Umweltminister fordert Aktionsplan
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Der Klimawandel birgt Gefahren für Mensch und Tier. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel will Risiken begrenzen. Er fordert einen Aktionsplan bis 2011.
Zum Schutz der Bevölkerung vor zunehmenden Wetterextremen, Ernteverlusten sowie Hochwasser und Gesundheitsgefahren solle bis 2011 ein Aktionsplan erarbeitet werden, sagte Gabriel bei einer Klimakonferenz des Ministeriums in Berlin.
Er gab den Startschuss für eine intensive Zusammenarbeit mit Ländern, Gemeinden, Wirtschaft, Wissenschaft und anderen gesellschaftlichen Gruppen. Die Strategie zur Bewältigung des Klimawandels soll von der nächsten Bundesregierung spätestens im Frühjahr 2011 gebündelt werden.
Auch die Umweltministerin von Rheinland-Pfalz, Margit Conrad (SPD), und der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, forderten zügige Maßnahmen im Bereich der Land- und Forstwirtschaft. Zuvor hatten Umweltschützer gegen die Kohlepolitik von Gabriel protestiert, die dieser zur Energie-Versorgungssicherheit als auf absehbare Zeit für erforderlich hält. Der Minister habe eine Unterschriftenliste gegen den Neubau von Kohleanlagen nicht angenommen, berichtete die Deutsche Umwelthilfe DUH.
Während Klimaschutzmaßnahmen auf die Verringerung der schädlichen Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2) oder Methan gerichtet sind, ist die Erderwärmung als Folge des Klimawandels nicht mehr zu vermeiden. Sie wird für dieses Jahrhundert von Wissenschaftlern auf zwischen 2 und 3,5 Grad taxiert. Aktuelle Anzeichen der Veränderung: Zugvögel kommen bereits früher aus ihren Winterquartieren zurück, die Schneesicherheit in den Skigebieten nimmt rasant ab und es gibt häufiger Starkregen.
Gabriel erinnerte daran, dass der Meeresspiegel bis Ende dieses Jahrhunderts nach den Experten-Vorhersagen um rund 30 Zentimeter steigen werde. In Ostdeutschland werde das Waldbrandrisiko bis Mitte des Jahrhunderts um 30 Prozent zunehmen. Anpassung an den Klimawandel bedeute auch effizientes Wassermanagement, bessere Technologien für den Hochwasserschutz, die Wahl überlebensfähiger Saatgutsorten und Schutz vor Hitzewellen, auch mit Hilfe der Stadtplanung.
Der Wandel hat nach Angaben des Umweltministers aber auch positive Seiten: Dazu gehörten inzwischen teilweise doppelte Getreideernten im Jahr sowie der Anbau auch südlicher Weine in Deutschland, mehr Tourismus und bei allen Innovationen Chancen auf Wachstum und Jobs.
Sonnleitner sieht besondere Gefahren in schwankenden Ernteerträgen durch zunehmende Wetterextreme wie Frühjahrstrockenheit und Starkregenereignisse. «Die Vegetationszonen und Anbauregionen von Kulturen werden sich verschieben. Die Verbreitung von neuen, bislang unbekannten Pflanzenkrankheiten und Schädlingen wird zunehmen.»
Der Bauernpräsident forderte eine Renaissance der «sträflich zurückgefahrenen Agrarforschung» und die Erforschung der grünen Gentechnik, die aber erst zum kommerziellen Anbau führen dürfe, «wenn der Verbraucher ihn will». Für Ertrags- und Preiseinbrüche müsse es steuerliche Risikorückstellungen geben.
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