Ein Musterland mit vielen Problemen
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Von den news.de-Redakteuren Christoph Heinlein und Jan Berger
Artikel vom 21.04.2009
Das Ende der Apartheid 1994 bedeutete nicht nur für Südafrika den Schritt in ein neue Zeit. Für den Kontinent setzte die Wahl im April vor 15 Jahren ein Zeichen. Und prägte das Bild eines glänzenden Musterlands -dessen Lack inzwischen abblättert.
Die Schlagzeilen im Vorfeld der Parlamentswahl in Südafrika sind keine guten. Das Land hat eine schwindelerregend hohe Aidsrate, die Arbeitslosigkeit geht nur langsam zurück und zur Kriminalität gibt es kaum verlässliche Statistiken. Trotzdem ist der Kap-Staat Vorbild für eine ganze Region: Die Verfassung ist eine der modernsten weltweit, die Wirtschaftsentwicklung zieht andere afrikanische Länder mit sich und die Infrastruktur ist in vielen Bereichen auf einem guten Stand.
Der Graben zwischen dem Musterland in Afrika und den gravierenden Problemen lässt sich am besten an der deutlichen Trennung zwischen Schwarz und Weiß ausmachen. Bildung, Einkommen, Zukunftsaussichten: Auch 14 Jahre nach dem Ende der Apartheit gibt es hier deutliche Unterschiede.
In den Townships, den Ghettos der armen schwarzen Bevölkerung, ist von Musterland dementsprechend nichts zu spüren. Ein erheblicher Teil der Südafrikaner lebt in solchen Vierteln, zusammen mit vielen Einwanderern aus anderen afrikanischen Ländern, in Wellblechhütten, auf engstem Raum. Gewalt und Kriminalität haben hier ein Ausmaß angenommen, dass manche Beobachter von bürgerkriegsähnlichen Zuständen sprechen. Das gehört zu den größten Belastungen, mit denen die junge Demokratie in Südafrika zu kämpfen hat.
Allein in Kapstadt werden nach offiziellen Statistiken jeden Tag sechs Menschen ermordet, im ganzen Land sind es 50. Die Dunkelziffer soll noch wesentlich höher sein. Dazu kommen hunderte Vergewaltigungen und Raubüberfälle. Kleinkriminalität wie Taschendiebstähle und Autoeinbrüche ist allgegenwärtig.
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