Über die Mitschuld friedlicher Demonstranten
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Von news.de-Redakteur Sebastian Haak
Artikel vom 03.04.2009So unglaublich es klingt: Auch viele friedlichen Protestler bei all' den Gipfeln sind mitverantwortlich für die gewalttätigen Ausschreitungen. Auch wenn sie das nicht wahrhaben wollen und stets das Gegenteil behaupten.
Stell' Dir vor, es ist ein Gipfel und niemand protestiert dagegen. Stell' Dir vor, es ist ein Gipfel und es gibt keine gewalttätigen Ausschreitungen, keine Zerstörungen am Rande der Veranstaltung. So wie Proteste gegenwärtig ablaufen, ist das ein schöner Traum; nicht mehr. So wie die Vorstellung von einer Welt ohne Kriege oder eine Erde ohne Atomwaffen. Die Randale bei G7-, G8-, G20- oder Nato-Gipfeln sind fester Bestandteil des Ablaufs solcher Treffen von Staats- und Regierungschefs. Und all jene, die behaupten, «nur» friedlich ihre Ablehnung gegen alles Staatliche, alles Politische und alles Militärische zu verkünden, tragen eine erhebliche Mitschuld an diesen Ausschreitungen.
Denn es ist längst nicht so einfach, zwischen «bösen» Randalieren und den «guten» Demonstranten zu unterscheiden. Denn erst der Massenprotest von Alternativen und Globalisierungsgegnern ist wie das Wasser, in dem die autonomen und gewaltbereiten Halbstarken schwimmen. Die Analogie zum ehemaligen chinesischen Staatschef Mao Zedong («Ein Guerilla muss sich im Volk wie ein Fisch im Wasser bewegen») ist gewollt. Erst die Massenproteste machen es den schwarz Vermummten möglich, aus den Massen heraus Scheiben einzuschlagen, Brandsätze zu werfen, und Menschen zu verprügeln – und eben ihr untertauchen in der Masse, macht die Polizeieinsätze gegen sie so schwierig. Das ist ein Grund, weshalb dabei immer wieder eigentlich Unbeteiligte verletzt werden.
Aber so ist das, wenn sich die vermeintlich friedlichen Demonstranten nicht aktiv von den Randalierern distanzieren, sondern bestenfalls passive Lippenbekenntnisse abgeben. Die klingen immer gleich: «Wir wollen hier nur friedlich unsere Meinung äußern. Dass die anderen randalieren, dafür können wir nichts.» Die Wahrheit ist: Man tut auch nichts dagegen, grenzt die feigen Steinewerfer nicht aus. Mehr noch: Viele von ihnen nehmen die Zerstörungen billigend in Kauf – als Symbol für die eigene Haltung.
Selbstverständlich ist es in demokratischen Gesellschaften Grundrecht eines jeden, seine Meinung sagen zu können – und das auch dann, wenn die gegen die Politik der Mächtigen dieser Welt gerichtet ist. Aber muss das in Massenaufläufen an den Tagungsorten sein? Abgeschirmt in ihren Tagungshotels merken die Staats- und Regierungschefs ohnehin kaum etwas von den Protesten; wenn sie nicht bei Kaffee und Kuchen den Fernseher einschalten.
Die Sicherungsmaßnahmen der Gipfel kosten eben wegen der Krawalle Millionen. Und die Schäden durch die Proteste verschlingen bei vielen Gipfeln noch einmal eine ähnlich hohe Summe. Wie viele Brunnen, liebe Weltverbesserer, könnten damit in Afghanistan gebohrt werden? Wie viele Kinder in Afrika eine warme Mahlzeit bekommen
Der friedliche Protest gegen Gipfel wie den in London oder den Nato-Gipfel muss sich ändern, will er ernst genommen werden. Abgestimmte Kerzenaktionen an verschiedenen Orten in der Welt und Schweigeminuten, Internetproteste oder Massen-E-Mails bieten Randalieren keine Deckung...
mik
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Ich glaube auch nicht, dass sich der Verfasser dieses Artikels auf die Straße zu Demonstranten gesellt und sich gegen den schwarzen Mob stellt. Gerade wenn ich mir die Berichterstattung der Medien ansehe, bin ich der Auffassung, dass diese ebenso schuldig sind. Weil es gerade die sensationsgeilen Medien sind, die dann mit der Kamera draufhalten und den bösen schwarzen Mob noch im Fernseher zeigen. Deshalb traut sich ein normaler Bürger auch nicht auf die Straße um seine Meinung ebenfalls zu äußern und deshalb sagt dann auch niemand was, weil eben mehr von den Randalierern da sind als Normale.
jetzt antwortenKommentar meldenDer Autor glaubt, er wisse alles über die Proteste in Frankreich. dass diese in einem Banlieue stattfanden und nicht in die Innenstadt gelassen sind, ist ein wichtiger Grund für diese Ausschreitungen. Ich denke nicht dass sich der Verfasser dieses Kommentars gegen einen wild gewordenen bewaffneten Mob gestellt hätte, das hat ja noch nicht mal die Polizei getan, nachdem die Randale anfing. Vielleicht sollte sich Sebastian Haak mal mit den Auseinandersetzungen 2005 (http://de.wikipedia.org/wiki/Unruhen_in_Frankreich_2005) befassen, bevor er schriftliche Urteile fällt.
jetzt antwortenKommentar meldenJetzt verdrück ich aber still und heimlich mal ne Träne! ... Endlich mal jemand der an Massenemails als Friedensmittel glaubt. Das ich sowas noch erleben darf! :)
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