Der Druck auf Armeen mit Kindersoldaten wächst
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Von news.de-Redakteur Jan Berger
Artikel vom 11.02.2009Weltweit werden rund 250.000 Kinder als Soldaten missbraucht. Besonders in Sri Lanka, Kongo und Kolumbien kämpfen sie auch an der Front. An ihr Schicksal erinnert jährlich der heutige Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten.
«In der Gesellschaft steigt das Bewusstsein dafür, dass Kinder das Recht haben, bis 18 nicht von Kriegen betroffen zu werden.» Ralf Willinger, Experte bei der Kinderschutzorganisation Terre des Hommes, ist weit davon entfernt, Entwarnung zu geben. Zu schwer ist es, mit Gruppen, die Kinder in Kriegen einsetzen, verbindliche Vereinbarungen zu treffen. Zu gering ist die Kooperationsbereitschaft von Regierungen, die es beim Schutz von Minderjährigen selbst nicht genau nehmen. Trotzdem ist er «bedingt optimistisch», denn zumindest auf der Ebene der Weltgemeinschaft gibt es Bewegung. «Es ist einiges passiert. Auch in Deutschland. Hier war das Problem vor zehn Jahren auch kein Thema.»
1998 gründeten verschiedene Hilfsorganisationen die internationale Coalition to Stop the Use of Child Soldiers (Koalition gegen den Einsatz von Kindersoldaten). Sie veröffentlicht regelmäßig eine Broschüre, die weltweit den Einsatz von Kindern in Armeen, Kriegen und Konflikten beschreibt. «Wir haben eine gesellschaftliche Sensibilität erreicht. Es gibt aber leider zu wenig konkrete politische Reaktionen», sagt Willinger.
Wirklich ins Bewusstsein brachte man den Einsatz von Kindersoldaten 2002. Damals wurde ein Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert. Erst seit dem steht schwarz auf weiß, dass jeder unter 18 als Kindersoldat zählt. Dass jeder, der jünger ist, nicht in bewaffneten Konflikten eingesetzt werden darf. Dass das ein Grundrecht jedes Kindes ist. «126 Staaten haben das Protokoll unterzeichnet», resümiert Willinger heute. Sie haben sich damit verpflichtet, keine Kindersoldaten einzusetzen.
Auch wenn die Rebellengruppen, die häufig Kinder und Jugendliche anwerben, in diese Vereinbarung nicht direkt einbezogen sind, gibt es zumindest indirekt einen wichtigen Effekt: «Jeder, der Kindersoldaten einsetzt, kann deshalb diffamiert werden. Das kann besonders bei Rebellen, die auf den Rückhalt in der Bevölkerung angewiesen sind, viel bewirken.» So hätten in Burma zwei Widerstandsgruppen davon Abstand genommen, Kinder einzusetzen.
Dieser Weg funktioniert, obwohl einige Länder das Abkommen unterzeichnet haben, in denen die staatlichen Armeen selbst Kindersoldaten einsetzen. Rund 250.000 Kinder sind in Kriegen auf der ganzen Welt im Einsatz. Insgesamt acht Regierungen weltweit rekrutieren laut Willinger bewusst Heranwachsende. Neben der Junta in Burma sind das zum Beispiel die Armeen im Tschad oder der Demokratischen Republik Kongo.
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