe Angst», sagte Sarai Luna Pajas, die nach dem Erdbeben aus ihrem Bürogebäude in Mexiko-Stadt geflüchtet ist. «Wir Mexikaner sind nicht daran gewöhnt, mit so viel Furcht zu leben. Die Wirtschaftskrise, die Krankheiten und nun auch noch das. Das ist wie die Apokalypse», sagte die 22 Jahre alte Sozialarbeiterin.

Ihr Mitarbeiter Harold Gutierrez erklärte, wie seine Landsleute suche auch er Trost im Glauben. Aber auch er sei gepackt von dem Gefühl, dass der Weltuntergang bevorstehe. «Wenn das Gottes Plan ist, dann ist es Gottes Plan», sagte er durch seine Atemschutzmaske.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhöhte wegen des erheblich verschärften Risikos für eine weltweite Ausbreitung der Krankheit ihre Alarmstufe. Ab sofort gelte Alarmstufe 4 statt bisher Alarmstufe 3, sagte der amtierende WHO-Generaldirektor für Gesundheitssicherheit und Umwelt, Keiji Fukuda, am Montagabend in Genf nach einer Sondersitzung einer Expertengruppe. Alarmstufe 4 heißt, dass ein neues Grippevirus von Tieren auch Menschen infizieren kann und von Mensch zu Mensch übertragen wird. Bei der höchsten Stufe 6 wird von einer weltweiten Ausbreitung des Virus, also von einer Pandemie ausgegangen.

Die Verschärfung betrifft das mutierte Schweinegrippevirus vom Typ H1N1. Die Behörden in den einzelnen Ländern sind angewiesen, eng mit der WHO zusammenzuarbeiten, damit die weitere Ausbreitung verhindert wird.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt schließt eine weltweite Ausbreitung der in Mexiko aufgetretenen Schweinegrippe nicht aus. Der Bild-Zeitung (Dienstag) sagte die Ministerin: «Dieses Risiko kann heute niemand genau kalkulieren. Es kann eine weltweite Grippewelle geben. Ich mache mir Sorgen, hoffe aber, dass meine Sorgen grundlos bleiben.» Die SPD-Politikerin fügte hinzu: «Wir sind gut vorbereitet. Bund und Länder, Ärzte, Krankenhäuser und Rettungsdienste wissen genau, was sie im Ernstfall zu tun haben. Es gibt einen ausgearbeiteten Pandemieplan, der auch funktioniert, wie die Abstimmung der letzten Tage zeigt.»

Die WHO empfiehlt derzeit keine Reisebeschränkungen oder gar das Schließen von Grenzen, erklärte die Organisation auf ihrer Website. Wenn möglich sollten aber Reisen in gefährdete Gebiete vermieden werden. Es gehe grundsätzlich keine Gefahr vom Genuss gekochten Schweinefleisches und Produkten aus Schweinefleisch aus, hieß es weiter.

Die Zahl der Grippetoten in Mexiko ist nach Angaben der Regierung auf nun 158 gestiegen. Bei wie vielen davon das neue, mutierte Schweinegrippevirus H1N1 nachgewiesen wurde, teilte die Regierung nicht mit.

Mediziner in Spanien und Großbritannien wiesen das mutierte Virus H1N1 bei insgesamt drei kürzlich zurückgekehrten Mexiko-Reisenden nach. In Deutschland konnte zunächst für alle Verdachtsfälle Entwarnung gegeben werden. Dennoch verschärfte das Auswärtige Amt seine Reiseempfehlungen für Mexiko. «Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen nach Mexiko wird derzeit abgeraten», hieß es auf der Internet-Seite.

Ein erkrankter Spanier war am 22. April mit Fieber und Husten von einer Studienreise aus Mexiko in seine Heimat zurückgekehrt. Der 23- Jährige befinde sich in einem Krankenhaus im Südosten Spaniens unter Quarantäne, ihm gehe es gut, betonten die Gesundheitsbehörden. Zwei britische Patienten waren am Wochenende nach einer Mexiko-Reise mit leichten grippeähnlichen Symptomen in ein Krankenhaus in Airdrie nahe Glasgow in Schottland gekommen. Sie befinden sich nach Auskunft des Gesundheitsministeriums auf einer Isolationsstation und erholen sich gut.

In den USA verdoppelte sich die Zahl der bestätigten Schweinegrippefälle von 20 auf mindestens 40, allein 28 der Patienten waren Schüler an einem New Yorker Privatgymnasium. US-Präsident Barack Obama sprach von einem Grund zur Besorgnis, jedoch keinem Grund zu Alarm. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sagte, es handle sich nur um eine leichte Form der Grippe. Alle Patienten seien auf dem Weg der Genesung. Die USA hatten bereits am Sonntag den «Gesundheitsnotstand» ausgerufen.

mac

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Leserkommentare (36) Jetzt Artikel kommentieren
  • Kommentar 36
  • 30.07.2009 20:54

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  • Kommentar 35
  • 30.07.2009 20:52

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  • Kommentar 34
  • 30.07.2009 19:43

Das ist sehr schlecht für mein land wenn das sie silikon in den dönner machen so ist weil ich nicht mag wenn menschen islamistisch getötet werden. Aber ich habe immer den respekt gehabe für Schwule obwohl wir zuhause nicht mit ihnen sprechen. Aber so totes zu machen ist nicht Islam. Silikon im Essen oder Salat ist giftig und ich habe das schon gelsen was du da sagst. Ich bin nicht dafür!

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