Kampf gegen die Zeit
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Von news-Redakteur Jens Kiffmeier
Artikel vom 10.04.2009
Sie organisierten Verbrechen, folterten, mordeten: Viele von Hitlers Schergen sind längst tot. Doch einige leben noch. Weltweit sind die Nazi-Jäger ihnen auf den Fersen. Das Problem: Den Fahndern rennt allmählich die Zeit davon.
Sein neuer Job begann mit einem Irrtum. Als Kurt Schrimm seinen Posten antrat, da rechnete er nicht mit einem langfristigen Engagement. Zwei bis drei Jahre, das prophezeiten ihm seine Freunde, werde er in der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltung zur Aufklärung von nationalsozialistischen Verbrechen noch eine Beschäftigung als Oberstaatsanwalt haben. Spätestens dann finde die Jagd nach den Nazi-Schergen ein Ende, so die allgemeine Überzeugung. Das war vor 27 Jahren.
Entgegen allen bisherigen Vorhersagen liefern sich Nazijäger bis heute einen Wettlauf mit den untergetauchten Tätern des Dritten Reichs. Doch die Zeit rennt mit – und Aufklärer wie Schrimm, der seit dem Jahr 2000 Direktor bei der Zentralstelle ist, denken mittlerweile wieder verstärkt über das Ende der eigenen Arbeit nach. «Die Aufklärung und das Sammeln von Beweisen werden von Jahr zu Jahr schwieriger», sagt der Strafverfolger. Den Fahndern macht dabei vor allem eines zu schaffen: 64 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs sind nicht nur viele Täter, sondern auch viele Zeugen gestorben.
Die mutmaßlichen NS-Verbrecher wissen das natürlich und spielen immer wieder auf Zeit, sofern sie heutzutage doch noch in die Fänge der Justiz geraten. Das lässt sich auch im aktuellen Fall von John Demjanjuk beobachten. Dem 89-Jährigen, der zurzeit im US-amerikanischen Cleveland lebt, wird vorgeworfen, als Wachmann im Vernichtungslager Sobibor während des Zweiten Weltkrieges Beihilfe zum Mord an mindestens 29.000 Juden geleistet zu haben.
Jahrelang sammelte die deutsche Justiz Beweise und ringt nun seit Monaten mit Demjanjuks Anwälten. Bislang wussten die Verteidiger eine Abschiebung des mutmaßlichen NS-Schergen aus den USA nach Deutschland erfolgreich zu verhindern - sei es mit Verweis auf den gesundheitlichen Zustand des 89-Jährigen oder auf juristische Fehler im formalen Ablauf.
Für Schrimm ist dieses Tauziehen nicht neu: «Das Prozedere im Demjanjuk-Fall ist keine Überraschung für uns», sagt er. Bislang habe jeder gefasste NS-Verbrecher auf diese Weise reagiert. «Wirklich behindert hat uns das in der Arbeit nicht», so der Oberstaatsanwalt.
Seit 50 Jahren ist seine Behörde in die internationale Jagd nach den mutmaßlichen NS-Verbrechern involviert. Sie soll Nazitäter ermitteln und mit Hilfe der Staatsanwaltschaften vor Gericht bringen. Die Fahndungsstelle lieferte seit ihrer Inbetriebnahme im Dezember 1958 das Material für zahllose NS-Verfahren. Insgesamt 17.700 Prozesse konnten mit ihrer Unterstützung an deutschen Gerichten ins Rollen gebracht werden. Obwohl die Behörde damit durchaus viele Nazi-Gräueltaten aufklären konnte, ist sie noch längst nicht am Ziel.
Zwar wird laut Schrimm die Suche nach namentlich bekannten Tätern immer seltener, doch die Untersuchung von Straftaten hört trotzdem nicht auf. Zurzeit durchstöbern die Mitarbeiter zum Beispiel zahlreiche Archive, um nach neuen Hinweisen für eine Gräueltat zu suchen. Es geht dabei um einen Massenmord, der sich 1941 in der Ukraine ereignet hat. Bislang unbekannte Täter sollen an einem Tag 40.000 Juden umgebracht haben. Die verantwortlichen Befehlshaber sind den Fahndern seit Jahren bekannt. Die Frage ist nur: Wer sind die Leute, die die Tat ausgeführt haben?
Es sind vor allem solche Fragen, die ein Ende der Arbeit der Zentralstelle unmöglich erscheinen lassen. Zumindest nach Ansicht des Zentralrats der Juden darf nicht damit aufgehört werden, den Verbrechen des Zweiten Weltkrieges nachzuspüren. So wies die Präsidentin des Zentralrats, Charlotte Knobloch, während des Festaktes zum 50-jährigen Bestehen der Zentralstelle darauf hin, dass nach wie vor eine «nicht zu beziffernde Zahl von Straftaten, darunter Schwerverbrechen, Tötungsdelikte und Massenmord» bislang ungesühnt geblieben sei.
Ob in den kommenden Jahren Archivmaterial für die Aufklärung von NS-Verbrechen ausreichen wird – auf diese Frage weiß nicht einmal Oberfahnder Schrimm eine Antwort. Er weiß nur: «Keine Frage, die biologische Uhr für unsere Arbeit tickt immer schneller.»
jan/news.de/
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Mord verjährt nicht - und das ist auch gut so. Besonders dann, wenn es sich um die NS-Mörder handelt, willenlose, charakterschwache Befehlsempfänger, für die nur der Befehl zählt. Wer Straflosigkeit für NS-Verbrecher befürwortet, Beweismaterial als "Fälschung" bezeichnet, der zeigt, wessen Geistes Kind er ist. Nach dem Motto: wartet nur lange genug, versteckt euch, dann kriegt ihr den Persilschein für die Vergangenheit. Ich bin auch dafür, den NS-Verbrechern, wie Demjanjuk u.a. endlich Ruhe zu gewähren - nachdem sie am Halse aufgehenkt sind, bis der Tod tingetreten ist.
jetzt antwortenKommentar meldensoll das satire sein? oder ist es dummes geschwätz von jemandem, der keine opfer zu beklagen hat im leben?
jetzt antwortenKommentar meldenLaßt doch den armen NZ-Verbrecher frei,es gibt genug andere Verbrecher die es verdiend haben hinter Gitter zukommen... Gruß Jürgen Rößner
jetzt antwortenKommentar meldenes gibt viele Dienstsiegel von der SS aber ein Dienstsiegel wo die SS - Runen - von Hand eingepinselt wurden und als Beweis gegen ein Bauernopfer des Kalten Krieges verwendet wird gibt es nur im Fall Demjanjuk. SS - Runen vor der Standortverwaltung ..... das ganze ist doch wohl ein Witz - Ausweise der SS mit einen Siegel der Standortverwaltung - Zweigstelle Trawniki stempeln ist ein geistiges Armutszeugnis Es ist für alle besser die ZSL - Ludwigsburg als Museum von Fälschungen umzuwandeln-und die Experten in den Ruhestand zu versetzen- Schein
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