Clinton verlangt Freilassung
US-Reporterin im Iran verurteilt

Ein iranisches Gericht hat eine US-Journalistin wegen Spionage zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gerichtsverfahren war mit ungewöhnlicher Eile und hinter verschlossenen Türen abgehandelt worden.

Still und leise wurde die Reporterin Roxana Saberi verurteilt. Bild: dpa

Wann das Urteil gegen Roxana Saberi fiel, war nicht klar. Das Gerichtsverfahren war am Montag mit ungewöhnlicher Eile und hinter verschlossenen Türen abgehandelt worden. Anwalt Abdolsamad Chorramschahi kündigte am Samstag an, den Schuldspruch anfechten zu wollen.

Die 31-jährige Journalistin wurde Ende Januar festgenommen. Zunächst lautete der Vorwurf, sie habe versucht, eine Flasche Wein zu kaufen. Das ist in dem streng islamischen Land verboten. Später wurde ihr vorgeworfen, unter dem Deckmantel ihrer journalistischen Arbeit für die USA spioniert zu haben. Die Reporterin iranisch-japanischer Abstammung berichtete für mehrere Medien, darunter der öffentliche US-Radiosender National Public Radio (NPR) und der britische Rundfunksender BBC. Ihre Akkreditierung als Reporterin im Iran war nach iranischen Angaben 2006 abgelaufen.

Der Fall Saberi droht die jüngste politische Annäherung zwischen den USA und dem Iran im Atomstreit zu überschatten. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte Ende März bei einer Afghanistan-Konferenz in Den Haag den Iranern einen Brief übergeben. Darin wird die Freilassung Saberis verlangt.

US-Präsident Barack Obama hatte dem Iran Ende März einen Neubeginn in den Beziehungen beider Länder angeboten. Saberi hat eine doppelte Staatsangehörigkeit und lebt seit sechs Jahren im Iran.

Washington hat die Anschuldigungen als grundlos bezeichnet. Für die Freilassung Saberis haben sich sowohl das US-Außenministerium als auch mehrere Menschenrechtsorganisationen eingesetzt.

san/che

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