Iranischer Präsident «So Allah will, fährt Bush zur Hölle»

Irans Präsident Ahmadinedschad  forderte seinen US-Kollegen Obama zu konkreten Taten auf. (Foto)
Irans Präsident Ahmadinedschad forderte seinen US-Kollegen Obama zu konkreten Taten auf. Bild: ap

Den Worten sollen Taten folgen: Nach der Ansprache von US-Präsident Obama an die islamische Welt hat Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad konkrete Taten eingefordert. Gleichzeitig nutzte er eine Rede, um mit George W. Bush abzurechnen.

«Falls die (von Obama) angekündigten Veränderungen wirklich ernst gemeint sind, dann würden wir diese begrüßen, aber wenn es sich dabei nur um einen Wandel in der Rhetorik oder der Taktik handelt, dann würde sich nichts ändern», sagte Ahmadinedschad heute in Kermanshah im West-Iran.

In der live im iranischen Fernsehen ausgestrahlten Rede sagte er weiter: «Wir werden die Aussagen und Handlungen (Obamas) vorsichtig und sorgfältig verfolgen und warten geduldig (auf die Veränderungen).»

Ahmadinedschad betonte, nach der «unmenschlichen Politik» unter Obamas Vorgänger Bush seien Veränderungen in der US-Politik dringend notwendig. «Bush ist mit einem dicken Strafregister aus dem Amt geschieden und im Mülleimer der Geschichte gelandet.» Nun sei er weg und «so Allah will, fährt er zur Hölle».

Die US-Regierung müsse nach Ahmadinedschad Worten «zuallererst ihre arrogante Haltung und Rhetorik gegenüber anderen Nationen aufgeben, als wären die US-Bürger Menschen erster Klasse und der Rest Menschen dritter oder vierter Güte». In direkter Ansprache verlangte er von Washington: «Ihr müsst aufhören, Euch in Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen, weil diese Euch nichts angehen.»

Ahmadinedschad schien harte Bedingungen an einen möglichen Dialog mit den USA knüpfen zu wollen. Der 52-Jährige verlangte eine Entschuldigung und Wiedergutmachung für die falsche Politik und die «Verbrechen», die die Vereinigten Staaten in den vergangenen 60 Jahren an der iranischen Nation begangen hätten.

Obama hatte in einem Fernsehinterview des arabischsprachigen Senders Al-Arabija am Montagabend angekündigt, er strebe mit der muslimischen Welt eine «neue Partnerschaft in gegenseitigem Respekt» an. Mit Blick auf das angespannte Verhältnis zum Iran sagte Obama: «Wenn Staaten wie der Iran willens sind, ihre Faust zu öffnen, werden sie eine ausgestreckte Hand von uns finden.»

jan/ruk

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