SED-Diktatur Merkel verteidigt Stasi-Akteneinsicht

Die Aufarbeitung der SED-Diktatur bleibt für Bundeskanzlerin Angela Merkel auch 20 Jahre nach dem Mauerfall wichtig. Die Entscheidung für eine Akteneinsicht sei richtig gewesen. «Viele in ehemaligen sozialistischen Ländern beneiden uns um diese Möglichkeit.»

Bunte Personality Merkel (Foto)
Bundeskanzlerin Angela Merkel stört sich nicht an ihrem Spitznamen «Mutti». Bild: ap

Das sagte die CDU-Politikerin in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. «Jeder weiß, dass wir das Leben in der früheren DDR nicht auf die Arbeit des Staatssicherheits-Ministeriums oder der SED-Diktatur beschränken können.» Die Kanzlerin würdigte die Arbeit der Behörde für die Unterlagen der Staatssicherheit (Stasi): «Es wäre fahrlässig, sich dieser Strukturen nicht immer wieder zu erinnern und sie umfassend aufzuarbeiten.»

Die Behörde der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen habe Menschen geholfen, «Klarheit über das ehemalige Leben in der DDR zu bekommen». Merkel betonte: «180 Kilometer Unterlagen geben einen umfassenden Einblick, wer von wem bespitzelt wurde, wer Opfer und wer Täter war.» Im vergangenen Jahr seien rund 80.000 Anträge auf Akteneinsicht gestellt worden.

Jungen Menschen müsse gezeigt werden, welche Gefahren in Diktaturen liegen. Daher sei es wichtig, an «dieses Stück deutscher kommunistischer Geschichte, an ein Stück friedlicher Revolution zu erinnern.» Die Revolution vom Herbst 1989 nannte Merkel eines der schönsten Ereignisse der deutschen Geschichte, weil «Menschen den Mut aufbrachten, für Freiheit und Einheit einzutreten».

Merkel will am Donnerstag erstmals die Behörde besuchen - genau 19 Jahre nach der Erstürmung des Gebäudes des Staatssicherheits-Ministeriums durch Bürgerrechtler.

Lesen Sie auf Seite 2, warum die Kanzlerin nichts gegen den Spitznamen «Mutti» hat

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stört sich nicht an ihrem Spitznamen «Mutti». In einem Interview der Bild am Sonntag sagte sie auf die Frage, wie sie es finde, wenn sie im Regierungsviertel so genannt werde: «Es gibt Schlimmeres auf der Welt.» Auf die Nachfrage, ob sich in einer schweren Krise viele Bundesbürger eine «Mutter der Nation» wünschen würden, sagte die Kanzlerin: «Wie immer Sie es nennen wollen, ich denke, sie wünschen sich eine Regierungschefin, die ebenso besonnen wie entschlossen handelt, und darauf haben sie auch einen Anspruch.»

mac

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Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Kommentar 3
  • 16.04.2009 13:00

Sehr geehrte Frau Zimmermann, in jedem der ostdeutschen Bundesländer gibt es einen Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Auf der Internet-Seite http://www.thueringen.de/tlstu/reha/stasiakteneinsicht.htm können Sie gratis das Antragsformular als pdf-Datei herunterladen, ausfüllen und an diesen Landesbeauftragten senden. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg. Mit freundlichen Grüßen Ihre news.de-Redaktion

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  • Kommentar 2
  • 16.04.2009 10:25

Wie komme ich an meine Stasiakte ran ? Viele grüße Petra Zimmermann

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  • Kommentar 1
  • 13.01.2009 15:25

Ich finde es sehr gut , daß man Einschicht nehmen kann in die Stasi- Akte . Ich begrüße es .Man bekommt dadurch Klarheit ,wenn ein Mensch was gegen einem getan hat . Da wird manch einer entlarvt , der sich Freund nannte . Somit entferne ich mich dann von solchen Menschen.Da sieht man , daß der beste Freund der Feind war . Furchtbare Erkenntnis dann .

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