Do., 23.05.13

Reise von Benedikt XVI. Papst will Afrika «in die Arme schließen»

Papst nach Afrika gestartet (Foto)
In Afrika geht es dem Papst weniger um Politik und mehr um die Evangelisierung. Bild: dpa

Papst Benedikt XVI. ist auf dem Weg nach Afrika. Er besucht zunächst das westafrikanische Kamerun und will später nach Angola weiterfliegen. Die Reise soll keinen politischen Anspruch haben, sondern die Popularität der Kirche auf dem Kontinent stärken.

Afrika gilt als «Wachstumsregion» der katholischen Kirche, aber auch von Freikirchen - und ist massiv von der globalen Krise betroffen. «Allein die Kirche kann hier die Wahrheit sagen über Korruption und die Unterschiede, die in unserer Gesellschaft bestehen», erklärte in KamerunKamerun liegt am Golf von Guinea und war von 1884 bis 1916 deutsche Kolonie. Es hat fast 18,5 Millionen Einwohner. Rund 40 Prozent der Einwohner sind Christen, überwiegend Katholiken. Weitere 40 Prozent sind Anhänger von Naturreligionen, die übrigen Muslime. Pater Sosthene Bayemi Eseka im Vorfeld des Papstbesuches. Benedikt möchte all dies bündeln und auch damit an seinen Vorgänger anknüpfen. Die Anhängerschaft der katholischen Kirche wächst auf dem Kontinent so stark wie kaum irgendwo sonst; fast 20 Prozent der Bevölkerung sind Katholiken.

«Ich reise nach Kamerun und dann nach AngolaAngola zählt zu den wichtigsten Ölexporteuren Afrikas und ist doch eines der ärmsten Länder der Welt. Die meisten der rund 12,5 Millionen Einwohner der Republik im Südwesten Afrikas müssen mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen. Jeder sechste Angolaner ist protestantisch. Einheimische Naturreligionen sind noch weit verbreitet, doch gibt es keine zuverlässigen Angaben über die Zahl ihrer Anhänger. Sieben Jahre nach dem Ende eines 27-jährigen Bürgerkrieges mit mehr als 500.000 Toten liegt die Infrastruktur weitgehend brach. , um den Christen und Bevölkerungen dieses Kontinents konkret meine Nähe und die der Kirche zu zeigen», erklärte Benedikt vor kurzem vor Tausenden von Gläubigen auf dem Petersplatz. Ihm gehe es nicht um Politik, sondern um «Evangelisierung».

Benedikt will dem von Armut, Krieg und Krankheiten geplagten Kontinent eine Botschaft der Hoffnung vermitteln. Mit der Reise wolle er symbolisch den gesamten afrikanischen Kontinent mit seinen Problemen, aber auch großen Chancen «in die Arme schließen», sagte er am Sonntag.

In Kamerun will der Papst den Bischöfen des Kontinents das Arbeitspapier zur zweiten Afrika-Synode im Oktober in Rom überreichen. Das Schlussdokument der ersten Afrika-Synode hatte vor mehr als einem Jahrzehnt Johannes Paul II. überbracht. Im Unterschied zu seinem Vorgänger, der Afrika mehr als jeden anderen Kontinent besuchte, ist Benedikt die Region aus eigener Anschauung bisher fast völlig unbekannt. Er reiste nur ein Mal nach Afrika, 1987 noch als Kardinal in die kongolesische Hauptstadt Kinshasa.

Am Freitag wird der Papst in das von 27 Jahren Bürgerkrieg gezeichnete Angola weiterreisen. Dort will er seine Botschaft von Frieden und Versöhnung besonders eindringlich verkünden, als eine an alle Welt gerichtete Stellungnahme zur Zukunft des Kontinents Afrika. Auch Gespräche mit Politikern sind geplant. Sowohl Kamerun als auch Angola sehen sich dem Vorwurf ausgesetzt, dass sich eine korrupte Elite an den Erdöleinnahmen bereichert, während die Bevölkerung verarmt. Am kommenden Montag wird Benedikt im Vatikan zurückerwartet.

jan/ruk

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