USA Zuckerbrot und Peitsche für Afghanistan

US-Militärstützpunkt in Kirgistan (Foto)
Amerikanische Soldaten kommen auf dem Militärstützpunkt in Kirgistan an. Bild: news.de

Von news.de-Redakteurin Rieke Havertz
Der Krieg in Afghanistan ist für die USA nicht zu gewinnen - glaubt Präsident Barack Obama. Dennoch schickt er weitere Soldaten nach Zentralasien. Obwohl das Militär in Kirgistan womöglich einen wichtigen Stützpunkt schließen muss.

In einem Interview mit der New York Times sprach sich Obama klar für eine Änderung der Strategie in dem zentralasiatischen Land aus und verwies auf die Situation im Irak. Auch dort habe man sich an Gruppen angenähert, «die wir als islamische Fundamentalisten ansehen würden». Zwar sei die Situation in den beiden Ländern nicht miteinander vergleichbar, da die Lage in Afghanistan schwieriger sei als im Irak. Aber, so Obama: «Es könnte vergleichbare Möglichkeiten in Afghanistan und Pakistan geben.»

Bereits im Wahlkampf hatte sich Obama für eine andere Kommunikationsstrategie hinsichtlich des Afghanistan-Kriegs ausgesprochen und angekündigt, mit gemäßigten Taliban ins Gespräch kommen zu wollen. Das Problem aus Sicht von Regierungsbeamten: Der Kontakt zu entsprechenden Gruppierungen der Taliban muss erst einmal hergestellt werden. In einem Land wie Afghanistan keine leichte Aufgabe.

Obamas Vorstoß erfolgt im Zuge eines generellen Strategiewechsels in der Außenpolitik. Außenministerin Hillary Clinton hat den Iran öffentlich zu einer Teilnahme an einer für Ende März geplanten Afghanistan-Konferenz eingeladen. Damit entfernt sich Obamas Regierung klar von der harten Linie, die George W. Bush in der Region verfolgt hatte.

Dennoch wird sich Obama im Kampf gegen den Terrorismus nicht allein auf den diplomatischen Weg verlassen. Erst in der vergangenen Woche hatte er angekündigt, 17.000 weitere Soldaten an den Hindukusch zu schicken. Allerdings droht aus militärischer Sicht ein logistisches Problem.

Im Februar hatte das kirgisische Parlament die Schließung des US-Militärstützpunkts in dem zentralasiatischen Land beschlossen. Die Luftwaffenbasis in Manas ist ein wichtiger Außenstützpunkt der USA. Dort werden die Soldaten auf ihren Einsatz in Afghanistan vorbereitet.

Nach der Entscheidung des kirgisischen Parlaments haben die USA sechs Monate Zeit, den Stützpunkt zu schließen. Endgültig scheint die Entscheidung jedoch noch nicht zu sein. In einer Mitteilung des US-Verteidigungsministeriums heißt es, dass Gespräche über die Weiterführung des Stützpunkts fortgesetzt würden. «Wir werden unsere Diskussionen mit der Regierung fortsetzen», so Pentagon-Sprecher Bryan Whitman.

Auch der kirgisische Präsident Kurmanbek Bakiyev sagte in einem Interview mit dem britischen Sender BBC in der vergangenen Woche: «Die Türen sind nicht verschlossen.» Diese Aussage wurde jedoch von einem Regierungssprecher kurze Zeit später wieder dementiert. Die Entscheidung bezüglich des Stützpunktes in Manas sei endgültig. Die Absage an die US-Regierung wird Medienberichten zufolge auch mit einer Finanzspritze in Verbindung gebracht, die Russland Kirgistan versprochen hat. 2,15 Milliarden Dollar (rund 1,7 Milliarden Euro) Hilfsgelder soll Russland Präsident Bakijev für sein Land versprochen haben.

Die USA bezahlen nach eigenen Angaben jährlich 17,4 Millionen US-Dollar (rund 13,8 Millionen Euro) an Kirgistan, um den Stützpunkt in Manas nutzen zu können. Monatlich wird das Drehkreuz für den Transport von 15.000 Soldaten und 500 Tonnen Fracht genutzt, so das US-Verteidigungsministerium. Sprecher Whitman betonte jedoch auch, dass der Stützpunkt in Kirgistan nicht unersetzlich sei und man sich nach anderen Optionen umschaue.

che

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Schorschi
  • Kommentar 2
  • 31.05.2010 00:26

Hmmm, Ordo by Chaos (das kenn ich doch woher) hehehe

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  • Fritz
  • Kommentar 1
  • 31.05.2010 00:23

Hä, das ist auch gut so. Kein Land hat das Recht sich in interne Querelen zu mischen - weder die Deutschen, noch die USraeli. Von mir aus sollen die vor die Hunde und auch hochkant ne Schlappe einstecken. Genauso wenig kann ich in ne fremde Bude einsteigen und mich wie ein Satansbraten aufführen und nebenbei noch erklären daß mein inszeniertes Chaos und Unruhe stiften notwendig sei um für Ordnung zu sorgen. Schiziphren! Also bitte wo leben wir denn? In den Abgrund mit den Kriegstreibern.

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