Rettungsversuch von US-Kapitän gescheitert
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Ein herber Rückschlag: Amerikanische Marinesoldaten sind nach einem US-Medienbericht vor der Küste Somalias mit dem Versuch gescheitert, den von Piraten entführten Kapitän Richard Phillips zu retten. Unterdessen wurde noch ein US-Schlepper gekapert.
Die Seeräuber hätten das Feuer eröffnet, woraufhin die Soldaten wieder zu dem Kriegsschiff «USS Bainbridge» zurückkehrt seien, berichtete der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf Militärkreise. Die Seeräuber, die den US-Kapitän in ihrer Gewalt haben, warnten zwei zur Hilfe geeilte US-Kriegsschiffe, ein gewaltsamer Befreiungsversuch werde katastrophale Folgen haben.
Phillips (53) wird von vier Seeräubern in einem Rettungsboot rund 480 Kilometer vor der somalischen Küste gefangen gehalten. Wie der US-Sender CNN berichtete, nahmen andere Piraten mit gekaperten Schiffen Kurs auf das Rettungsboot, um ihren Kollegen zu Hilfe zu eilen. Darunter war zunächst auch der entführte deutsche Frachter «Hansa Stavanger» mit fünf Deutschen und 19 weiteren Crewmitgliedern. Das Schiff war am 4. April überfallen worden. Wegen der US-Militärpräsenz habe der Frachter aber wieder Kurs auf den somalischen Hafen Eyl genommen, berichtete CNN unter Berufung auf einen somalischen Journalisten. Die Piraten seien offenbar durch die militärische Überlegenheit der Kriegsschiffe abgeschreckt worden.
Ein US-Militärsprecher sagte laut CNN, das amerikanische Militär habe Funkgespräche der Piraten abgehört. Die Fregatte «USS Halyburton» mit Hubschraubern an Bord habe inzwischen das andere amerikanische Kriegsschiff «USS Bainbridge» erreicht. Sie hätten nahe dem Boot mit dem entführten Kapitän Stellung bezogen. Ein drittes Kriegsschiff, die «USS Boxer» mit medizinischer Einrichtung an Bord, wurde ebenfalls in der Region südlich des Horns von Afrika erwartet.
Der 53-jährige Kapitän hatte am Freitag mit einem Hechtsprung von dem Rettungsboot fliehen wollen. Ein Seeräuber folgte ihm und zwang ihn zurück aufs Boot. Bei der Aktion feuerten die Geiselnehmer nach US-Angaben auch Schüsse ab.
Den Seeräubern dürfte es nicht nur um Lösegeld, sondern vor allem um freies Geleit gehen. Das Boot treibt im Indischen Ozean, weil ihnen das Benzin ausgegangen ist. Der Kapitän bot sich bei dem Überfall offenbar als Geisel an, um die Besatzung zu schützen. FBI-Experten sind in die Verhandlungen mit den Piraten eingeschaltet. Derzeit befindet sich noch ein Dutzend Schiffe mit mehr als 220 Besatzungsmitgliedern in der Hand somalischer Piraten.
Der heute gekaperte 75-Meter-Schlepper «Buccaneer» gehört nach italienischen Medienberichten dem Unternehmen Micoperi Marine Contractors in Ravenna. An Bord sollen 16 Mann Besatzung sein - zehn Italiener, fünf Rumänen und ein Kroate. Das Außenministerium in Rom sagte, es werde in dem Fall international abgestimmt vorgegangen. Der Schlepper war auf dem Weg von Singapur nach Suez. Die italienische Fregatte «Maestrale» soll auf dem Weg in die Krisenregion sein.
mat
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