Der Aufbau im Kosovo kommt nur langsam voran
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Seit einem Jahr ist der Kosovo ein unabhängiger Staat. Der Aufbau des vom Krieg geplagten Landes kommt aber schleppend voran. Nach wie vor braucht der Staat viele Hilfen von außen, doch der Elan der Europäer für ein Engagement lässt spürbar nach.
Zum Jahrestag des unabhängigen Kosovo-Staates ist dieses jüngste europäische Land abhängiger denn je. Darüber sind sich sowohl alle ausländischen Diplomaten als auch die heimischen Akteure einig. Die von den Politikern genährte Illusion, die Unabhängigkeit werde auch die wirtschaftliche und soziale Misere schnell und spürbar lindern, hat sich in Luft aufgelöst. Ernüchterung macht sich breit.
Der neue Ministaat hängt von weiteren völkerrechtlichen Anerkennungen ab, die bisher nur 54 Staaten ausgesprochen haben. Die seit 1999 amtierende UN-Kosovo-Verwaltung (Unmik) hat nach wie vor ebenso entscheidend mitzureden wie die zu Jahresbeginn gestartete EU-Kosovo-Mission (Eulex). Das Überleben der 95-prozentigen albanische Bevölkerung hängt von den Überweisungen der Gastarbeiter im deutschsprachigen Raum und in Skandinavien ab. Die marode Wirtschaft wartet immer noch auf die weitgehend ausgebliebenen ausländischen Investitionen.
Obwohl viele Milliarden ins Kosovo gepumpt wurden, gibt es nur wenige Lichtblicke. Ein paar Kilometer Autobahn in Richtung Albanien und der zweitgrößten Stadt Pec im Westen sind fertig. Die internationale Schutztruppe Kfor hat hier und da eine Regionalstraße instand gesetzt. In diesem Jahr soll endlich der Auftrag für ein neues Kraftwerk im Wert von 3,5 Milliarden Euro vergeben werden, hat Regierungschef Hashim Thaci versprochen.
Innenpolitische Fortschritte gibt es - wenn überhaupt - nur im Schneckentempo. Unmik und Eulex sind tagtäglich im Kompetenzgerangel darüber verstrickt, wer was zu sagen und zu tun hat. Der von Serben bewohnte Norden des Landes hat sich ganz der Kontrolle durch die albanische Regierung entzogen. Dort herrscht weitgehende Gesetzlosigkeit ohne funktionierende Gerichte. Der groß angelegte Schmuggel ist allgegenwärtig, viele Autos ohne Nummernschilder sind nirgendwo registriert.
Alle Gesprächspartner bestätigen, dass die fehlenden Fortschritte auch der grassierenden Korruption zuzuschreiben sind. Kosovo gilt als eines der korruptesten Länder nicht nur Europas. Die Politiker und Beamten in der Regierung halten die Hand auf. Über die Korruption bei den tausenden internationalen Helfern weiß man bis auf Einzelfälle wenig. In jedem Fall haben die Internationalen das Lohnsystem im Land ruiniert. Ein gestandener Juraprofessor an der Uni erhält 450 Euro, der ungebildete Fahrer oder Sicherheitsmann bei den Internationalen 600 bis 800 Euro.
Kosovo steht ein Jahr nach der Unabhängigkeit nicht mehr oben auf der politischen Tagesordnung der Welt. Es gibt viele Anzeichen, dass kein ausländischer Staat bereit ist, noch einmal eine Kraftanstrengung zu unternehmen, um das Kosovo-Problem endgültig zu lösen. Vielmehr laute das oberste Prinzip, Ruhe zu garantieren, sagen Diplomaten in Pristina hinter vorgehaltener Hand. Am Beispiel Zyperns macht das Wort vom «eingefrorenen Konflikt» die Runde.
Nicht nur, dass Serbien seine frühere Albaner-Provinz Kosovo zurück haben will, während für die Albaner nur die gegenseitige Anerkennung infrage kommt. Die endgültige Lage von sechs Millionen Albanern in Albanien, im Kosovo, in Mazedonien, Montenegro und Südserbien ist weiter offen. Die «albanische Frage» bleibt auch 97 Jahre nach dem ersten Nationalstaat dieses Volkes im Jahr 1912 unbeantwortet.
jek
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Konflikte kann man bloß vorübergehend "einfrieren". Ex - Jugoslawien kann man durchaus mit Zypern vergleichen ,wobei da wenigstens eine friedliche Lösung möglich scheint. Die Frage ist , ob ein Groß - Albanien und ein Groß - Serbien friedlich nebeneinander existieren können !
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