«Der Protest ist da und er wird bleiben»
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Von news.de-Redakteur Jens Kiffmeier, Straßburg
Artikel vom 03.04.2009Friedliebender Aktivist trifft vermummten Steinewerfer: 2000 Nato-Gegner versammeln sich mit verschiedenen Absichten im zentralen Protestcamp. Zwischen den Zelten diskutieren sie ihre Strategie und proben vorab den Aufstand – mit Blockadetraining. News.de war dabei.
Auf den ersten Blick wirkt das ganze wie ein großes Pfadfinderlager. Auf einer Wiese, zirka eine Dreiviertelstunde vom Straßburger Stadtzentrum entfernt, stehen derzeit viele bunte Zelte. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und überall laufen Menschen herum, schleppen Vorräte heran. Getrübt wird die vermeintliche Idylle allerdings plötzlich von einem Polizei-Hubschrauber, der zweimal über dem Lager kreist und so gar nicht ins Bild von einem Ferienlager passen will.
«Verdammter Überwachungsstaat», raunzt ein junger Mann, Mitte 20, seinem Kumpel zu. Doch der hat gerade genug damit zu tun, einem Kameramann den Weg
zu versperren. «Stopp. Privatsphäre», sagt er. «Wieso?», will der Journalist wissen. «Da läuft gerade ein Training für Sitzblockaden, da wird nicht gefilmt.» Fragen sind erlaubt, aber einige Teile des Camps bleiben für die Öffentlichkeit tabu. Schließlich wollen die Protestler nicht, dass ihr vermeintlicher Gegner, die französische Polizei, vorab die gesamte Taktik live via Fernsehen erfährt. Ein bisschen Geheimhaltung muss schon sein.
2000 Nato-Gegner haben ihre Zelte bereits auf der Wiese aufgeschlagen. Die
meisten sind dabei von einem Gedanken beseelt: Die Nato ist in ihren Augen ein Kriegstreiber und gehört abgeschafft. Deshalb sind die Aktivisten hier, deshalb planen sie von hier aus den Aufstand – mit Demonstrationen und Sitzblockaden gegen eine zunehmende Militarisierung und für eine friedliche Welt, so ihre Maxime.
Einer der so denkt, ist Carlo. Der 23-Jährige verbirgt sein Gesicht allerdings mit einer braunen Mütze, einer dicken Sonnenbrille und einem schwarzen Halstuch, das er bis über die Nase gezogen hat. Er will lieber unerkannt bleiben. «Die Polizei steckt einen ja sofort in den Knast, wenn man nur in der Nähe einer Demo steht», behauptet er. Trotzdem will er dieses Mal wieder vorne mit dabei sein.
Warum? Weil es so nicht mehr weitergehen kann, findet Carlo und hält mühelos aus dem Stehgreif einen fünfminütigen Vortrag über Feindbilder, veränderte Bedrohungslagen und wirtschaftspolitische Interessen der westlichen Welt. Immer wieder zitiert er dabei aus dem Nato-Strategiepapier mit dem sperrigen Titel «Eine erweiterte Sicherheitspolitik in einer unsicheren Welt» – was im Camp eine Art Pflichtlektüre zu sein scheint. Sein Fazit: Der Nato geht es nur noch darum, weltweit knapper werdende Ressourcen zu schützen. Das löse aber keine Konflikte, es schüre sie.
So ähnlich sieht das auch Barbara. Barbara, graue Haare, Lederhose und kariertes Flanellhemd, ist 70 Jahre alt. Als Kind hat sie in Berlin noch die Bombenächte des Zweiten Weltkriegs erlebt. «Das wünsche ich keinem», sagt sie. Gerade die Luftangriffe der Nato in Jugoslawien Ende der 1990er Jahre hätten ihr die schrecklichen Erinnerungen wieder wach werden lassen. «Ich weiß, was Bomben anrichten können, und sage deshalb: Wehret den Anfängen.» Deshalb scheut sich die Rentnerin auch nicht davor, ein paar kalte Aprilnächte auf einer Luftmatratze zu verbringen. Viel Komfort gibt es in dem Lager nicht. Zelt, Toilettenwagen, Feldküche. Das war’s. Aber das ist egal. Hauptsache, es passiert was. «Ich mache alles mit – solange es absolut gewaltfrei bleibt», sagt Barbara.
Doch in dieser Frage sind sich die Camp-Teilnehmer derweil nicht ganz einig. Am Mittwoch hatte es schon den ersten Zwischenfall gegeben. Nach verstärkten Ausweiskontrollen durch die Polizei in den Zufahrtsstraßen zum Lager waren die ersten Steine geflogen. «Aber Steinewerfen steht ja wohl in keiner Relation zu dem, was die hochgerüsteten Nato-Armeen anrichten», rechtfertigt sich Chris, 27, der sich ebenfalls mit schwarzer Kleidung vermummt hat. Natürlich sei Gewaltfreiheit besser, aber die Polizei würde ihrerseits die Konflikte gezielt provozieren, um den Protest gewaltsam im Keim zu ersticken, glaubt der Aktivist.
Derweil hat sich die Polizei zu diesem Zeitpunkt erst einmal zurückgezogen. Der Hubschrauber ist nach kurzer Stippvisite am Himmel verschwunden. In einigen Zufahrtsstraßen halten zwar einige Beamte noch die Stellung, aber direkt vor dem Lager lassen sie sich vorerst nicht mehr blicken. Ruhig sitzen sie in ihren Autos, Türen und Fenster geöffnet. Ob die Ruhe hält? Chris weiß es nicht. Er will jedenfalls demonstrieren - und zwar so, dass die Staats- und Regierungschefs es am Samstag auch mitbekommen. «Der Protest ist da und er wird bleiben – egal was die Polizei unternimmt. Notfalls verschaffen wir uns mit Steinen Gehör.»
ham
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Fie NATO kämpft doch bereits für die Schaira, denn diese ist Bestandteil der Ferfassung in AFG. Auch ich habe die Bombenangrffs des WKII als Kind erlebt. Es geht nicht an das deutsche Soldaten für die Scharia töten. (In AFG). NATO auflösen und eine europäische Schutztruppe gründen.
jetzt antwortenKommentar meldenWieder ein modischer Report für politische IDIOTEN: Warum wird dümmlich & verharmlosend auf Friedlichkeitsbeteuerungen von NATO-Feinden abfahren,wie zT selbst ARD & ZDF ihr Publikum verarschen,aber nicht einmal einen der unfriedlichen AUFRUFE verlesen, wie schon zum G-8-Heiligendamm-Gipfel nicht!- RIECHT es nach Gewalt od. wurde sie in Straßbourg übler a ngewendet,als ich mir als linker Mit- aber nicht nur AntiNATO-Demonstrant überhaupt vorstellen konnte?!Hier wird Revolution gespielt & zum Mord aufgerufen, Djihad like,ohne klare Ziele:Warum SCHLÄGT die POLIZEI nicht zu, erzieherisch wertvoll?
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