100 Tonnen Sprengstoff als Vergeltung
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Von news.de-Korrespondent Gil Yaron
Der Angriff Israels kam für die Hamas im Gaza-Streifen völlig überraschend. Normalerweise taucht die Führung der palästinensischen Widerstandsbewegung bei Spannungen unter, doch nun war sogar Hamas-Polizeichef Taufik Jaber im Hauptquartier erschienen - das wurde ihm zum Verhängnis.
Er wohnte einer Abschlusszeremonie neuer Kadetten bei. Die israelische Luftwaffe brauchte gestern Vormittag nur drei Minuten und 40 Sekunden, um mehr als 100 Einrichtungen der Hamas in Schutt und Asche zu legen. Polizeistationen, Waffendepots, Ausbildungslager, Kommunikations- und Kommandozentralen wurden in einem Angriff von 110 Flugzeugen mit mehr als 100 Tonnen Sprengstoff dem Erdboden gleichgemacht. Generalleutnant Jaber und rund 80 Kadetten fanden ihren Tod.
Bei den israelischen Luftangriffen auf Ziele der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben bislang mindestens 285 Menschen getötet worden. Rund 180 der Opfer seien Mitglieder militanter Palästinenserorganisationen gewesen, sagte der Sprecher der palästinensischen Gesundheitsbehörde in Gaza. Unter den restlichen Opfern seien auch Frauen und Kinder. Nach Angaben des Sprechers wurden zudem mehr als 900 Menschen während der Luftangriffe verletzt.
Trotz aller Aufrufe zum Ende der Gewalt setzten Israel und die militanten Palästinenserorganisationen heute ihre Angriffe fort. Mehr als 40 Raketen und Mörsergranaten schlugen nach Angaben einer israelischen Armeesprecherin auf israelischem Boden ein. Die Raketen haben inzwischen eine immer größere Reichweite. Erstmals schlugen zwei sogenannte Grad-Raketen rund 30 Kilometer nördlich des Gazastreifens nahe der Hafenstadt Aschdod ein. Ein Israeli war gestern bei einem Raketenangriff getötet worden.
Israel will mit dem Militäreinsatz den Raketenbeschuss auf seine Grenzstädte auf ein Minimum reduzieren. Die Palästinenser wollen mit den Angriffen Israel zwingen, die Blockade des Gazastreifens zu beenden und alle Grenzübergänge unbefristet zu öffnen.
Lesen Sie auf Seite 3, warum der palästinensische Präsident Abbas einen Waffenstillstand fordert
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