Straßburger Hotel in Flammen «Die dachten, da sind Polizisten untergebracht»

Rasmussen wird NATO-Chef - Krawalle in Straßburg (Foto)
Nato-Gegner haben in Straßburg ein Hotel angezündet. Grund: Dort sollten Polizisten untergebracht werden. Bild: dpa

Die Randalierer auf der einen Seite, friedliche Demonstranten auf der anderen. Damit die Krawalle nicht von Straßburg auf das deutsche Kehl überschwappen, wurde die Europabrücke gesperrt. Das angezündete Hotel ist komplett ausgebrannt.

Aber nicht nur auf der großen Rheinbrücke wurde eine Sperre aufgestellt. Auch die nah gelegene Fußgängerbrücke nach Straßburg wurde von der Polizei blockiert. Auf deutscher Seite warteten 4000 bis 6000 Demonstranten, die zu einer Kundgebung nach Straßburg wollten.

Die Randalierer hatten sich inzwischen wieder in die elsässische Metropole zurückgezogen. «Die Situation hat sich beruhigt», sagte ein baden-württembergischer Polizeisprecher. Beobachter bestätigten, dass sich die Lage entspanne. Die Straßburger Polizei hatte zuvor bei einigen militanten Nato-Gegnern scharfe Schusswaffen sichergestellt.

Auf der französischen Seite der Europabrücke brannte ein Zollhäuschen, das von Demonstranten angesteckt und demoliert worden war. Zunächst wurde versucht, das Feuer mit Wasserwerfern der deutschen Polizei zu löschen. Später fuhr ein Löschzug der Kehler Feuerwehr über die Europabrücke. Auch ein Informationsbüro für Touristen und eine Apotheke standen in Flammen. Außerdem wurde eine Tankstelle zerstört. Demonstranten zündeten Barrikaden und Reifen an. Über Teilen der Stadt stand schwarzer Rauch. Bei einem Hotel brannte zunächst das Erdgeschoss. Später schlugen die Flammen auch aus dem Dachgeschoss. Angaben über Verletzte gab es zunächst nicht.

«Das ist kein Zufall, dass die das Hotel in Brand gesteckt haben. Die dachten, dass hier Polizisten untergebracht sind», sagte ein französischer Polizeibeamter. Offiziell wollten sich die Behörden nicht dazu äußern, ob im Gebäude Sicherheitskräfte untergebracht waren. Der Einsatz der Feuerwehr wurde von hunderten Polizisten abgesichert.

kat/fme

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