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Sieben Wochen Ohne (Bild 1/ 3)
Grothe (Foto)
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23.02.2009

Seit 26 Jahren organisiert die Evangelische Kirche die Aktion 7 Wochen Ohne. Derzeitige Projektleiterin ist Frauke Grothe.

Fastenaktion

«Bewegung steht im Mittelpunkt, nicht Askese»

Von news.de-Redakteurin Andrea Schartner

Vor 26 Jahren hat die Evangelische Kirche die Fastenaktion «7 Wochen Ohne» ins Leben gerufen. News.de sprach mit Projektleiterin Frauke Grothe über die Aktion, die neuen Schwung ins Leben bringen soll.

news.de: Frau Grothe, wie enstand die Idee zu «7 Wochen Ohne»?

Frauke Grothe: 1983 beschloss eine Gruppe von Journalisten und Theologen nach einer fröhlichen Kneipenrunde, sieben Wochen lang - von Aschermittwoch bis Ostern- zu fasten.

news.de: Warum?

Frauke Grothe: Es ging ihnen mehr darum, einen persönlichen, spirituellen Mehrwert zu erreichen, als nur einige Wochen dem Konsum abzuschwören. In der christlichen Tradition bedeutet die Fastenzeit vor allem auch eine Zeit der Besinnung. So belebte die Gruppe der Initiatoren einen alten Brauch mit neuer Kraft.

news.de: Wie viele Menschen in Deutschland machen mittlerweile mit?

Frauke Grothe: Jährlich beteiligen sich mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland an unserer Aktion. Sie steht in jedem Jahr unter einem bestimmten Motto. Für 2009 heiß es: «Sich entscheiden! 7 Wochen ohne Zaudern.» Traditionell greifen viele Gemeinden vor Ort das aktuelle Fastenthema von «7 Wochen Ohne» auf und eröffnen so den Dialog über die Fastenandachten in ihren Gemeinden.

news.de: Worauf verzichten die Leute in den sieben Wochen?

Frauke Grothe: Bei unserer Fastenaktion geht es nicht so sehr darum, was man weglässt in den vierzig Tagen vor Ostern, es geht um das «Ohne». Wenn wir die Mitfastenden einladen, sieben Wochen auf etwas zu verzichten, dann nicht um besonders hart oder gar asketisch gegen sich selber vorzugehen. Vielmehr wollen wir dazu verhelfen, in dieser Zeit etwas freizulegen und in Bewegung zu bringen. Denn was man sieben Wochen lang schafft, schafft man auch darüber hinaus.

news.de: Die Zeiten heute sind wirtschaftlich hart, die Menschen müssen ohnehin oft verzichten. Ist eine Fastenaktion vor diesem Hintergrund überhaupt noch sinnvoll?

Frauke Grothe: Wie gesagt, geht es uns ja gerade nicht um die körperliche Askese, sondern darum, seinem Leben eine neue Richtung zu geben. Etwa, indem man sich dazu entscheidet, alte Kontakte wieder aufzufrischen, oder sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen. Oder das Auto stehen zu lassen und den einen oder anderen Weg zu Fuß zu gehen.

news.de: Und wie ist die Resonanz der Teilnehmer nach sieben Wochen?

Frauke Grothe: Wir bekommen eine Vielzahl an Rückmeldungen von unseren Fastenteilnehmern. Viele bedanken sich dafür, dass wir sie mit unserem Fastenkalender durch die Zeit begleiten und wertvolle Impulse und Anregungen für die Besinnung geben haben.

news.de: Beteiligen Sie sich selbst an der Aktion?

Frauke Grothe: Ich versuche jedes Jahr, die Passionszeit im Sinne des aktuellen Aktionsmottos zu gestalten. In diesem Jahr nehme ich mir vor, Entscheidungen, die ich lange vor mir hergeschoben habe, in die Tat umzusetzen.

Frauke Grothe arbeitet beim Gemeinschaftswerk Publizistik der Evangelischen Kirche und ist Projektkoordinatorin der Fastenaktion «7 Wochen Ohne.»

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