Mo., 13.02.12

Forderung der SPD Frauenquote für Aufsichtsräte

Artikel vom 17.03.2009

Frauen sind in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft nur schwach vertreten. Die SPD will diesen Umstand zum Wahlkampfthema machen. Alle Aufsichtsräte deutscher Aktiengesellschaften sollen nach dem Willen der Partei bis zum Jahr 2013 mit Frauen besetzt sein.

Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering sprach sich für die Einführung einer solchen verbindlichen Frauenquote nach norwegischem Vorbild aus. Er will sich dafür einsetzen, dass diese Forderung in das im April vorliegende SPD-Wahlprogramm aufgenommen wird. Eine gesetzliche Fixierung im Aktienrecht sowie ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft könne dann in der nächsten Wahlperiode verabschiedet werden.

Müntefering verwies auf den seit 1988 geltenden SPD-Quotenbeschluss, der die Besetzung von Spitzenämtern in der Partei auf allen Ebenen zu 40 Prozent für Frauen vorschreibt. Ohne diese Vorgabe hätte die SPD die stärkere Beteiligung von Frauen an Führungspositionen nicht erreicht. Er sei sicher, dass dies auch in der Wirtschaft der Fall sei.

Bislang haben nur die Grünen eine Frauenquote für hohe Wirtschaftsposten unterstützt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich ausdrücklich dagegen gewandt.

Müntefering traf in der Berliner SPD-Zentrale mit den Initiatorinnen der «Nürnberger Resolution» zusammen, die sich eine deutliche Erhöhung des Frauenanteils in den Führungsetagen der Wirtschaft zum Ziel gesetzt hat. Das Anliegen habe seine «persönliche volle Sympathie», sagte Müntefering. «Ich bin gerne bereit mitzumachen.» Es müsse gesetzlich fixiert werden, dass Frauen «stärker als bisher die Möglichkeit haben, in Spitzenpositionen dabei zu sein».

In Deutschland sind nach Angaben der Initiative von etwa 1100 Aufsichtsratsmitgliedern börsennotierter Unternehmen lediglich zwischen 6 und 8 Prozent weiblich. In den Vorständen der 30 Dax-notierten Unternehmen sind in Deutschland weiterhin kaum Frauen vertreten.

In Norwegen gilt seit 2008 für knapp 500 Aktiengesellschaften die 40-prozentige Frauenquote in Aufsichtsräten. Firmen, die dagegen verstoßen, drohen Strafen bis zum Entzug der Börsenzulassung. Auch Länder wie Schweden und Spanien haben ähnliche gesetzliche Vorschriften auf den Weg gebracht.

hav/ruk
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Forderung der SPD: Frauenquote für Aufsichtsräte » Politik » Nachrichten

URL : http://www.news.de/politik/789817247/frauenquote-fuer-aufsichtsraete/1/
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Leserkommentare (1)
  • Kommentar: 1
  • 15.04.2009 12:54
von

Guten Tag, die allgmeine Meinung Frauen in Führungspositionen zu erheben halten ich im Grunde für einen guten Schritt für noch mehr Gleichberechtigung. Allerdings gibt es zur Zeit nicht nur dies eine Problem. Mir stellt sich die Frage, wann Frauen, die in führenden Positionen sind, Familie Gründen wollen. Männer in Führungspositionen sind leichter zu händeln als Frauen. Um solch ein Vorhaben durzuführen ohne zu riskieren, dass es einen noch erheblicheren Geburtenrückgang und Familienrückgang gibt muss zuerst eine Karieregerechte Familienpolitik, vorallem für Frauen, hervorgebracht werden.

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