Kulturkampf um Papst Benedikt XVI.
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Von news.de-Redakteur Herbert Mackert
Artikel vom 04.02.2009Mit seinen umstrittenen Personalentscheidungen zieht der Papst weltweit scharfe Kritik auf sich. Doch er erfährt auch Zuspruch. Die Debatte zeigt, wie groß der Schaden für die Ökumene und die Enttäuschung über das Pontifikat Benedikts XVI. sind.
Trotz des Aufrufs des Vatikans an den Traditionalisten-Bischof Richard Williamson zum Widerruf seiner Holocaust-Äußerungen sitzt die Verunsicherung bei vielen Katholiken tief. Das einst so stolz postulierte «Wir sind Papst» bei der Wahl des Münchner Kardinals Joseph Ratzinger zum ersten deutschen Pontifex seit Hadrian VI. vor fast 500 Jahren verliert an Strahlkraft.
Der 2005 als Hoffnungsträger gestartete Stellvertreter Gottes auf dem Stuhl Petri erscheint ihnen jetzt als Bremser einer Weiterentwicklung der katholischen Kirche im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils. Der einstige «Motor der Ökumene» ist nicht nur ins Stottern geraten, er hat den Rückwärtsgang eingelegt.
Mit den jünsten Entscheidungen knüpft Papst Benedikt XVI. wieder nahtlos an den Chef der Glaubenskongregation Joseph Ratzinger an, der in den 1990er Jahren den Ausstieg aus dem staatlichen System der Schwangerschaftsberatung betrieb und federführend das päpstliche Lehrschreiben Dominus IesusDominus Iesus (Lateinisch für «Der Herr Jesus») ist eine Erklärung der Kongregation für die Glaubenslehre der römisch-katholischen Kirche, herausgegeben vom derzeitigen Papst Benedikt XVI. als damaligem Präfekten der Kongregation. In dem Dokument, das am 6. August 2000 veröffentlicht wurde, wird der Ursprung der Kirche in Jesus Christus, ihre Einzigkeit und Einheit sowie ihre Rolle für das Heil der Menschen erläutert. verfasste, das das Selbstverständnis der katholischen Kirche als einziger Kirche Christi unterstreicht - und anderen christlichen Konfessionen das Recht abspricht, Kirchen «im eigentlichen Sinn» zu sein.
Viele befürchten nun im Zugehen des Papstes auf die ultrakonservative PiusbruderschaftDie 1970 von dem französischen Erzbischof Marcel Lefebvre (gest. 1991) gegründete Priestervereinigung hält an Riten und Lehren der römisch-katholischen Kirche fest, die das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) aufgegeben hatte. Unter anderem lehnt sie eine Öffnung zur Ökumene, Religionsfreiheit und die Anerkennung des Judentums ab. , die eben die Reformen des Zweiten Vatikanums ablehnt, einen neuen, generell rückwärtsgewandten Kurs des Vatikans. Schon mehren sich die Meldungen aus deutschen Bistümern, es gebe in den vergangenen Tagen eine Häufung von Kirchenaustritten.
Der Papst selbst ist offenbar verärgert über die offene Kritik aus Deutschland, in die auch die christdemokratische (protestantische) Bundeskanzlerin Angela Merkel eingestimmt hatte. «Im Vatikan ist man über die Diskussion in Deutschland geradezu entsetzt», sagte der CDU-Politiker Georg Brunnhuber der Financial Times Deutschland nach einem persönlichen Gespräch mit Benedikt XVI. gestern in Rom. «Es herrscht der Eindruck, dass alle antikatholischen Ressentiments, die in Deutschland schlummern, jetzt an die Oberfläche kommen.»
Merkel hatte den Papst am Dienstag zu einer Klarstellung aufgefordert, dass eine Leugnung des Holocaust nicht geduldet werde. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) nahm den Papst gegen die Kritik in Schutz: «Zweifel an der Position der katholischen Kirche und des Papstes halte ich in der Sache für völlig unbegründet», betonte er.
In einer gestern verbreiteten Mitteilung des Vatikans wird nun von den vier rehabilitierten Bischöfen der Piusbruderschaft die Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils verlangt. Darin heißt es wörtlich: «Um eine vollständige Rehabilitierung zu erlangen, ist eine eindeutige Anerkennung des II. Vatikanischen Konzils und der Päpste Johannes XXIII., Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikts XVI. selbst unabdinglich.» Bisher hätten die Traditionalisten kein Recht, ihr Bischofsamt auszuführen.
Der Papst habe von der Holocaust-Leugnung Williamsons nichts gewusst. Wie schon am 28. Januar von Benedikt XVI. bekräftigt, seien «die Äußerungen von Monsignore Williamson absolut inakzeptabel und werden vom Papst abgelehnt». Das Kirchenoberhaupt habe mit der Rücknahme der Exkommunikation der Traditionalisten-Bischöfe im Sinne der Einheit der Kirche gehandelt.
Lesen Sie auf Seite 2, welche Reaktionen Kanzlerin Merkel für ihre Forderung an den Papst in Europa erfuhr
Lesen Sie auf Seite 3, wie Papst-Bruder Georg Ratzinger die Dinge sieht
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Tja, die Merkel hat es halt als FDJ Dekretärin für Agitation und Propagande gelernt. Was solls. Nur so etwas gehört hier nicht an die Regierung
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