«Israel wird einen Preis dafür bezahlen»
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Von Ibrahim Barzak
Artikel vom 27.12.2008Nach dem Angriff der israelischen Luftwaffe steigt die Zahl der Toten und Verletzten in Gaza weiter an. Das Nachbarland Ägypten hat mittlerweile seine Grenzen für die Überlebenden geöffnet. Die Hamas schwört blutige Rache.
Israelische Kampfflugzeuge haben in einer tödlichen Angriffswelle alle Sicherheitseinrichtungen der den Gazastreifen beherrschenden palästinensischen Organisation Hamas zerstört. Das teilte das Hamas-Innenministerium heute mit. Krankenhaussprecher meldeten mindestens 145 Tote und mehr als 310 Verletzte. Hamas-Sprecher Fausi Barhum kündigte im Rundfunk Rache an.
Die israelische Regierung verhängte an der südisraelischen Grenze zum Gazastreifen den Ausnahmezustand und forderte die Bewohner auf, Schutzeinrichtungen aufzusuchen. Ägypten öffnete seine Grenze, um palästinensische Verletzte aufzunehmen. Ärzte im größten Krankenhaus in Gaza sagten, sie könnten keine Verletzten mehr behandeln. «Wir haben keinen Platz mehr», erklärte ein Mediziner im Schifa-Krankenhaus.
Die Luftangriffe begannen heute Mittag und lösten in der Bevölkerung Panik aus. Hamas-Sicherheitseinrichtungen befinden sich oft mitten in Wohngebieten. Die ersten Raketen schlugen kurz nach Schulschluss ein, als Schüler auf dem Heimweg waren. Laut Hamas wurden alle ihre Sicherheitseinrichtungen zerstört, der Polizeichef von Gaza, Taufik Dschaber, war unter den Getöteten. Der israelische Rundfunk meldete, es seien mindestens 40 Ziele angegriffen worden.
Dem Nahen Osten steht damit eine neue Runde blutiger Gewalt bevor. Hamas-Sprecher Fausi Barhum nannte den Luftangriff einen «offenen Krieg gegen die palästinensische Bevölkerung». Die Hamas werde auf dieses «Blutbad» eine Antwort geben. «Israel wird einen Preis dafür bezahlen», sagte er mit sich überschlagender Stimme und schor, seine Organisation werde Vergeltung mit Selbstmordanschlägen, Raketen- und Mörserangriffen üben.
«Hamas wird den Widerstand bis zum letzten Blutstropfen fortsetzen», sagte er im Rundfunk. Militante Palästinenser feuerten nach den Luftangriffen israelischen Angaben zufolge mehrere Raketen auf Südisrael ab. Im Grenzdorf Netivot sei dabei eine Frau getötet worden, vier Menschen seien verletzt worden.
Israel hatte in den vergangenen Tagen mit militärischen Aktionen gedroht, sollten die Raketenangriffe militanter Palästinenser auf Südisrael nicht aufhören. Die Streitkräfte haben die Luftangriffe mittlerweile bestätigt. Ein Militärsprecher, Major Avital Leibovitsch, deutete als nächstes Angriffe auf die Hamas-Führung an. «Jedes Hamas-Ziel ist ein Ziel», sagte er. Verteidigungsminister Ehud Barak sagte, die Aktion werde «so lange wie nötig» dauern. Er wisse, dass die israelische Bevölkerung im Süden eine schwierige Zeit vor sich habe.
Im Westjordanland verurteilte der gemäßigte palästinensische Präsident Mahmud Abbas den israelischen Angriff und rief alle Beteiligten zur Zurückhaltung auf.
mas
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