Wenn die Seele von Mädchen verstümmelt wird
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Von news.de-Redakteurin Andrea Schartner
Artikel vom 06.02.2009Seit Jahren kämpfen Organisationen wie Unicef oder Terre Des Femmes gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Besonders Frauen in afrikanischen Ländern sind betroffen. In Deutschland sind Mädchen aus Migrantenfamilien von dem Eingriff bedroht.
«In den vergangenen Jahren hat sich viel getan, aus der Welt ist das Problem aber noch lange nicht.» Franziska Gruber arbeitet im Referat Genitalverstümmelung bei Terre Des Femmes. «Anders als bei Jungen ist die Beschneidung von Mädchen ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit», sagt sie.
Dieser wird teilweise ohne Narkose durchgeführt und reicht von der Abtrennung der Klitorisvorhaut bis zu deren Entfernung gemeinsam mit den kleinen Schamlippen. Die schlimmsten Folgen hat die so genannte Pharaonische Beschneidung, die auch Infibulation genannt wird. Dabei werden die großen Schamlippen beschnitten und anschließend mit Dornen, Nadeln und Fäden verschlossen. Oft bleibt danach nur noch eine sehr kleine Öffnung der Vagina.
Praktiziert wird die Beschneidung in verschiedenen Formen in afrikanischen Ländern. Eritera ist darunter, Äthiopien, Dschibuti oder der Sudan. In Westafrika sind Frauen in Mali, Niger oder dem Senegal betroffen.
«Oft zählt die Beschneidung der Mädchen zur Tradition», sagt Franziska Gruber. Die Begründungen für den Eingriff sind vielfältig und reichen von «das kommt von den Ahnen» bis hin zur Behauptung, die Beschneidung fördere die Gesundheit der Frauen. «Vor allem auf dem Land fürchten Familien immer noch, aus der Gesellschaft ausgestoßen zu werden oder keinen Mann für die Tochter zu finden, wenn diese nicht beschnitten ist», erklärt Gruber. Die Zahlen sind traurig: Weltweit wird alle elf Sekunden ein Mädchen an den Genitalien verstümmelt.
Seit Jahren leisten Hilfsorganisationen Aufklärungsarbeit, die Frauen genauso wie Familienväter oder religiöse Würdenträger einbezieht. «Sinnvoll ist, ganze Dorfgemeinschaften in die Kampagne zu integrieren. Dann erfahren zum Beispiel auch Männer, dass es völlig unverwerflich ist, eine unbeschnittene Frau zu heiraten», sagt Franziska Gruber.
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Auch bei Jungen ist die Beschneidung eine Körperverletzung weil viele später darunter leiden. Es sollte jeder das Recht haben sich als Erwachsener selber zu Entscheiden !!! Kinder egal ob weiblich oder männlich sind wehrlos !!!
jetzt antwortenKommentar meldenist es denn wichtig, ob nun gefährliche oder schwere körperverletzung, mal abgesehen vom strafmaß? das problem ist doch sowieso vor allem moralischer natur, strafen helfen nicht gegen für uns abstruse und für die mädchen gefährliche traditionen. von daher ist die politische diskussion darüber spiegelfechterei.
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