Südafrika bekommt Präsidenten mit zwei Frauen
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Von Michelle Faul
Artikel vom 23.04.2009Das Ergebnis der Parlamentswahl in Südafrika stand schon vorher fest: Niemand zweifelt daran, dass der ANC gewinnt und Jacob Zuma neuer Präsident wird. Eine Frage aber ist noch völlig offen: Wer wird die neue First Lady Südafrikas?
Als Zuma in KwaNxamalala seine Stimme abgab, blieb seine als schüchtern geltende Frau Sizakele Khumalo im Haus zurück. Ihre Nebenfrau Nompumelelo Ntuli aber sonnte sich in der allgemeinen Aufmerksamkeit. «Ist sie nicht wunderschön?» flüsterten andere Frauen.
Die 34-jährige Ntuli strahlte, antwortete auf Fragen aber nur mit dem Bekenntnis: «Jesus ist der Herr!» Sie ist aktiver in der Öffentlichkeit aufgetreten als andere Frauen Zumas. So organisierte sie Anfang des Jahres eine Gebetsversammlung im Südosten des Landes und tritt öffentlich für politische Toleranz ein.
Der 67-jährige Zulu-Traditionalist Zuma vertritt die in seinem Stamm althergebrachte Vielehe und bekennt sich bei jeder Gelegenheit als überzeugter Polygamist. Über die Jahre hat er mindestens vier Frauen gehabt, die traditionell ihren Mädchennamen behalten. Mit Sizakele Khumalo ist er seit 1973 verheiratet, mit Ntuli erst seit dem vergangenen Jahr.
Von den anderen beiden beging Kate Mantsho Zuma im Jahr 2000 Selbstmord. Und von Nkosazana Dlamini Zuma ließ sich Zuma 1998 scheiden. Sie ist aber seine vertraute Beraterin geblieben und als künftige Außenministerin im Gespräch. Aus den verschiedenen Ehen soll Zuma mehr als zehn Kinder haben.
Das Zivilrecht in Südafrika erlaubt solche traditionellen Eheverhältnisse. Aber immer weniger Südafrikaner entscheiden sich für die Vielehe. Sie gilt als veraltet und kann obendrein ziemlich teuer werden. Bei einigen Stämmen wie den Zulu und den Swazi ist sie aber durchaus noch verbreitet.
Da die Frage nach dem Wahlergebnis wenig spannend schien, widmete sich die Öffentlichkeit umso mehr der Frage nach der künftigen First Lady. Weder Zuma noch der ANC haben eine Antwort darauf. Die Ehen des Politikers seien seine Privatangelegenheit, heißt es. Aber Don Mkhwanazi von der Gesellschaft der Freunde von Jacob Zuma sagte in der Zeitung The Sunday Times, der Tradition folgend werde der designierte Präsident seine erste Frau Sizakele Khumalo für die herausgehobene Stellung bei gesellschaftlichen Auftritten wählen.
Allerdings könnte auch seine Tochter Dudzile diese Aufgabe übernehmen. Im Wahlkampf begleitete sie ihren Vater ständig mit einer kleinen Videokamera.
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